Beamte müssen Aktion abbrechen

Abschiebung in Göttingen durch Aktivisten verhindert 

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Mit Überresten der Tür wurde am Montag gegen die Abschiebung demonstriert.

Nach einer Rangelei mit Abschiebe-Gegnern musste die Polizei in Göttingen am Montag in den frühen Morgenstunden eine geplante Abschiebung eines 18-Jährigen in das Kosovo abbrechen.

Die Beamten leiteten Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstands ein. „Gesicherte Informationen zu anderen Verletzten liegen den Ermittlern bislang nicht vor“, heißt es im Polizeibericht. Unabhängig angebotene medizinische Hilfe sei vor Ort abgelehnt worden. Nach Angaben der Beamten lag für die Aktion eine „rechtskräftige Abschiebeverfügung“ vor.

Gegen 4.30 Uhr hatten Beamte die Wohnung des 18-Jährigen im Rosenwinkel angefahren. Vor Ort mussten die Einsatzkräfte feststellen, dass sich in der Wohnung mehrere Personen aufhielten und die Eingangstür sowie eine weitere Zugangstür offenbar von innen mit Gegenständen verbarrikadierten. 

Auf mehrmalige lautstarke Aufforderung, die Tür zu öffnen, erfolgte keine Reaktion. Nachdem auch die mehrmalige Androhung der zwangsweisen Türöffnung erfolglos blieb, setzten die Beamten schließlich eine Ramme ein. 

Dabei wurden in der Folge beide Zugangstüren beschädigt. „Durch die entstandenen Öffnungen sowie auch aus einem geöffneten Fenster heraus kam es im Anschluss zu Angriffen auf die davorstehenden Beamten“, heißt es im Polizeibericht. Die genaue Aufbereitung dieser Tatabläufe dauerte am Montag noch an.

Die Stadt Göttingen hatte zuvor beim zuständigen Amtsgericht Göttingen einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des 18-Jährigen erwirkt, um die geplante Abschiebung durchsetzen zu können.

Im Nachgang an die Aktion demonstrierten gegen 10.30 Uhr etwa 60 Personen vor dem Neuen Rathaus mit Redebeiträgen und Transparenten gegen die Abschiebung. Diese Aktion blieb nach Polizeiangaben ohne Zwischenfall.  bsc

Bereits ende letzten Jahres gab es einen ähnlichen Verhinderungsversuch in Witzenhausen.

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