Stadt Göttingen ehrt Ex-Bürgermeister der Partnerstadt Wittenberg

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Köhler und ein Freund der Stadt Göttingen: Eckard Naumann (links) aus Wittenberg erhält die Ehrenurkunde von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler.

Göttingen. Die Stadt Göttingen hat den früheren Oberbürgermeister ihrer Partnerstadt Wittenberg, Eckhard Naumann, mit der Ehrenmedaille der Stadt ausgezeichnet. Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler überreichte die Auszeichnung an Naumann in der jüngsten Sitzung des Rats der Stadt.

Die beiden Städte sind seit 1988 Partner. „Die eigentliche Grundsatzentscheidung für diese Partnerschaft ist damals über die lokalen Köpfe hinweg zwischen Bonn und im Osten Berlins gefallen“, rief Köhler in Erinnerung. Doch nach dem Mauerfall habe sie sich sehr schnell mit Leben gefüllt: „Spontan und voller Sympathie füreinander. Wittenberg, die Geburtsstätte der Reformation, und Göttingen, Sitz der ersten Universität der Aufklärung.“

Eckhard Naumann wurde 1990 zum Oberbürgermeister gewählt und übte dieses Amt 25 Jahre aus. In diesem Vierteljahrhundert habe er sich stark für die Partnerstadt mit Göttingen engagiert, „als guter, ja bester Freund unserer Stadt, der in Göttingen stets ein äußerst gern gesehener Gast sein wird“, sagte Rolf-Georg Köhler.

Naumann sagte, er wünsche sich, dass die Partnerschaft jung bleibt. Der Osten brauche noch die gelebte Demokratieerfahrung.

Eigentlich sollte es aus Göttinger damaliger Sicht die Partnerschaft mit Wittenberg gar nicht geben: Favorit war die Händelstadt Halle an der Saale in Thüringen. Doch Halle hatte sich bereits mit Karlsruhe verbrüdert.

Im Januar 1988 kam die Partnerschaft mit Wittenberg ins Rollen: Eine Abordnung weilte in Göttingen. Im März reiste die Göttinger Delegation nach Wittenberg, an der Spitze Oberbürgermeister Artur Levi (SPD) und Oberstadtdirektor Hermann Schierwater (SPD). Die Gespräche wurden auch von der Stasi aufmerksam beobachtet.

Der Partnerschaftsvertrag schließlich wurde dann bereits im Mai 1988 vollzogen, sowohl in Göttingen als auch in Wittenberg. Richtig munter wurde das Partnerschaftleben nach November 1989. Mehr als 600 Göttinger fuhren im März 1990 mit dem Martin-Luther-Express an die Elbe. Im September 1990 kamen fast eben so viele nach Göttingen, feierten eine Party in der Uni. (zhp/tko)

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