Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen

Datenschutz sorgt viele Unternehmer und Handwerker

Göttingen. Unternehmer fürchten ein Datum: Ab dem 25. Mai gilt die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO). Daraus resultieren klare Anforderungen.

Ein Damoklesschwert ist es zwar nicht, was da über den Köpfen vieler Klein-, Mittel- und Großunternehmer schwebt. Aber die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) treibt vielen Chefs von Klein- und Mittelständischen Betrieben Sorgenfalten und Angstschweiß auf die Stirn.

Info-Veranstaltungen von Kreishandwerkerschaft und der Handwerkskammer Hildesheim zum Thema sind der Renner. „Wir mussten viele Stühle zusätzlich stellen“, berichtet Hendrik Boeker von der Handwerkskammer.

„Das ist ein brennendes Thema für viele“, weiß Andreas Gliem, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen. Die Mitglieder sind beunruhigt. „Vor allem, weil es sich um eine unverzüglich gültige Verordnung handelt, ab dem 25. Mai“, verdeutlicht Gliem. Ein Datum, das viele Unternehmer nervös macht.

Denn: Dann muss jedes Unternehmen die Vorgaben in den Unternehmensalltag integrieren, wie zum Beispiel bei einer Betriebsgröße von mehr als neun Mitarbeitern die Installierung eines Datenschutzbeauftragten. Bei Nichtbeachtung drohen zum Teil drastische Bußgelder oder unliebsame Abmahnungen.

Davor haben viele Unternehmer Angst. Verständlich aber nicht unbedingt angebracht, meint Andreas Gliem. Denn vor allem die Kleinbetriebe könnten wohl nicht so schnell mit Kontrollen durch die Landesdatenschutzbeauftragte Barbara Thiel und ihre kleine Mannschaft rechnen.

Bevor jetzt alle schnell einen Datenschutzbeauftragten installieren, sollten laut Gleim alle Unternehmen zunächst ihre Homepage überprüfen: „Zentrale und schnell zu überprüfende Frage ist: Gibt es ein Impressum und eine Datenschutzerklärung? Beides ist zwingend erforderlich und fix umzusetzen.“ Ebenso eine Verschlüsselung der Kundendatenübertragung mittels Kontaktformular.

All das kann schnell überprüft werden, von Juristen und Abmahnbüros. „Da wittern schon einige das Geschäft“, meint Andreas Gliem.

Im Umgang mit Kundendaten ist ab 25. Mai zu beachten, dass sie im Betrieb dokumentiert werden müssen. „Das ist für viele ein großer Aufwand“, betont Gliem. Der Anfang sei schnell gemacht, „Datenschutzordner anlegen und pflegen.“

Alleingelassen werden die Handwerker mit der DS-GVO aber nicht: Hilfe gibt es von der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen und der Handwerkskammer in Form von Kontaktadressen, Gesprächsangeboten und Info-Veranstaltungen sowie vom Zentralverband des Deutschen Handwerks, der eine Checkliste anbietet.

Andreas Gliem jedenfalls rät allen Unternehmern: „Informiert Euch!“ Auf Gliems Tisch liegen Info-Blätter für seine Mitarbeiter bereit – zur DS-GVO.

Hintergrund

Unterstützung finden Unternehmen in Institutionen wie Kammern, Vereinigungen oder im Internet. Sowohl die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen als auch die Handwerkskammer Hildesheim bieten eine Einzel-Beratung an. Bei der Kammer sind sie kostenlos, bei der Kreishandwerkerschaft kostet sie 45 Euro. Zudem gibt es öffentliche, kostenlose Info-Veranstaltungen zur Datenschutz-Grundverordnung. Unternehmen können sich bereits von extern Leistungen, wie die des Datenschutzbeauftragten, einkaufen. Kosten: etwa 3000 Euro/Jahr.

Bei manchen Anbietern wie TÜV und DEKRA stehen Anfrager Schlange, sagt Andreas Gliem.

Informationen/Kontakt: Kreishandwerkerschaft, Tel. 0551/50760-0, info@handwerk37.de; Handwerkskammer: Hendrik Böker, Tel. 05121/162114, hendrik.boeker@hwk-hildesheim.de

Rubriklistenbild: © Archivfoto:  Kopietz

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