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Göttingen: Abriss von Brücke verschiebt sich – Autobahnzubringer wird teilsaniert

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Von: Stefan Rampfel

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Der Abriss der Brücke über Leine und Grone in Göttingen verschiebt sich. Eine Teilsanierung soll wieder zwei Spuren des Autobahnzubringers nutzbar machen.

Göttingen – Seit inzwischen über zwei Jahren Baustelle: Auf dem Autobahnzubringer steht im Bereich der Brücke über die Leine und die Grone in Göttingen je Fahrtrichtung nur eine Fahrbahn zur Verfügung. Vor allem im Berufsverkehr staut sich der Verkehr weit zurück. Doch nun soll sich etwas tun.

„Göt 6“ – so heißt das 380 Meter lange Brückenbauwerk auf dem Autobahnzubringer (B27), das den Fluss Leine und den Bach Grone in westöstliche Richtung überquert. Täglich nutzen knapp 30.000 Fahrzeuge das Bauwerk, davon rund 2.400 Lkw. Die Brücke besteht aus zwei Bauwerken – für jede Fahrtrichtung eines.

Abriss von Brücke in Göttingen verschiebt sich – Autobahnzubringer wird teilsaniert, zwei Fahrspuren

Seit inzwischen über zwei Jahren Baustelle: In beide Fahrtrichtungen fließt der Verkehr nur einspurig. Vor allem im Berufsverkehr kommt es immer wieder zu Stop-and-go oder sogar Staus.
Seit inzwischen über zwei Jahren Baustelle: In beide Fahrtrichtungen fließt der Verkehr nur einspurig. Vor allem im Berufsverkehr kommt es immer wieder zu Stop-and-go oder sogar Staus. © Stefan Rampfel

Das Bundesverkehrsministerium hatte 2011 eine Richtlinie zur Nachrechnung von Straßenbrücken bekannt gegeben. Demnach sollte für alle Brücken ermittelt werden, ob diese noch tragfähig sind.

Im Sommer 2020 wurde dann durch die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr festgestellt, dass sich an der Autobahnzubringer-Brücke Schäden in stärkerem Maß verändert haben, sodass damals eine Reihe von Sofortmaßnahmen eingeleitet wurden: Eine einspurige Verkehrsführung wurde eingerichtet, die Geschwindigkeit auf 50 km/h reduziert.

Als Mängel wurden sich öffnende Koppelfugen und stark geschädigte Endquerträger festgestellt. Ergebnis: Die Brücke „Göt 6“ ist kein zukunftsfähiges Bauwerk. Als Nutzungsende wurde vor zwei Jahren das Jahr 2025 genannt. Eigentlich sollten die Arbeiten zur Erstellung des Ersatzneubaus 2023 beginnen. Doch daraus wird nun nichts mehr.

Abriss der Brücke über Grone und Leine erfolgt frühestens 2026

Wie Henrik Hoppmann von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auf Anfrage der HNA mitteilt, geht man aktuell davon aus, dass mit dem Abriss der Brücke nicht vor dem Frühjahr 2026 zu rechnen ist. „Die Planungen für den Ersatzneubau laufen zwar, ein für den Bau wahrscheinlich notwendiges Planfeststellungsverfahren ist aber noch nicht eingeleitet worden“, so Hoppmann.

Um die Zeit bis 2026 zu überbrücken, wurde im Juli dieses Jahres mit Sanierungsarbeiten am südlichen Teilbauwerk begonnen. Dabei wurden auch Arbeiten im Kappenbereich und an der Übergangskonstruktion des östlichen Widerlagers vorgenommen.

Die Folge: Die bisherige Verkehrsführung musste geändert werden. Und weil sich die Ausfahrt „Im Rinschenrott“ dadurch verkürzte, wurde die Geschwindigkeit für die Dauer dieser Arbeiten auf 30 km/h reduziert.

Ziel der jetzigen Sanierungsarbeiten ist es, dass auf dem südlichen Teilbauwerk, also stadteinwärts, wieder zwei Fahrbahnen zur Verfügung stehen. „Wir planen mit dem Ende der aktuell laufenden Arbeiten noch im Jahr 2022, spätestens jedoch bis Ende Februar 2023“, sagt Hoppmann. Vielleicht hat dann auch der morgendliche Stau stadteinwärts ein Ende.

Göttingen: Arbeiten an den Brücke bis 2029 abgeschlossen

Die eigentliche Bauzeit zum kompletten Abriss und Neubau der beiden Brückenteile wird dann von 2026 an rund drei Jahre betragen, so die Auskunft der Behörde. Also bis ins Jahr 2028 oder 2029. Während der gesamten Bauzeit wird der Verkehr dann auf jeweils einer Richtungsfahrbahn geführt.

Für jede Richtung wird also auch während der Bauzeit durchgängig jeweils ein Fahrstreifen zur Verfügung gestellt werden können. Und die Kosten? „Unsere Schätzung geht aktuell von etwa 23,5 Millionen Euro aus“, so Hoppmann. Allerdings bleibe die weitere allgemeine Entwicklung abzuwarten. (Stefan Rampfel)

Seit Ende September 2022 ist die Godehardbrücke in Göttingen nach Bombensondierungen für Fußgänger wieder frei. In Niedersachsen sind 433 Brücken an Bundesfernstraßen baufällig, davon 226 Autobahnbrücken.

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