Forschungsprojekt von HAWK und Uni Göttingen

Göttinger Forscher prüfen in Rumänien Klima-Auswirkungen auf deutsche Buchen

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Natürlicher Buchenwald: Blick auf einen durch das altersbedingte Absterben von Bäumen aufgelichteten natürlichen Buchenwald, reich an stehendem und liegendem Totholz sowie Bäumen, die Raum für andere Lebewesen bieten. 

Göttingen. In Westrumänien starten Göttinger Forscher ein dreijähriges Projekt, um mögliche Folgen des Klimawandels auf deutsche Laubwälder zu erforschen.

Dabei lohne sich ein Blick in weiter südlich liegende Länder Europas, da dort bereits Klimaverhältnisse herrschen, wie sie in Deutschland in 50 bis 80 Jahren erwartet werden. Das  melden die beteiligte Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) und die Universität Göttingen.

Schwerpunkt des Projektes ist die Frage nach der Übertragbarkeit von Wald-Klima-Zusammenhängen aus Westrumänien auf Wälder in Mitteldeutschland. Die westrumänischen Untersuchungsgebiete erstrecken sich vom Südabfall des Apuseni-Gebirges ins Maroschtal bis zum Südabfall des Banater Gebirges ins Donautal (Eisernes Tor).

Was wird aus Buchen?

Die Forscher und Forscherinnen wollen unter anderem wissen, ob die Buchen ihre Dominanz und Konkurrenzkraft durch erhöhte Temperaturen und längere Trockenzeiten im Sommer verlieren und ob sie durch besser angepasste Eichenarten ersetzt werden.

Auswirkung auf Holznutzung

Zusammen mit rumänischen Kollegen erforschen die Wissenschaftler der HAWK und der Universität Göttingen dazu Vegetationsabfolgen und Anpassungsmuster entlang von Klimagradienten der rumänischen Wälder im Vergleich mit Mitteldeutschland. So stellt sich laut den Forschern bereits heute die Frage, unter welchen Klimaszenarien die einheimischen Buchenwälder – für deren Naturerbe Deutschland weltweit eine besondere Verantwortung trage – von ökologischen Faktoren verändert werden und welche Konsequenzen dies für die biologische Vielfalt und Holznutzung haben wird.

Ökologische Risiken

Die ökologischen Fragen, Chancen und Risiken sollen auch öffentlich diskutiert werden. So sind neben forstlichen Fachtagungen frei zugängliche Veranstaltungen in Deutschland geplant, um Strategien für die Zukunft der deutschen Wälder abzuwägen. Mit 500 000 Euro wird das Verbundprojekt namens „NEMKLIM“ (Nemorale Wälder unter Klimaextremen) vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz gefördert.

Beteiligt sind auch das rumänische Nationale Institut „Marin Dracea” für Forschung und Waldentwicklung und die Transsilvanische Universität Brasov.

Verbundprojekt

Die Göttinger Projektleiter sind Prof. Helge Walentowski und Prof. Henning Wildhagen von der HAWK-Fakultät Ressourcenmanagement sowie Prof. Christoph Leuschner und Prof. Erwin Bergmeier vom Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften der Uni Göttingen. (zsh)

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