Flüchtlings-Aktivisten

Aktivisten besetzen Fridtjof-Nansen-Haus in Göttingen kurzzeitig

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Selbstgemachte Transparente: Sie machten vor zwei Jahren an der Fridtjof-Nansen-Straße in Göttingen auf die damalige Besetzung aufmerksam.

 Für kurze Zeit haben Aktivisten das Friedtjof-Nansen-Hauses in Göttingen besetzt. Damit wollen sie für eine menschenwürdigere Unterbringung von Geflüchteten protestieren.

Göttingen – Mit einer kurzzeitigen Besetzung des Friedtjof-Nansen-Hauses in Göttingen haben Aktivisten erneut für eine menschenwürdigere Unterbringung von Geflüchteten protestiert.

Etwa 50 Menschen waren nach Angaben der Demo-Veranstalter mit Transparenten vor Ort.

Hausbesetzung in Göttingen: Aktivisten kämpfen für Rechte von Flüchtlingen

Gegen 11 Uhr am Sonntagvormittag hatten sich die Aktivisten vor dem Gebäude versammelt. Aus den Fenstern hingen Transparente mit Forderungen an Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) sowie den Besitzer des Gebäudes, die „ungenutzten, leeren Wohnungen an Geflüchtete aus den überbelegten Massenunterkünften zu vergeben“, hieß es in einer Mitteilung der Demonstranten. 

Gegen 12.30 Uhr sei die Besetzungsaktion von Polizeikräften beendet worden. Anschließend zogen die Aktivisten zum Neuen Rathaus.

Verkauf des Hauses in Göttingen mitten in der Flüchtlings-Krise war ein Skandal

Viktor Schiltz kommentiert die Aktion: „Die Stadt Göttingen hat vor zwei Jahren das Nansen-Haus auf Initiative von OB Köhler wider besseren Wissens an einen Privatinvestor verkauft. 

Dieser Verkauf öffentlichen Wohnraums war ein Skandal angesichts der zeitgleichen Unterbringung von Geflüchteten Massenunterkünften wie der Siekhöhe.“

Flüchtlinge in Göttingen

Aufgrund der überfüllten Lager auf der griechischen Insel Lesbos will die Stadt Göttingen Flüchtlinge aufnehmen. Im März verkündete die Stadtverwaltung sieben Kinder und Jugendliche aufzunehmen. 

Der Verein Seebrücke hatte unter anderem an Göttingen appelliert, minderjährige Flüchtlinge von den griechischen Inseln aufzunehmen. 41 000 Geflüchtete lebten zurzeit in überfüllten Lagern auf den Ägäis-Inseln und litten unter Hunger, Kälte und Krankheiten

Die Stadtverwaltung in Göttingen wurde wiederholt aufgrund der Behandlung von Flüchtlingen kritisiert. Im vergangenen Juni beschwerten sich einige Jugendliche über ihre Unterbringung. Sie bezeichneten die Gebäude an der Siekhöhe unter anderem als "gefängnisartige Massenunterkunft".  

Einige Monate später kochte das Thema Unterbringung der Flüchtlinge wieder hoch. In einem offenen Brief wies ein Bündnis in Göttingen auf die „unhaltbaren Zustände“ in Flüchtlingsunterkünften hin. Kritik gibt es an den Einrichtungen in der Carl-Giesecke-Straße, im Albrecht-Thaer-Weg, in der Hannah-Vogt-Straße, im Rosenwinkel und an der Unterkunft im Schloss Wollershausen. 

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