Göttingen

Im Internet bestellt: Frau soll über Dritte Drogen im Gefängnis verkauft haben

Der Eingang zum Landgericht Göttingen
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier hat in dieser Woche der Prozess gegen ein Duo begonnen.

Eine 37-Jährige Frau muss sich nun vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Sie soll Drogen im Internet bestellt und über Dritte im Gefängnis verkauft haben.

Göttingen – Wegen gewerbsmäßigen Handeltreibens mit neuen psychoaktiven Stoffen muss sich seit Mittwoch, 01.10.2020, eine 37 Jahre alte Frau aus Göttingen vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, zwischen Januar 2019 und April 2020 in neun Fällen über das Internet so genannte neue psychoaktive Stoffe erworben und anschließend damit Handel getrieben zu haben.

Die Substanzen seien dann über dritte Personen in mehreren Justizvollzugsanstalten weiterverkauft worden. Außerdem soll sie in drei weiteren Fällen mit einem 32-jährigen Mitangeklagten weitere Mengen dieser psychoaktiven Stoffe bestellt haben. Diese gelangten allerdings nicht mehr in den Weiterverkauf, da sie vorher von der Polizei beschlagnahmt wurden.

Drogen aus Polen: Weiterverkauf in drei Justizvollzugsanstallten

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Angeklagte die neuen psychoaktiven Stoffe jeweils bei Anbietern in Polen bestellt haben. Laut Anklage soll es sich dabei um synthetische Cannabinoide gehandelt haben, die zu einem Gesamtpreis von knapp 3000 Euro erworben wurden. Die psychoaktiven Stoffe seien dann über Dritte in den Justizvollzugsanstalten Hannover, Rosdorf und Celle weiterverarbeitet und weiterverkauft worden. Spätestens seit seiner Haftentlassung Anfang März habe sich auch der mitangeklagte 32-Jährige aktiv am Verkauf beteiligt. Beide Angeklagte hätten sich dadurch eine Einnahmequelle verschaffen wollen.

Die Polizei hatte die Angeklagten Anfang April festgenommen, beide befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Die 37-Jährige sitzt in der Justizvollzugsanstalt für Frauen in Hildesheim ein, der 32-Jährige ist in der JVA Rosdorf inhaftiert.

Polizei beschlagnahmt psychoaktive Substanzen - Beamte finden 70 Gramm in einer Wohnung

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden in ihrer gemeinsamen Wohnung rund 70 Gramm der psychoaktiven Stoffe beschlagnahmt. Kurz vor ihrer Festnahme hätten sie noch knapp 120 Gramm bestellt, diese Lieferung sei ebenfalls von den Fahndern beschlagnahmt worden. Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft sollen die sichergestellten Substanzen und Gegenstände ebenso eingezogen werden wie der Betrag, den die Angeklagten mit den angeklagten Taten erzielt haben sollen. Die Strafverfolgungsbehörde geht davon aus, dass die 37-Jährige mehr als 68.000 Euro erlangt hat, der 21-Jährige rund 5000 Euro.

Der Vorsitzende Richter gab zu Beginn des Prozesses bekannt, dass die Staatsanwaltschaft inzwischen eine weitere Anklage gegen zwei Männer und eine Frau erhoben habe, die ebenfalls mit diesen Taten im Zusammenhang stehen soll. Der nun gestartete erste Prozess wird im Oktober fortgesetzt und sich voraussichtlich bis November hinziehen. (Von Heidi Niemann)

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