Podiumsdiskussion zu Flüchtlingen in der Region

Appell bei Gesprächsrunde: Flüchtlinge sind eine Chance

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Diskutierten über Flüchtlingsfragen: (von links) Jörg Jäger, Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedlands Lagerleiter Heinrich Hörnschemeyer, Michael Matrian vom THW-Landesverband, Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler und Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte.

Göttingen. Beispiele für Integration wurden am Dienstagabend bei einem Podiumsgespräch in Göttingen vorgestellt. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hatte dazu eingeladen.

Im Hotel Freizeit In wurde über die Frage „Wie gehen wir mit den Flüchtlingen um?“ diskutiert. 

Das Schicksal der Flüchtlinge bewege wohl jeden, sagte Moderatorin Sybille Bertram vor etwa 80 Menschen Zuhörern. Verfolgt von Terror oder Armut seien die unzähligen Menschen, die ihre Heimat verließen. „Wie lange geht das noch so weiter? Wie lange schaffen wir das noch“ - angesichts des ungeheuren Flüchtlingsstromes seien diese Fragen nicht wegzuschieben.

20 externe Standorte zur Entlastung von Friedland

Auch langfristig bleibe das Thema präsent für die Schulen, für Wohnungs- und Arbeitsmarkt. Allein im Grenzdurchgangslager Friedland, ausgelegt für 700 Menschen, seien bis vor wenigen Wochen 3500 Flüchtlingen beherbergt worden. Mit 20 externen Standorten, die Land und Kommunen kurzfristig eingerichtet hätten, habe die Belegung auf 1500 reduziert werden können, berichtete Standortleiter Heinrich Hörnschemeyer.

Er kündigte an, dass es bald gelinge, alle Flüchtlinge tagesaktuell zu registrieren. Das verkürze für sie den Aufenthalt in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Langen Atem für die Integration wünschte er sich von den Kommunen.

Zuversichtlich zeigte sich Michael Matrian, Referatsleiter Einsatz beim Landesverband Bremen/Niedersachsen des Technischen Hilfswerks (THW), trotz 90 000 geleisteter Einsatzstunden für die Flüchtlinge seit September. „Es klappt wunderbar“, beschrieb er die ehrenamtliche Hilfe. Ein Beispiel für Integration biete der THW-Ortsverband Sarstedt südlich von Hannover. Dort sind 15 Flüchtlinge als Praktikanten aktiv. „Der Markt ist leer“, benannte Matrian das Problem bei Aufstockung von festen Stellen.

Beeindruckt zeigte sich Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte davon „wie fantastisch“ Haupt- und Ehrenamt zusammenwirkten. Kritik äußerte das Stadtoberhaupt daran, dass das Geld vom Bund über das Land nicht schnell genug an die Kommunen weiterfließe.

Offene Diskussion über Weihnachtsfeier

In der offenen Diskussion teilten Zuhörer und Podium das Bedauern darüber, dass das Land die offizielle Weihnachtsfeier im Grenzdurchgangslager abgesagt hatte. Die Entscheidung sei in der Zeit der extremen Überbelegung gefallen, begründete Hörnschemeyer.

„Dass wir ganz offen weiter diskutieren“, aber Konflikte „nicht auf dem Rücken der Flüchtlinge austragen“, wünschte sich Matrian. Trotz der Flüchtlinge müsse auch Geld für ein neues Spielgerät oder zum Ausbessern von Schlaglöchern da sein, sprach Nolte für die Kommunen. Im Sinne der Willkommenskultur appellierte Bundestagsmitglied Fritz Güntzler (CDU) an die Menschen, die Neuankömmlinge als Chance zu sehen und nicht als Risiko.

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