"Our House OM10"

Deutschkurse für Flüchtlinge im besetzten Gewerkschaftshaus

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Frühere Gewerkschaftshaus Obere-Masch-Straße: Es ist seit Anfang November von der Gruppe „Our House OM10“ besetzt. Jetzt werden dort auch Sprachkurse angeboten.

Göttingen. Im November wurde ein früheres Gewerkschaftshaus an der Obere-Masch-Straße in der Göttinger Innenstadt besetzt. Dort gibt es jetzt Deutschkurse für Flüchtlinge.

Auf dieses Angebot verweist die Gruppe „Our House OM10“, die die Besetzung organisiert hat. Für die Kurse zeichnet die Gruppe „Conquer Babel“ verantwortlich, die im Februar als studentische Initiative startete.

Geboten werden Dolmetschdienste, Treffpunkte wie das Café-International oder das Frauen-Frühstück, Begleitungen bei Behördengängen und zertifizierte Deutschkurse. Da wegen der wachsenden Nachfrage ihre bisherigen Räume nicht mehr ausreichen, finden die Gruppe nun in dem besetzten Haus in der Oberen Maschstraße 10 nach eigener Aussage ideale Bedingungen für ihre Kurse vor.

Der Deutschunterricht im Vorkurs 1 findet für zehn Teilnehmer täglich von 16 bis 18 Uhr im Saal, dem Veranstaltungsraum in der OM10 statt. Die in der Regel zertifizierten Lehrer sind meist selbst mit einer Fremdsprache als Muttersprache aufgewachsen und arbeiten ehrenamtlich. Daneben sind auch Deutschkurse von der Alphabetisierung bis hin zur Stufe B2 für Fortgeschrittene im Angebot.

Die meisten bezahlten Deutschkurse sind durch Vorgaben der Agentur für Arbeit sowie des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge weitgehend auf Neuankömmlinge aus Syrien, Irak und Eritrea beschränkt. Deshalb sind die Menschen aus anderen Herkunftsländern auf Deutschkurse von Ehrenamtlichen angewiesen. Bereits seit Beginn der Besetzung unterstützen Dolmetscher von „Conquer Babel“ die Fluchthilfegruppe bei ihren nächtlichen Einsätzen im Göttinger Bahnhof, wenn gestrandete Geflüchtete angesprochen, informiert und beraten werden. Für Kurse bietet nun das besetzte Haus Möglichkeiten.

Der Eigentümer des Hauses, die Vermögens- und Treuhand-Gesellschaft (VTG) des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), duldet die Besetzung und Nutzung für die Flüchtlingsarbeit. Verständnis für die Besetzungsaktion, die am 5. November begonnen hat, zeigten bereits die Göttinger SPD, die Grünen, die Piratenpartei und die Göttinger Linke.

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