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Standpunkt zur Bombenentschärfung: Routiniert im Umgang mit tödlicher Gefahr

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Von: Thomas Kopietz

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Kampfmittelspezialisten: Die Sprengmeister Thorsten Lüdeke (links) und Marcus Rausch können nun mit ihrem Team ihre eigentliche Arbeit beginnen.
Erfolg auf voller Linie: Die Sprengmeister Thorsten Lüdeke (links) und Marcus Rausch und ihr Team vom Kampfmittelbeseitigungsdienst haben am Wochenende erfolgreich fünf Weltkriegsbomben in Göttingen entschärft. © Stefan Rampfel

Fünf Weltkriegsbomben werden in Göttingen erfolgreich entschärft. Ein ausdrückliches Lob an die Bombenentschärfer, die Stadt, alle Helfer und Anwohner. Dazu ein Standpunkt von HNA-Redaktionsleiter Thomas Kopietz.

Göttingen – Die Stadt Göttingen und die Göttinger atmen tief durch: Es ist gut gegangen. Das Sprengen von fünf im Boden der Weststadt liegenden Weltkriegsbomben am Samstag (30.07.2022) hat keine Personenschäden verursacht. Die Entschärfung, besonders die Sprengung, sorgt bei vielen Göttingern für ungute Gefühle.

Nur allzu präsent ist die mächtige Detonation mit ihren schlimmen Folgen, dem Tod dreier Experten vom Kampfmittelräumdienst Niedersachsen aus 2010. Die Bombe explodierte fast exakt dort, wo nun zwischen Schützenplatz und Leine die fünf Bomben lagen.

Experten der Bombenentschärfung: Routiniert im Umgang mit tödlicher Gefahr

HNA-Redaktionsleiter Thomas Kopietz.
HNA-Redakteur Thomas Kopietz kommentiert die erfolgreiche Bombenentschärfung. © Privat

Der Einsatz in Göttingen ist deshalb auch für die Bombenentschärfer weit mehr als Routine – Anspannung und Konzentration sind für sie dort größer als andernorts. Dennoch haben sie erneut großartige Arbeit geleistet, wie so oft – auch nach der Katastrophe von 2010.

Sie, die ihre Leben bei jeder Entschärfung und Sondierung riskieren. Sie tun es für die Allgemeinheit, die Gesellschaft. Eine entsprechende finanzielle Honorierung aber erhalten sie nicht. Letztlich sind die Männer Positiv-Verrückte, die sich für ihre lebensgefährliche Arbeit begeistern.

Diese Experten vom Kampfmittelräumdienst sind sich ihrer Verantwortung und des Risikos durchaus bewusst – auch daran erinnert sie Göttingen immer wieder. Die Öffentlichkeit sollte den Wert derer erkennen und wertschätzen, ebenso aber auch die Arbeit vieler Hundert Helfer, ob ehren- oder hauptamtliche.

Bombenentschärfung in Göttingen: Lob auch an Stadt, Einsatzstab, Helfer und Anwohner

Ohne sie ginge all das nicht. Ein Lob geht auch an die Stadt und alle Mitwirkende im Einsatzstab. Sie haben einen ausgezeichneten Job gemacht. Der Stab hat die Aktion, die in der gezielten Detonation von 2500 Kilogramm Sprengstoff endete, akribisch vorbereitet und dabei Erfahrungen genutzt.

Sie profitieren auch davon, dass die Menschen in Göttingen und besonders in der Weststadt auch die Unannehmlichkeiten beinahe klaglos mittragen. Sie haben Routine im Umgang mit der Bombengefahr entwickelt, folgen fast ausnahmslos den Anweisungen.

Diesen stoischen Umgang mit Evakuierungen und Sprengungen werden sie weiter benötigen: Denn noch gibt es allein in der Weststadt mehr als 70 Verdachtspunkte. (tko)

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