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Göttingens Antwort auf die Energiekrise: Kreis und Stadt sparen Watt

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Von: Bernd Schlegel

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Stadt und Landkreis Göttingen sparen Strom und Gas. Auch Bevölkerung und Kommunen sollen Energieverbrauch senken, ein Internetportal gibt dazu Tipps.

Landkreis Göttingen – Stadt und Landkreis Göttingen sind sich einig: Jeder soll den Energieverbrauch mit Blick auf die Krise senken. Beide wollen dabei mit gutem Beispiel vorangehen. Landrat Marcel Riethig und Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (beide SPD) unterschrieben in dieser Woche den gemeinsamen Appell „Gemeinsam jetzt Energiesparen!“.

Mitunterzeichner sind die regionalen Energieversorger, darunter die Versorgungsbetriebe Hann. Münden, die Stadtwerke Göttingen und die EAM. Sie treffen mit Blick auf die aktuelle weltpolitische Situation und im Hinblick auf eine mögliche Gasmangellage Vorbereitungen für den Ernstfall.

Lange Liste mit Energiespar-Ideen: Stadt und Landkreis Göttingen sparen Strom und Gas

Rufen gemeinsam zum Einsparen von Energie unter dem Motto „Göttingen spart Watt“ auf: (von links) Stadtwerke-Vorstand Frank Wiegelmann, Oberbürgermeisterin Petra Broistedt, Landrat Marcel Riethig, Kreisrätin Marlies Dornieden und Erste Kreisrätin Doreen Fragel.
Rufen gemeinsam zum Einsparen von Energie unter dem Motto „Göttingen spart Watt“ auf: (von links) Stadtwerke-Vorstand Frank Wiegelmann, Oberbürgermeisterin Petra Broistedt, Landrat Marcel Riethig, Kreisrätin Marlies Dornieden und Erste Kreisrätin Doreen Fragel. © Bernd Schlegel

Zentraler Punkt ist die Einsparung von Strom und Gas, deren Verbrauch in Watt gemessen wird: „Damit schützen wir das Klima und sorgen für mehr Unabhängigkeit“, heißt es in der Erklärung.

„Der Krieg ist in Deutschland angekommen“, sagte Göttingens Landrat Marcel Riethig mit Blick auf die angespannte Energieversorgung, insbesondere beim Erdgas. Inzwischen gab es nach Angaben von Kreisrätin Marlies Dornieden (CDU) zwei Treffen zwischen Landkreis, Uni-Stadt und den öffentlichen Energieversorgern.

Dabei sei deutlich geworden, dass es im Ernstfall 110 bis 120 Unternehmen im Kreisgebiet gebe könne, die von einer Energiesperre betroffen sein könnten. Ausdrücklich ausgenommen von solchen Szenarien sind natürlich unter anderem Kliniken und Pflegeeinrichten, stellte Dornieden klar.

Energiekrise: Hilfsfonds sollen von Land, Kommunen und Energieversorgern finanziert werden

Gleichzeitig machte sie deutlich, dass die Energiepreise derzeit so stark explodieren, dass für zahlreiche Betroffene der Strom- und Gasverbrauch kaum noch zu finanzieren sei. Deshalb sei die Information über mögliche Hilfsangebote für viele so wichtig.

Foto: Hans-Peter Niesen, Projekt Mittendrin Inklusion Landkreis Göttingen
Marcel Riethig (SPD), Landrat des Landkreises Göttingen. © Niesen

Göttingens Oberbürgermeisterin Broistedt kündigte die Beteiligung am Hilfsfonds des Landes an, sobald die Details bekannt werden. Er soll je zum Drittel vom Land, den Kommunen und den Energieversorgern finanziert werden. Gleichzeitig sieht sie bei diesem wichtigen Thema weiterhin den Bund in der Pflicht.

Tipps und Tricks für Energiesparfüchse

Damit Herbst und Winter nicht allzu ungemütlich werden, muss schon jetzt mit dem Einsparen von Energie, also insbesondere Strom und Gas, begonnen werden. Deshalb gibt es auf einem speziellen Internet-Portal der Stadt Göttingen Tipps und Hinweise, wie dies möglich ist. Die Besonderheit: Sparfüchse können dort auch selbst ihre eigenen Tricks zum Einsparen veröffentlichen, damit auch andere von diesen Ideen profitieren.

Umstrittene Einsparmaßnahmen: Stadt Göttingen will das Badeparadies Eiswiese schließen

Die Stadt Göttingen will das Badeparadies Eiswiese bis auf das Gruppen- und Bewegungsbad schließen. Diese Überlegung sorgte am Wochenende für Aufsehen und auch Ablehnung. Doch die Liste der Ideen bei Landkreis und Stadt Göttingen ist noch viel länger. Denn beide wollen mit gutem Beispiel beim Sparen vorangehen.

Dementsprechend soll mit der Teil-Schließung im Badeparadies so viel Wärme eingespart werden, wie 350 Haushalte im Jahr verbrauchen. Die endgültige Entscheidung darüber wird der Rat treffen. Bereits umgesetzt wurden die Absenkung der Wassertemperatur in der Eiswiese um zwei Grad Celsius, die Temperaturabsenkungen in den Lüftungsanlagen, die Reduzierung der Heizungsanlagen und die Schließung der Außensaunen.

Stadt und Kreis Göttingen gibt Millionenbetrag für Energie aus

Es gibt noch eine weitere Spar-Idee, die laut Oberbürgermeisterin Petra Broistedt umgesetzt wird und durchaus für Kritik sorgen könnte: An der Lokhalle soll in diesem Winter auf die Eisbahn verzichtet werden, deren Betrieb viel Strom verbraucht.

Derzeit gibt allein der Landkreis Göttingen etwa vier Millionen Euro für Energie für die Kreishäuser, seine 29 Schulen und die zahlreichen Sporteinrichtungen aus. Dieser Betrag dürfte nun mehr als deutlich ansteigen. In den vergangenen Jahren wurde der Verbrauch in den Einrichtungen des Landkreises bereits so stark gesenkt, dass auf diesem Weg sechs Millionen Kilogramm Kohlendioxid eingespart wurden.

Doch dabei soll es natürlich nicht bleiben. Hier die weiteren Einspar-Ideen, die Göttingens Erste Kreisrätin Doreen Fragel (Bündnis 90/Die Grünen) vorstellte:

Ganz ähnlich agiert die Stadt Göttingen. Auch dort gibt es schon viele weitere konkrete Ideen:

Die Überlegungen zur Energieeinsparung umfassen auch sämtliche Tochterfirmen der Stadt. So sollen bei der Städtischen Wohnungsbau beispielsweise alle zentralen Heizungsanlagen auf ihre Effizienz überprüft werden. (Bernd Schlegel)

Neue Broschüre der Stadtwerke Göttingen

Wie man durch Einsparen von Energie seinen eigenen Geldbeutel entlasten kann, erfahren Interessierte in einer neuen Broschüre der Stadtwerke Göttingen. Mit diesen Tipps und Anregungen für Familien kann jeder seinen persönlichen Beitrag zum Sparen von Strom, Wärme und Wasser leisten. Die Broschüre ist bei den Stadtwerken erhältlich oder kann im Internet heruntergeladen werden.

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