EU-Starting Grants für Niedersachsen

Göttingen festigt Position in Spitzenforschung

Ein Forschungsleuchtturm am Campus Göttingen: Das Deutsches Primatenzentrum Göttingen mit seinem noch relativ neuen Multifunktionsgebäude samt Hörsaal.
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Ein Forschungsleuchtturm am Campus Göttingen: Das Deutsches Primatenzentrum Göttingen mit seinem noch relativ neuen Multifunktionsgebäude samt Hörsaal.

Der Forschungsstandort Göttingen hat seine Spitzenposition in Niedersachsen mit herausragenden Erfolgen untermauert: Im hart umkämpften Wettbewerb um Fördergelder des Europäischen Forschungsrats holte Göttingen vier von sieben „Starting Grants“, die nach Niedersachsen gingen.

Hannover/Göttingen - Drei fielen an junge Forschende der Uni Hannover. Die Starting Grants sind in der Wissenschaftslandschaft hoch angesehen. Sie stehen letztlich auch für eine exzellente Forschung. Denn nur etwa zehn Prozent der Antragsteller sind erfolgreich – diesmal 397 von mehr als 4000 Bewerbern. Und die Grants ermöglichen Nachwuchswissenschaftlern auch, einen ersten großen Schritt zu einer unabhängigen Forscherkarriere.

Und die Grants zeichnen sich durch hohe Fördersummen aus, di ein die Millionen gehen. Zuvor steht aber ein Auswahlverfahren, dass es in sich hat: Es ist langwierig weil mehrstufig und hoch kompetitiv, das heißt, viele starke Mitbewerber buhlen um Ehre und Geld. Die Förderung reicht von 1,5 Millionen Euro über fünf Jahre und kann in Einzelfällen auch auf bis zu 2,5 Millionen Euro erhöht werden.

In Göttingen verteilen sich die ausgewählten Projekte auf das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), die Georg-August-Universität und das Deutsche Primatenzentrum (DPZ).

Das DPZ stellt gleich zwei im Wettbewerb erfolgreiche Wissenschaftler. So erhalten die Neurowissenschaftler Michael Heide und Raymundo Báez Mendoza je einen „Starting Grant“. Raymundo Báez-Mendoza geht es um die Verhaltensweisen und neuronalen Grundlagen, die es uns ermöglichen, soziale Bindungen einzugehen und aufrechtzuerhalten. Michael Heide wird die Entwicklung und Evolution der Großhirnrinde bei Primaten untersuchen und dazu unter anderem Hirnorganoide verwenden. Über allem steht die Frage: „Wie ist unsere Großhirnrinde entstanden?“

Ungeklärte Fragen der Hirnforschung

Ein weiterer Grant geht an den Informatiker und Hirnforscher Prof. Dr. Alexander Ecker von der Uni Göttingen und dem Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS). Er erhält für fünf Jahre lang eine Förderung, insgesamt 1,5 Millionen Euro. Ecker will ungeklärten Fragen der Hirnforschung nachgehen. Zum Beispiel, „wie genau die Form und Funktion der Nervenzellen in der Großhirnrinde zusammenhängen“. Dank neuer wissenschaftlicher Methoden können sich Ecker und sein Team nun auf Antwortensuche begeben. Lange Zeit war es nur möglich, entweder die Form oder die funktionelle Aktivität einer Nervenzelle zu bestimmen, nicht aber beides gleichzeitig.

Ebenfalls belohnt für sein Forschungsprojekt wird Lakshmi Pradeep Chitta, vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). Der MPS-Wissenschaftler kann nun in den nächsten fünf Jahren einem der großen ungelösten Rätsel der Sonnenforschung nachgehen: Wie gelingt es unserem Stern, seine äußere Atmosphäre, die Sonnenkorona, auf unvorstellbare Temperaturen von bis zu 10 Millionen Grad Celsius aufzuheizen? Mit einzigartigen Messdaten der ESA-Raumsonde Solar Orbiter und leistungsfähigen Computersimulationen will der 35-Jährige neuen Schwung in die Suche nach der Koronaheizung bringen.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) jubelte nach der Bekanntgabe: „Sieben Starting Grants sind ein hervorragender Erfolg.“ Dass unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine so stolze Summe nach Niedersachsen holen, zeigt, dass wir mit unserer auf Europa ausgerichteten Forschungspolitik auf dem richtigen Weg in die Zukunft sind.“ (Thomas Kopietz)

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