Vorwurf der fahrlässigen Tötung

Tödlicher Unfall: Staatsanwaltschaft klagt Kranführer an

Unglück in Esebeck: In dem Dorf bei Göttingen stürzte am 12. Juni ein Baukran in einen Rohbau, dabei kam ein Arbeiter ums Leben. Der Kran lag auch auf der Straße.
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Unglück in Esebeck: In dem Dorf bei Göttingen stürzte am 12. Juni ein Baukran in einen Rohbau, dabei kam ein Arbeiter ums Leben. Der Kran lag auch auf der Straße.

Vier Monate nach einem tödlichen Kranunfall am 12. Juni auf einer Baustelle in Esebeck hat die Staatsanwaltschaft Göttingen Anklage gegen den Kranführer erhoben.

Esebeck – Ein 42-jähriger Kranführer ist wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung vor dem Schöffengericht angeklagt, wie Behördensprecher Andreas Buick sagte. Er soll auch dreifach gegen Unfallverhütungsvorschriften verstoßen haben.

Der Kran war an einem Samstagnachmittag bei Ladetätigkeiten in Esebeck umgekippt. Er fiel auf das Obergeschoss des Rohbaus und begrub dabei einen aus Serbien stammenden Bauerbeiter unter sich. Der 29-Jährige sei vermutlich sofort tot gewesen. Bei dem Unfall wurde ein weiterer Bauarbeiter eingeklemmt und wurde so schwer verletzt, dass ihm in einer Notoperation der linke Unterschenkel amputiert werden musste.

Der angeklagte 42-jährige Kranführer war als Subunternehmer auf der Baustelle eingesetzt worden. Nach dem tödlichen Kranunfall hatten die Ermittler seine Wohn- und Geschäftsräume im Sauerland durchsucht. Außerdem inspizierten Experten des Gewerbeaufsichtsamtes und der Berufsgenossenschaft den Unglücksort.

Unfall in Esebeck: Kran wies folgenschwere Verschleißerscheinung auf

Ein Gutachter stellte fest, dass der Kran eine folgenschwere Verschleißerscheinung aufwies. Die Betätigungsschraube des Lastbegrenzungsschalters sei verrostet und teilweise nicht mehr vorhanden gewesen, sagte Buick. Diese Schraube ist wichtig: Sie verhindert, dass es zu einem Überschreiten der Maximallast kommt.

Die Unfallverhütungsvorschriften schreiben vor, dass ein Kran jedes Mal vor der Inbetriebnahme auf augenfällige Mängel überprüft werden muss. Laut Staatsanwaltschaft hätte der Kranführer erkennen müssen, dass die Überlastsicherungsschraube defekt war. Folglich hätte er den Kran nicht in Betrieb nehmen dürfen. Auch habe der Kranführer bewusst grob fehlerhaft versucht, ein 2194-Kilogramm schweres Stahlmattenpaket zu heben. Laut Betriebsanleitung hätte der Kran nur eine Maximallast von 1070 Kilo am Haken haben dürfen.

Die Anklage listet als dritten Verstoß noch einen Bedienfehler auf: Den Vorschriften zufolge hätte der Turmdrehkran nur Lasten anheben dürfen, die sich senkrecht unter der Laufkatze befinden. Laut Gutachten hatte sich das Stahlmattenpaket beim Anheben mehr als 3,40 Meter von dem senkrechten Nullpunkt entfernt befunden. Das Anheben der Last im Schrägzug sei unzulässig gewesen, es bestand die Gefahr des Umkippens, so Buick.

Kran-Unfall in Esebeck: Ermittler decken illegale Praktiken auf der Baustelle auf

Im Zuge der Ermittlungen hatte sich auch herausgestellt, dass es neben mutmaßlichen Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften auch andere illegale Praktiken auf der Baustelle gegeben hatte: Die Polizei hatte bei der Durchsuchung der Kleidung des schwerverletzten Bauarbeiters einen kroatischen Ausweis gefunden, der sich bei näherer Prüfung als Fälschung entpuppte.

Mann kommt bei Baukran-Unglück ums Leben

Bei einem tragischen Unglück ist am Samstag (12.06.2021) in Esebeck bei Göttingen ein Mann getötet worden. Ein Kran ist auf die Baustelle eines Wohnhauses gestürzt.
Baukran_Rampfel_1.JPG © Rampfel, Stefan
Bei einem tragischen Unglück ist am Samstag (12.06.2021) in Esebeck bei Göttingen ein Mann getötet worden. Ein Kran ist auf die Baustelle eines Wohnhauses gestürzt.
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Tatsächlich hatte der Schwerverletzte ebenso wie sein tödlich verletzter Kollege die serbische Staatsangehörigkeit. Der 37-Jährige habe deshalb einen Strafbefehl wegen Urkundenfälschung erhalten. Der Strafbefehl, der inzwischen rechtskräftig geworden sei, beinhalte eine Verwarnung mit Strafvorbehalt von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro. Dies entspreche einer Geldstrafe auf Bewährung.  (Heidi Niemann)

Auf einer anderen nahegelegenen Baustelle in Göttingen wurden kürzlich insgesamt 18 Bauarbeiter wegen des Verdachts auf illegalen Aufenthalt vorläufig festgenommen.

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