1500 Euro Entschädigung

Biologe ejakulierte vor Studentin: Amtsgericht Göttingen verhängt acht Monate auf Bewährung

Das Amtsgericht Göttingen: Die Richter verurteilten einen Biologen wegen sexueller Nötigung zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe.
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Das Amtsgericht Göttingen: Die Richter verurteilten einen Biologen wegen sexueller Nötigung zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe.

Göttingen. Das Amtsgericht Göttingen einen 45-jährigen Biologen wegen eines sexuellen Übergriffs auf eine Studentin zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt.

Der Angeklagte habe die schutzlose Lage der jungen Frau ausgenutzt. Das Gericht setzte die Strafe zur Bewährung aus. Als Bewährungsauflage muss der Wissenschaftler 1500 Euro an die betroffene Studentin als Entschädigung für die erlittenen Folgen zahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte die Studentin, die ihm im vergangenen Mai bei einer Art Feldversuch in einem Waldgebiet unweit des Göttinger Nordcampus assistieren sollte, sexuell bedrängt und in ihrem Beisein onaniert und auf eine Fleischprobe ejakuliert hatte.

Der 45-Jährige hatte bestritten, sie angefasst zu haben. „Das ist eine Schutzbehauptung“, sagte der Vorsitzende Richter Oliver Jitschin. Die Studentin habe schlüssige Angaben gemacht und nachvollziehbar erklärt, „warum sie so reagiert hat und nicht anders reagieren konnte“.

Gericht: Studentin befand sich in schutzloser Lage

Nach Ansicht des Gerichts befand sich die Studentin in einer schutzlosen Lage. Das Waldstück befinde sich „mitten in der Pampa“ und sei von Hecken umgeben. Der Ort sei bewusst ausgewählt worden, damit keine Spaziergänger vorbeikommen und keine Hunde die Köder fressen. Die Studentin habe sich ausgeliefert gefühlt, weil sie ganz allein mit dem Angeklagten gewesen sei. Sie habe ausgesagt, dass sie völlig paralysiert gewesen sei, als er ihr die Hand auf den Po gelegt und zu onanieren begonnen habe.

Mit seinem Urteil blieb das Gericht knapp unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Bewährungsstrafe von neun Monaten gefordert hatte. Die Nebenklage hatte auf eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten plädiert, die Verteidigung auf Freispruch. Insgesamt bewertete das Gericht den Übergriff, der rund 20 Minuten gedauert habe, als minder schweren Fall.

Biologe nicht mehr an Universität tätig

Das Gericht billigte ihm zu, dass er ein wissenschaftliches Interesse an einem Versuch mit Sperma gehabt habe. Man glaube ihm aber nicht, dass er der Studentin mitgeteilt habe, dass er einen Versuch in dieser Form und an diesem Tag unternehmen wollte. Die Studentin sei davon ausgegangen, dass nur die in dem Gelände ausgelegten Fleischproben ausgewechselt werden sollten.

Nach Angaben eines Hochschulsprechers ist der Biologe nicht mehr an der Universität tätig. Das Arbeitsverhältnis sei zum Ende des Jahres 2017 geendet. Für das Sommersemester 2018 sei ein Lehrauftrag geplant gewesen, der nach Bekanntwerden der Vorwürfe in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst worden sei.

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