Wohnungsmarkt ist zu stark angespannt

Göttingen hält an umstrittener Flüchtlingsunterkunft auf Siekhöhe fest

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Umstrittene Gemeinschaftsunterkunft auf der Siekhöhe: Sie wurde Mitte 2016 eingerichtet und soll nun bis mindestens Ende April 2019 geöffnet bleiben.

Göttingen. Der ehemalige Großmarkt am Anna-Vandenhoeck-Ring in Göttingen bleibt Flüchtlingsunterkunft. Die umstrittene Einrichtung soll über den 31. Oktober hinaus betrieben werden.

Das teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. „Nach wie vor ist es unser Ziel, die Unterkunft im Anna-Vandenhoeck-Ring so schnell wie möglich zu schließen. Sie wird vorübergehend aber noch gebraucht“, sagt Sozialdezernentin Petra Broistedt.

Derzeit sind 150 der vorhandenen 200 Plätze in der Einrichtung belegt. Wegen des angespannten Wohnungsmarkts in der Uni-Stadt ist es den Betreibern der Göttinger Flüchtlingsunterkünfte nicht gelungen, vermehrt Familien in dezentralen Wohnungen unterzubringen. Es besteht insbesondere ein Bedarf an großen Wohnungen. „Die Situation wurde zusätzlich verschärft, da wir auch für den Familiennachzug Wohnraum zur Verfügung stellen mussten“, machte Broistedt deutlich.

Vertrag um sechs Monate verlängern

Deshalb schlägt die Göttinger Verwaltung vor, den Vertrag mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), das die Unterkunft im Anna-Vandenhoeck-Ring betreut, um zunächst sechs Monate bis zum 30. April kommenden Jahres zu verlängern. 

Darüber wird der Ausschuss für Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau während seiner nächsten öffentlichen am Donnerstag, 12. April, beraten. Beginn ist um 16 Uhr im Saal 118 im ersten Obergeschoss des Neuen Rathauses. Im Beschlussvorschlag ist zudem vorgesehen, dass die Einrichtung noch länger geöffnet bleiben kann, wenn sich die Flüchtlingssituation bis zum Jahresende 2018 nicht entscheidend verbessert hat.

Der Verwaltungsausschuss hatte im Juni vergangenen Jahres ein Konzept zur Reduzierung der Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen verabschiedet und dabei den zunächst einjährigen Weiterbetrieb der Einrichtung am Anna-Vandenhoeck-Ring beschlossen.

Diese Gemeinschaftsunterkunft war von Flüchtlingshelfern in der Vergangenheit immer wieder kritisiert worden. Sie liegt abseits in einem Gewerbegebiet im Westen der Stadt und hat keinen Busanschluss. Außerdem wird immer wieder bemängelt, dass die Privatsphäre der Bewohner in der Einrichtung nicht gewährleistet sei.

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