Literarisches Zentrum

Atai, Yücel und Neubauer kommen

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Programm des Literarischen Zentrums ist stark politisch ausgerichtet.

Das Literarische Zentrum zollt dem Zeitgeist Tribut und hat ein politisch ausgerichtetes und auch dank herausragender Gäste spannendes Programm bis Ende Januar zusammengestellt.

Das wird ein politischer Winter im Literarischen Zentrum. Die Macherinnen des Literaturhauses in Göttingen zollen nämlich – gerne und bewusst – dem Zeitgeist Tribut, haben ein politisch ausgerichtetes und auch dank herausragender Gäste spannendes Programm bis Ende Januar zusammengestellt.

„Es ist kein Zufall, dass wir diesmal stark politisch ausgerichtet sind“, berichtet Anja Johannsen. Die Geschäftsführerin des Literarischen Zentrums sagt auch, dass „die Zeit das einfach erfordert“. Dennoch: Es gibt auch andere, herausragende Veranstaltungen im Literarischen Zentrum Göttingen bis zum Ende des Jahres.

Golinea Ati macht den Auftakt 

Aber der Reihe nach. Politisch wird es schon am Donnerstag, 14. November, wenn eine aus dem Fernsehen bekannte wie kompetente Journalistin im Literarischen Zentrum zu Gast ist: Golinea Atai berichtete lange als Korrespondentin für die ARD aus Moskau.

„Seit dem "Anschluss" der Krim, sagt Atai, erfindet sich Russland neu: als eine Großmacht, die chauvinistisch spricht und aggressiv handelt“, schreibt Atai. Sie wird ab 20 Uhr mit der Osteuropa-Historikerin Kirsten Bönker über ihr Buch „Die Wahrheit ist der Feind – Warum Russland so anders ist“, sprechen.

Journalist Deniz Yücel spricht über Haft

Im „Stadtlabor“ wird einen Tag später, Freitag, 15. November, Zain-Alabidin Al-Khatir über sein Buch „Ums Überleben kämpfen“ und seine Flucht aus dem Sudan über Lybien nach Deutschland sprechen. Er gibt aktuelle Einblicke in die Grenzpolitik Nordafrikas.

Auch der nächste Gast verspricht brisante Einblicke: Der lange in der Türkei inhaftierte Journalist Deniz Yücel schildert in „Agentterrorist“ sehr persönlich das Geschehen hinter Gittern. Als Agentterrorist hatte ihn Erdogan bezeichnet.

Dennoch: Yücel berichtet auch von der anderen Türkei, von offenen Menschen, der Lebensfreude und der politisch aufgeklärten. Yücel gastiert am Freitag, 22. November, im größten Uni-Hörsaal, ZHG 011.

Unpolitisch ist auch Miljenko Jergovic nicht, er gilt als einer der wichtigsten, zeitgenössischen Schriftsteller Ex-Jugoslawiens. Sein Roman „Ruth Tannenbaum“ spielt zwischen 1918 und 1941. Am Dienstag, 26. November, moderiert Doris Akrap (taz), Mirna Zeman übersetzt und aus dem deutschen Text liest Christian Dinger.

Vertauschte Lebensorte

Die Veranstaltung ist Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, aus der eine weitere Lesung entstanden ist: Die israelische Künstlerin und Sängerin Yael Nachshon Levin und die deutsche Journalistin Anja Reich sind Nachbarinnen in Berlin – und sie haben sich Briefe geschrieben über ihre vertauschten Lebensorte, denn Anja Reich arbeite als Korrespondentin in Tel Aviv. Am Freitag, 29. November, ab 20 Uhr werden sie aus dem Briefband „Getauschte Heimat“ lesen. Dazu singt Yael Nachshon Lieder aus ihrem Album „Close Your Eyes“.

Um das Verbot der aktiven Sterbehilfe oder generell um das Thema, wann wir beginnen über das Thema Tod zu sprechen diskutieren am Dienstag, 3. Dezember, die Philosophin Ina Schmidt und der Göttinger Palliativmediziner Bernd Alt-Epping.

Klima ist auch Thema

Neu – und thematisch brandaktuell – ist auch die Reihe Climate Care: Sie beginnt mit der Mitinitiatorin von Fridays for Future Luisa Neubauer und dem Politökonomen Alexander Repenning

Ihr gemeinsames Buch „Vom Ende der Klimakrise“ ist zugleich ein Bericht aus der Fridays-Bewegung, ein Sachbuch, ein Aufruf zur großen sozial-ökologischen Transformation und Zeichen für das Machbare durch Aktivisten. Termin: Dienstag, 10. Dezember. Eintritt für den Werkraum, Göttingen ist frei.  

Kartenvorverkauf: www.literarisches-zentrum-goettingen.de

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