Junger Gaffer vor Gericht

Nach Bluttat in Göttingen: 15-Jähriger filmte Mord

Blumen, Kerzen und Briefe: Am Tatort in Grone wurde im September vergangenen Jahres der beiden Gewaltopfer gedacht.
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Blumen, Kerzen und Briefe: Am Tatort in Grone wurde im September vergangenen Jahres der beiden Gewaltopfer gedacht.

Bei einem Gewaltverbrechen in Göttingen gab es viele Zeugen. Ein Gaffer musste sich nun vor Gericht verantworten. Er filmte die Morde an zwei Frauen mit dem Handy.

Göttingen – Als damals die ersten Polizisten am Tatort ankamen, mussten sie sich einen Weg durch eine große Menschenansammlung bahnen.

Den Polizisten hatten inmitten all der wild gestikulierenden und auf sie einredenden Menschen große Mühe, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen.

Göttingen: Schaulustige machten ihnen zu schaffen

Was ihnen dann aber vor allem zu schaffen machte, waren Schaulustige, die Filmaufnahmen von dem Geschehen machten. In einem Fall hat dies inzwischen zu einem strafrechtlichen Nachspiel geführt.

Betroffen war ein 15-jähriger Jugendlicher, der damals am Tatort gefilmt hatte. Ein Polizeibeamter hat in dem Mordprozess berichtet, dass dieser trotz mehrfacher Aufforderung das Filmen nicht eingestellt habe.

Göttingen: Man habe seine Videoaufnahmen gelöscht

Man habe dann seine Videoaufnahmen gelöscht, ihm einen Platzverweis erteilt und damit gedroht, ihn in Gewahrsam zu nehmen. Daraufhin habe dieser die Polizisten als „Fotze, Hurensohn und Missgeburt“ bezeichnet, worauf die Beamten Strafanzeige erstattet hätten.

Der 15-Jährige musste sich inzwischen wegen Beleidigung in zwei Fällen vor dem Jugendrichter des Amtsgerichts Göttingen verantworten. Nach Angaben eines Justizsprechers endete das Verfahren mit einer Verwarnung. Der Jugendliche habe beteuert, dass er an sich arbeiten wolle, um seine Emotionen besser in den Griff zu bekommen. (Heidi Niemann)

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