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Nach Bombensprengung in Göttingen: Schutzwall wird abgebaut

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Von: Raphael Digiacomo, Thomas Kopietz

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Fünf Weltkriegsbomben zu je 500 Kilo werden in Göttingen Ende Juli gesprengt. Nun beginnt der Rückbau des Schutzwalls aus Containern und Sandsäcken.

Göttingen – 2500 Kilo Sprengstoff detonierten mit einem mächtigen Knall am vergangenen Samstag (30.07.2022) exakt um 21.35 Uhr in einer kontrollierten und mit dieser Menge zuvor noch nicht abgelaufenen Dreifach-Detonation in Göttingen: erst drei 500-Kilo-Bomben, dann mit jeweils sekündlichem Abstand zwei weitere. Wir berichteten dazu im Live-Ticker.

Die Sprengung der Blindgänger, die sechs Meter tief im Untergrund zwischen S-Arena am Schützenplatz und Leine-Ufer in der Weststadt lagen, durch die Experten vom Kampfmittelräumdienst Niedersachsen verlief wie geplant. Befürchtete Schäden, besonders an der 3500-Zuschauer-Halle Sparkassen-Arena, blieben aus. Darüber waren alle Beteiligten, besonders die Stadt Göttingen im Nachhinein glücklich.

Rückbau von Schutzwall nach Bombensprengungen in Göttingen

Gab es anfangs von dem bombastischen Spektakel nur unscharfe Fotos aus der Ferne, so legte die Stadt am Freitagnachmittag nach und veröffentlichte eindrucksvolle Bilder – aufgenommen von einer Drohne, die über dem Ort der Sprengung kreiste. Ein Video und Fotos werden von den Einsatzkräften auch zur Auswertung der Aktion verwertet.

Mächtiger Knall: Kontrollierte Sprengung von fünf amerikanischen Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, die als Blindgänger sechs Meter tief im Boden der Göttinger Weststadt lagen. Zuvor waren 78 Container als Schutzwände – auch für die nahe S-Arena (rechts) – aufgestellt worden.
Mächtiger Knall: Kontrollierte Sprengung von fünf amerikanischen Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, die als Blindgänger sechs Meter tief im Boden der Göttinger Weststadt lagen. Zuvor waren 78 Container als Schutzwände – auch für die nahe S-Arena (rechts) – aufgestellt worden. © Stadt Göttingen

Gleichzeitig verändert die Stadt die in dieser Woche weiter geltenden Sperrzonen um den Ort des Geschehens. Ab Samstag, 6. August, versetzt der Baubetriebshof die Absperrungen der Sperrzone weiter nach hinten. Zugleich ist damit die Sparkassen-Arena wieder nutzbar.

Ebenfalls am Samstag baut das Technische Hilfswerk (THW) die große Schutzplane an der Frontfassade der S-Arena ab. An diesem Wochenende, 6. und 7. August, beginnt die Berufsfeuerwehr auch damit, Wasser aus Containern abzupumpen. Jeder ist mit 24.000 Liter gefüllt. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Mittwoch, 10. August, dauern.

78 Übersee Container schützen Sprengmeister und Umgebung vor den Bombenexplosionen

Ab Montag und bis Mittwoch wird die Spezialfirma Bloedorn die insgesamt 78 Übersee-Container abbauen und abtransportieren. Sie waren zum Schutz und gegen die Wucht der Druckwelle und Sprengreste gezielt platziert worden waren. Ein Plan, der voll aufging.

Sprengung der ersten drei Bomben in Göttingen zwischen Schützenplatz und Leineufer. 78 mit Wasser gefüllte Container waren als Schutzwälle aufgestellt worden.
Sprengung der ersten drei Bomben in Göttingen zwischen Schützenplatz und Leineufer. 78 mit Wasser gefüllte Container waren als Schutzwälle aufgestellt worden. © Stadt Göttingen

Gesperrt bleibt aber voraussichtlich bis zum Ende der kommenden Woche die Leine zwischen Hagenwegbrücke und Otto-Frey-Brücke. So sind mehrere der zum Schutz gegen die Detonationen aufgestellten Big Bags in die Leine gefallen und stellen laut Stadtverwaltung eine Gefahr für Wassersportler dar.

Das Technische Hilfswerk (THW) prüft am Samstag, 6. August, vor Ort Möglichkeiten der Bergung. Nach Entfernung von Containern und Big Bags kann voraussichtlich die Freigabe der Leine erfolgen. Das THW hatte mehrere hölzerne Abdeckungen zum Schutz vor den Bombenexplosionen gebaut.

Bombensprengungen in Göttingen: Krater müssen wieder aufgefüllt werden

Ab Donnerstag sollen die Bombentrichter wieder verfüllt werden, die Oberfläche aufbereitet werden. Die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB), die Stadtwerke und die Stadt mit der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GöSF) verfüllen ab Donnerstag die infolge der Sprengungen entstandenen „Krater“ im Boden. Die Beteiligten teilen sich die Kosten.

Bis das alles fertig ist, wird es noch ein wenig dauern, denn bis zum Beginn der Heizperiode muss die Gashochdruckleitung der Stadtwerke wieder hergestellt werden. Ganz am Ende wird die Baustraße über die Skater-Anlage entfernt und diese wieder freigegeben.

Nach der Sprengung von fünf Bomben in Göttingen: Container stürzten um oder verkanteten sich.
Nach der Sprengung von fünf Bomben in Göttingen: Container stürzten um oder verkanteten sich. © Stadt Göttingen

Wichtig: Die Godehardstraße bleibt weiter gesperrt. Das hängt aber nicht mit den Bomben-Ereignissen zusammen, denn dort wird der Fernwärmeausbau vorangetrieben, eine Aufgabe der die Stadtwerke zurzeit mit Hochdruck nachkommen. (tko/rdg)

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