Göttingen fordert Aus für Atomkraftwerk Grohnde

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Umstritten: Das Atomkraftwerk Grohnde. 

Göttingen/Grohnde. Als erste Großstadt in Deutschland verlangt Göttingen eine sofortige Stilllegung des Atomkraftwerks Grohnde im Kreis Hameln-Pyrmont.

Der Göttinger Stadtrat hat am Freitag einen Appell an Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) gerichtet: Das Ministerium ist die zuständige atomrechtliche Aufsichtsbehörde.

Im alternden Atomkraftwerk (AKW) Grohnde seien „immer mehr Störfälle, Baumängel und Pannen zu verzeichnen“, heißt es in der Resolution. Für einen großen atomaren Unfall gebe es keine hinreichenden Katastrophenschutzpläne.

Nach Angaben von Umweltschützern ist das Atomkraftwerk Grohnde mit rund 250 Störfällen Deutschlands Spitzenreiter.

Am 10. März wurde unter anderem das Kraftwerk Grohnde kurzzeitig geräumt, weil es keinen Funkkontakt zu einem Deutschland überfliegenden Verkehrsflugzeug gab. 

In den vergangenen Wochen hatten sich bereits mehrere Kommunen in Nordrhein-Westfalen wie Vlotho und Detmold für eine schnelle Abschaltung des AKW eingesetzt. Bürger aus dem Weserbergland wollen zudem mit einer Klage die Stilllegung erzwingen.

Das Atomkraftwerk Grohnde, das im Februar 1985 ans Netz ging, ist mit einer Netto-Leistung von 1360 Megawatt eines der größten in Deutschland. Spätestens zum 31. Dezember 2021 soll es dauerhaft abgeschaltet werden. In dem Atomkraftwerk sind etwa 350 Mitarbeiter beschäftigt. Seit 1985 wurden mehr als 200 meldepflichtige Störereignisse bekannt. 

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