Staffellauf auf dem Stadtwall

Eltern demonstrieren gegen die Verlegung der Göttinger Bonifatius-Grundschule

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Appellieren ans Rathaus, die Bonifatius-Grundschule nicht nach Geismar zu verlegen: Marina und Patrick Dreimann mit ihren Kindern Levi und Lucy sowie Veranstaltungsleiter Oliver Jitschin.

Göttingen: Mit einem Staffellauf haben junge Familien gegen die geplante Verlegung der katholischen Bonifatius-Grundschule nach Geismar protestiert.

Göttingen – Mit einem Staffellauf haben am Sonntag 38 junge Familien mit ihren Kindern gegen die geplante Verlegung der katholischen Bonifatius-Grundschule nach Geismar protestiert. Die Dauer-Demo zog sich von 9 bis 18.45 Uhr hin.

„Boni 1 – Unser Herz schlägt in der Innenstadt“ stand auf selbstgemalten Schildern. Und: „Reißt uns nicht raus“ oder „Kurze Beine, kurze Wege“. In drei Abschnitte hatte Veranstaltungsleiter Oliver Jitschin die Strecke auf dem Stadtwall geteilt. Jeweils 15 Minuten hatte eine Familie für ihren Abschnitt Zeit. Zu Fuß, mit Kinderwagen, Bobby-Cars und Laufrädern waren die Teilnehmer unterwegs. Am Ziel wartete jeweils die nächste Familie. Mit dem Ruf „Boni 1 bleibt“ über die Straße hinweg erfolgte die Übergabe.

Göttingen: Verlegung von Schule - Protestaktion

„Die Teilnehmer für unsere Protestaktion gegen die Pläne der Stadt hatten wir schnell zusammen“, erklärte Anne Jitschin, die den Lauf den ganzen Tag über unterstütze. Einige Familien, die nicht mitmachen konnten, kamen trotzdem und applaudierten am Wegesrand. Die Demonstranten suchten das Gespräch mit Passanten, warben um Unterstützung ihrer vor zwei Wochen gestarteten Online-Petition. Flugblätter hingen an Laternenmasten. Slogans waren mit Kreide auf die Straße gemalt.

Von der Innen- und der Südstadt aus gut zu erreichen: die Bonifatiusschule 1 in Göttingen.

„Mit dem Roller bin ich von zuhause aus in fünf Minuten in der Schule“, erklärte Drittklässler Levi, der mit seinen Eltern Patrick und Marina Dreimann sowie Schwester Lucy am Staffellauf teilnahm. „Nach Geismar müssten wir den Jungen mit dem Auto fahren“, ergänzte seine Mutter. 20 Minuten dauere das während des Berufsverkehrs und verursache den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid. Wie ihnen würde es vielen der insgesamt 140 Boni-1-Elternpaare gehen. Die meisten wohnten in der Innen- oder der Südstadt.

Göttingen: Verlegung von Schule - Verlust von Profil

„Die Plätze in unserer zweizügigen Grundschule sind begehrt“, betonte Veranstaltungsleiter Jitschin. Neben der Boni 1 gebe es in der Innenstadt nur noch die Albani-Grundschule. Die Elternschaft fürchte, dass die Boni 1 am neuen Standort an Profil verlieren werde. Der enge Kontakt zur katholischen Innenstadtgemeinde St. Michael werde sich lockern. Zudem gebe es in Geismar bereits eine Grundschule. „Uns ärgert, dass die Stadt ihr vor anderthalb Jahren gemachtes Bekenntnis zum Innenstadt-Standort brechen will“, erklärte Dreimann.

Die Geschichte der Bonifatius-Schule reicht bis in das Jahr 1772 zurück. 1972 wurde die Einrichtung in eine Grundschule in städtischer Trägerschaft und eine weiterführende Schule in Trägerschaft des Bistums Hildesheim geteilt. Die Stadt begründet den Standortwechsel mit anstehenden Sanierungsarbeiten im Altbau an der Bürgerstraße.

bonibleibt.jimdosite.com

Von Michael Caspar

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