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Drohbrief an jüdische Gemeinde in Göttingen: Stadt ruft zu Dialog der Religionen auf

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Von: Bernd Schlegel

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Erneut taucht ein Drohbrief in Göttingen auf. Diesmal ist die jüdische Gemeinde Empfänger eines Schreibens mit rechtsradikalen und antisemitischen Inhalten.

Göttingen – Nach dem Drohbrief an die türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde in Göttingen ist in dieser Woche ein Brief mit rechtsradikalen und antisemitischen Inhalten an die jüdische Gemeinde in der Uni-Stadt gegangen. Das nimmt Oberbürgermeisterin Petra Broistedt zum Anlass, die Mitglieder des „Dialogs der Religionen“ zusammenzurufen.

Zu der besonderen Runde, der in den vergangenen Jahren bereits vier Mal getagt hat, sind Vertreter der Religionsgemeinschaften und religiösen Gemeinden aus der Stadt und aus dem Landkreis Göttingen eingeladen.

Jüdische Gemeinde in Göttingen erhält Drohbrief: Antisemitismus und Rechtsextremismus offensichtlich

Die Synagoge in Göttingen: Bei der jüdischen Gemeinde ist ein Brief mit rechtsradikalen und antisemitischen Inhalten eingegangen.
Die Synagoge in Göttingen: Bei der jüdischen Gemeinde ist ein Brief mit rechtsradikalen und antisemitischen Inhalten eingegangen. © Bernd Schlegel

„Der interreligiöse Dialog dient dem Austausch. Er unterstreicht die Gemeinsamkeiten der Menschen und fördert das Miteinander. Das stärkt die Gesellschaft, wenn es darum geht, rechtsradikaler, islamfeindlicher und antisemitischer Hetze zu begegnen, sie wirksam zu bekämpfen und sich zu einer offenen und toleranten Gesellschaft zu bekennen“, sagt Broistedt.

„Dialog der Religionen“: Vier Treffen in Göttingen geplant

„Jüdisches Leben und der jüdische Glaube gehören zu Göttingen. Allein vor dem Hintergrund der Göttinger Geschichte im Nationalsozialismus verurteile ich jegliche antisemitischen Bedrohungen der jüdischen Gemeinden.“

Jüdisches Leben und der jüdische Glaube gehören zu Göttingen. Allein vor dem Hintergrund der Göttinger Geschichte im Nationalsozialismus verurteile ich jegliche antisemitischen Bedrohungen der jüdischen Gemeinden.

Oberbürgermeisterin Petra Broistedt

„Nur mit diesen klaren Bekenntnissen, an unserer Seite zu sein, können wir auch weiterhin eine offene Synagoge bleiben, die gerne Gäste empfängt“, betont der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Göttingen angesichts der Drohbriefe. Das Büro für Integration wird in Kürze zu dem Dialog-Treffen einladen.

Hakenkreuzschmierereien vor der Göttinger Moschee

Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) weis nach dem Schreiben an die Ditib-Gemeinde darauf hin, dass es sich bereits um den zweiten Vorfall mit rechtsradikalem Hintergrund handelt, denn erst vor etwa zwei Monaten waren Hakenkreuzschmierereien vor der Göttinger Moschee entdeckt worden. (Bernd Schlegel)

Verwandte Themen: Etwa 200 Teilnehmer gedachten Mitte November auf dem Platz der Synagoge in Göttingen den Opfern der Reichspogromnacht.

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