Samstagnachts in der Unistadt

Die Party steigt im Netz: So feiert Göttingen während der Coronavirus-Pandemie

Feiern die Party einfach im Netz: DJ Chris Decay und Alpenmax-Chef Karsten Epler.
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Feiern die Party einfach im Netz: DJ Chris Decay und Alpenmax-Chef Karsten Epler.

Das Corona-Virus wirkt sich auch auf das Göttinger Nachtleben aus. Allerdings gibt es kreative Köpfe, die sich etwas einfallen lassen.

  • Die Coronavirus-Pandemie trifft auch das Göttinger Nachtleben.
  • Clubbetreiber sorgen sich um Einnahmen.
  • Die Party steigt im Netz.

Göttingen - Die Nachricht hatte am Freitagnachmittag (13.03.2020) eingeschlagen wie eine Bombe: Veranstaltungen mit über 100 Personen sind ab Samstag (14.03.2020) in Göttingen wegen des Coronavirus verboten. Was das genau für den Alltag bedeuten sollte, war da den meisten aber noch nicht klar.

So haben wir uns am Samstagabend (14.03.2020) auf den Weg in die Unistadt gemacht. Was als Erstes ins Auge sticht: Auffällig viele Parkplätze, unter anderem an der Bürgerstraße, sind leer. Sonst ist es hier gegen 21 Uhr schwieriger, noch einen Platz zu ergattern.

Göttingen: Coronavirus verändert das Nachtleben drastisch

Unser Weg führt unter anderem zum Sausalitos – einem nicht nur bei Studenten beliebten Hotspot. Bereits vor dem Laden begegnen wir vier Personen. „Nichts zu machen“, berichten sie. Die Vorgabe wegen des Coronavirus ist klar: 100 Personen maximal im Restaurant. An einem Samstagabend ist das schnell erreicht.

Jemand, der zwar nicht in seinem Alpenmax das Partyvolk begrüßen darf, dafür aber die Party zu den Menschen nach Hause bringt, ist Karsten Epler. Vor dem Alpenmax am Zentralcampus ist an einem Samstagabend wie heute gegen 23 Uhr die Hölle los. 

Coronavirus: In Göttingen steigt die Party im Netz

Heute hört man zwar auch von außen Musik, drinnen sind aber nur einige Mitarbeiter. „Da wir nicht öffnen dürfen, haben wir spontan einen Stream eingerichtet“, erzählt Epler. Konkret bedeutet das: über das Internetportal Twitch kommt die Party in Göttingen zu allen, die teilnehmen möchten, kostenlos nach Hause. Das sorgt zwar für keinen Umsatz. Sein Ziel, Menschen mit guter Laune anzustecken, erreicht Karsten Epler damit aber ohne Zweifel. 

„Wir wollen das freitags und samstags so lange anbieten, wie wir nicht aufmachen können“, erklärt der Alpenmax-Chef. In der kommenden Woche soll im Livestream außerdem die Möglichkeit angeboten werden, kleine Spenden zu schicken. Das hat einen ernsten Hintergrund während der Coronavirus-Pandemie. 

Coronavirus trifft das Nachleben in Göttingen

„Nicht nur für uns, sondern auch für unsere DJs, das Reinigungspersonal, 450 Euro-Kräfte, die Marketingfirma oder den Sicherheitsdienst ist das momentan eine schwierige Situation“, erklärt Epler. Das Geld soll dann mit den DJs, die Auflegen, geteilt werden.

Interaktion mit den Zuschauern: Im Twitch-Stream kann das Partyvolk kommentieren - und freut sich über den HNA-Besuch.

Auflegen, das ist genau das Ding des heute anwesende DJ Chris Decay. Wer die Alpe in Göttingen kennt, der kennt auch den DJ, der bereits in zahlreichen europäischen Clubs aufgelegt hat. Sein Können verbunden mit der Interaktion von Karsten Epler mit den Twitch-Zuschauern im Chat sorgt für Laune an einem der wohl denkwürdigsten Samstag-Abende der vergangenen Jahrzehnte.

Apropos Denkwürdig: Ganz gleich, wo man an diesem Abend hinkam: Corona ist das dominierende Thema. Nicht zuletzt auch, da in der Stadt Göttingen selbst am Samstag der erste bestätigte Fall gemeldet wurde. Auch wenn in vielen Läden diverse Artikel vergriffen waren: Die Menschen zeigten sich relativ entspannt, wohl aber sensibilisiert. Und das ist auch gut so.

Das Coronavirus breitet sich in Niedersachsen immer weiter aus. Die Landesregierung spricht über den Katastrophenfall.

Twich: Das Partyvolk in Göttingen kann während des Coronavirus im Netz feiern

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