Klimawechsel vor 56 Millionen Jahren

Methan als Klimakiller: Rückstände in fossilen Zähnen geben Hinweise 

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Untersucht: Die Kieferreste mit einem Backenzahn des ausgestorbenen Säugetiers Ectocion.

Göttingen. Göttinger Geowissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Konzentration von Kohlendioxid anhand von fossilen Zähnen rekonstruieren können.

Entwickelt wurde das Verfahren von Professor Dr. Andreas Pack und Dr. Alexander Gehler. Sie versuchen herauszufinden, welches Treibhausgas vor 56 Millionen Jahren einen Klimawechsel verursacht hat. Weil sie keine erhöhten Werte für Kohlendioxid nachweisen konnten, halten sie Methan-Emissionen für eine wahrscheinliche Ursache.

Alexander Gehler

Für ihre Studie haben die Wissenschaftler die Verhältnisse der Sauerstoffisotope im Zahnschmelz fossiler Säugetiere bestimmt. Untersucht wurden dabei Zahnproben aus Schichten, die sich vor, während und direkt nach der Klimaveränderung abgelagert hatten. Das Erdklima hat sich vor 56 Millionen Jahren um etwa fünf bis acht Grad Celsius erwärmt. Als Grund für den Klimawechsel wird die Freisetzung großer Mengen Treibhausgas angenommen.

Bisher konnte nicht geklärt werden, ob es sich dabei um die Abgabe von Kohlendioxid oder Methan in die Atmosphäre handelte.

Aus ihren Ergebnissen schließen die Göttinger Wissenschaftler nun, dass Methan-Emissionen aus Meeressedimenten die wahrscheinliche Ursache für den abrupten Temperaturanstieg sind. Denn auch heute noch sind große Mengen Methan in den Meeresböden gebunden. Warum das Methan vor 56 Millionen Jahren möglicherweise plötzlich freigesetzt wurde ist bisher aber ungeklärt.

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