Internationaler Frauentag 

Fünf Frauen verraten ihre Erfolgsgeheimnisse am Weltfrauentag in Göttingen

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Karrierefrauen in einer Diskussionsrunde: (von links) Nivedita Mani, Moderatorin Katharina Kastendieck, Margot Käßmann, Naima Diesner, Moderatorin Ulrike Gaycken, Jaqueline Amirfallah und Katrin Adt.

Die Begeisterung für den eigenen Beruf, Neugier und Disziplin machten sie erfolgreich: Das berichteten fünf Frauen am Weltfrauentag in Göttingen.

Göttingen – Sie sprachen bei einer Veranstaltung, die die fünf südniedersächsischen Serviceclubs für Frauen in der Aula am Wilhelmsplatz ausrichteten.

Kann eine Mutter von vier noch nicht volljährigen Kindern Bischöfin werden? Das diskutierten Lutheraner im Jahr 1999. Damals hatte die Landeskirche Hannover Margot Käßmann in dieses Amt gewählt – als erste Frau. „Ganz schön mitgenommen“ habe sie das, bekannte Käßmann vor 600 Zuhörern. Die ersten beiden Jahre habe ihr Mann die Hausarbeit übernommen. „Du schaffst das“, habe ihr ihre berufstätige Mutter immer Mut gemacht. Dank ihrer Mutter habe sie studieren können. Heute sei es in den evangelischen Kirchen in Deutschland selbstverständlich, dass Frauen Pastorinnen und Bischöfinnen seien. Bei den Katholiken könnten sie dagegen nicht einmal Diakonin werden.

Von einem Land ins andere wechselte der Vater von Katrin Adt, ein Botschafter. Sie sei dadurch immer wieder aus ihren Freundeskreisen herausgerissen worden, habe sich in anderen Ländern neu orientieren müssen, erzählte die Juristin, die bei Daimler Karriere macht. Sie habe dadurch die Angst vor Veränderungen verloren und die Fähigkeit entwickelt, sich in fremden Gruppen schnell zu orientieren. Adt bekannte sich zu gemischten Teams, in denen jeder seine Stärken einbringe. Bei Daimler sei die Zeit vorbei, wo alle wichtigen Positionen mit Ingenieuren besetzt würden.

Fahrstühle betrete sie nicht, sondern laufe die Treppen hinauf, sagte die Göttinger Ärztin Naima Diesner, die als Bundesliga-Radsportlerin Erfolge feiert. In ihrer Freizeit trainiere sie 20 Stunden, „ein halber Job obendrauf“. Unterstützung gewähre ihre Familie, etwa die Mutter, eine Lehrerin, oder die Großmutter, die im Publikum sitze.

„Mit den Händen zu arbeiten, macht mich glücklich“, erklärte die Göttinger Gourmetköchin Jaqueline Amirfallah. Sie habe das gegen Ende ihres Soziologiestudiums entdeckt. Die Freude am Beruf und an neuen Entwicklungen vermittle sie ihren Auszubildenden. Mit Erfolg: Mehrere landesbeste Lehrlinge und sogar ein Bundessieger hätten bei ihr gelernt.

„Wenn nach einem halben Jahr die Experimente abgeschlossen sind, kommt der schönste Augenblick meiner Arbeit, der Beginn der Datenauswertung“, verriet die Göttinger Psychologieprofessorin Nivedita Mani. Sie zelebriere diesen Augenblick, räume ihr Büro auf, mache Musik an und setze sich mit einer Tasse Tee an ihren Rechner. Wie Kleinkinder ihre Muttersprache erwerben, erforscht die Wissenschaftlerin im Babylabor WortSchatzInsel.

Der Erlös der von Ulrike Gaycken und Katharina Kastendieck moderierten Weltfrauentagsveranstaltung fließt an das Göttinger Museum Forum Wissen. Dort wird ein Gender-Ausstellungspfad eingerichtet.

VON MICHAEL CASPAR

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