55-Jähriger in Untersuchungshaft

Ehemaliger Göttinger Arzt soll 13-Jährige missbraucht haben

Göttingen. Ein ehemaliger Arzt aus Göttingen, der mehrfach durch spektakuläre Aktionen auch international für Schlagzeilen gesorgt hat, muss sich demnächst vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat den 55-jährigen Allgemeinmediziner wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt.

Der Mann praktiziert bereits seit längerer Zeit nicht mehr und soll zuletzt ohne festen Wohnsitz gewesen sein.

Er soll ein 13-jähriges Mädchen aus Göttingen mehrfach missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft legt ihm insgesamt 21 Fälle zur Last, darunter fünf Fälle von schwerem sexuellem Missbrauch. Der Mediziner wurde Ende vergangenen Jahres festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen waren nach einem Hinweis der Eltern in Gang gekommen. Die Polizei habe daraufhin an mehreren Orten Durchsuchungen vorgenommen, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Das 13-jährige Mädchen soll den ehemaligen Mediziner beim Spazierengehen kennen gelernt haben. Zu den Missbrauchshandlungen soll es zwischen Juni und Dezember vergangenen Jahres gekommen sein, teilweise sollen die Treffen im Freien stattgefunden haben.

Der 55-Jährige soll dem Mädchen auch mehrfach pornographische Abbildungen und Darstellungen gezeigt oder als E-Mail zugesandt haben. In einer ersten Vernehmung nach seiner Festnahme habe der Arzt die Vorwürfe bestritten, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Andreas Buick. Der Prozess soll Ende Mai beginnen.

Der 55-Jährige betrieb früher eine Arztpraxis in Göttingen. 1998 verurteilte ihn das Amtsgericht Göttingen zu einer Geldstrafe, weil er im Gerichtsgebäude mit einer Schreckschusspistole hantiert und sich aus Protest gegen das Gesundheitsstrukturgesetz eine Treppe heruntergestürzt hatte. Später war der Mediziner mehrere Jahre für internationale Hilfsorganisationen in Asien aktiv. (pid)

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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