Angehörige einstiger Mitglieder klagen

Hells-Angels wollen ihre Harley Davidson wieder haben 

Göttingen: Hells Angels - Sie will ihre Harley-Davidson wieder: Streit um Hells-Angels-Motorräder
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Polizeiaktion bei den Hells Angels im Oktober 2014: Damals hatten Polizeibeamte in Adelebsen Motorräder beschlagnahmt.

Fünf Jahre nach dem Verbot des Rockerclubs "Hells Angels" geht es wieder vor Gericht. Zwei Angehörige haben gegen die Polizeidirektion Göttingen geklagt.

  • Angehörige von Mitgliedern der Hells Angels wollen Motorräder einklagen
  • Die zwei Harley-Davidson-Motorräder wurden von der Polizei Göttingen beschlagnahmt
  • Der Rockerclub Hells Angels wurde 2014 verboten

Göttingen – Mehr als fünf Jahre nach dem Verbot des Rockerclubs „Hells Angels MC Charter Göttingen“ hat sich jetzt zum wiederholten Mal das Verwaltungsgericht mit dem Fall beschäftigt. Zwei Angehörige von einstigen Vereinsmitgliedern hatten dort gegen die Polizeidirektion Göttingen geklagt.

Hells Angels Göttingen: Klägerinnen wollen Motorräder

Die beiden Klägerinnen von den Hells Angels wollten die Behörde in Göttingen gerichtlich dazu verpflichten, zwei Motorräder der Marke „Harley Davidson“, die nach dem Vereinsverbot beschlagnahmt worden waren, wieder herauszugeben. Eine Klägerin hatte Erfolg, die andere – eine 81 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Northeim – dagegen nicht. Nach Ansicht des Gerichts war die 81-Jährige, die keinen Führerschein besitzt, niemals Eigentümerin der Harley gewesen. Das Motorrad sei daher dem Vereinsvermögen der Hells Angels zuzurechnen (Aktenzeichen 1 A 76/17).

Hells Angels: 2014 verboten - 14 Mitglieder in Göttingen

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hatte die Hells Angels in Göttingen, die laut Polizei 14 Mitglieder gehabt haben sollen, im Oktober 2014 verboten. Nach dem Vereinsverbot hatte ein Großaufgebot der Polizei Göttingen insgesamt 16 Objekte durchsucht, darunter das Clubhaus der Hells Angels in Adelebsen. Dabei stellten die Beamten unter anderem mehrere Motorräder sicher, die als Vereinsvermögen eingestuft wurden. Darunter die beiden Bikes der Marke Harley-Davidson. 

Der Innenminister begründete das Vereinsverbot damit, dass der Zweck und die Tätigkeit des Göttinger Hells-Angels-Charters den Strafgesetzen zuwiderliefen. Einzelne Mitglieder hätten Straftaten begangen, die dem Verein zuzurechnen seien. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg bestätigte später das Verbot, das inzwischen rechtskräftig ist.

Hells Angels Göttingen: Motorräder als Vereinsvermögen

Die Polizeidirektion Göttingen hatte damals die Einziehung der Harley-Davidson-Motorräder unter anderem damit begründet, dass man nach den Statuten der Hells Angels nur mit einer Harley Davidson an offiziellen Ausfahrten teilnehmen dürfe. Daher seien diese Motorräder dem Vereinsvermögen zuzurechnen. (Aktenzeichen 1 A 86/17).

VON HEIDI NIEMANN

Andere Mitglieder der Hells Angels hatten mir ihrer Klage in Göttingen Erfolg: Sie erhielten ihre Harley-Davidson-Motorräder zurück. 

2018 wurde in Göttingen der Chef der Hells Angels verurteilt: Er hatte einen Mann verprügelt.

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