Höchste Auszeichnung der Medizinischen Fakultät

Göttingen: Henle-Preis geht an Kieler Stefan Rose-John

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Die Jacob-Henle-Preisträger 2019: Von links Nachwuchspreisträger Dr. Dr. Philipp Brockmeyer und Medaillen-Preisträger Prof. Stefan Rose-John.   

Die höchste Auszeichnung der Medizinischen Fakultät Göttingen, die Jacob-Henle-Medaille, ging dieses Jahr an Prof. Dr. Stefan Rose-John. Erstmals wurde ein Nachwuchspreis vergeben. 

Der Biochemiker aus Kiel wurde für sein Lebenswerk auf dem Gebiet der Entzündungsforschung ausgezeichnet. 

Seine Arbeiten seien ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie wissenschaftlicher Spürsinn gepaart mit intelligenten Forschungsansätzen und der konsequenten Weiterentwicklung der gewonnen Erkenntnisse zu bahnbrechenden Entdeckungen führen kann, die sowohl die Neugier des Forschers als auch das Bedürfnis von Erkrankten nach neuen Therapiemöglichkeiten bedienen kann, so die Begründung der Medizinischen Fakultät.

Rose-John gilt als herausragender Pionier seines Faches

Stefan Rose-John gilt weltweit als herausragender Pionier auf dem Gebiet der Erforschung von Immunhormonen, sogenannten Zytokinen. Dabei befasst er sich insbesondere mit den komplexen Signalwirkungen des Zytokins „Interleukin-6“.

Erstmals wurde auch ein Nachwuchspreis verliehen. Er ging an Dr. Philipp Brockmeyer aus der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universitätsmedizin Göttingen. Er bekam den Preis für Studien zu Biomarkern und zur Relevanz von Immunzellen für die Prognose beim oralen Plattenepithelkarzinom. 

Der Nachwuchspreis ist mit 10 000 Euro dotiert. Brockmeyer (Jahrgang 1982) hat in Göttingen Zahnmedizin und Humanmedizin studiert. Seit 2017 leitet er eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

Medaille wird für herausragende, medizinische Leistungen vergeben

Den Festvortrag hielt Rose-John zum Thema „Interleukin-6: Von der Biologie zur Therapie“. In seinem Vortrag referierte er über seine Arbeiten an molekularen Mechanismen von Entzündung und von entzündungs-assoziierten Krebserkrankungen.

So sieht sie aus: Die Jacob-Henle-Medaille.

Er beschrieb die Entdeckung und Wirkungsweise eines zentralen Auslösers von Entzündungen, des Immunhormons Interleukin-6 (IL-6) und wie diese Grundlagenforschung zu neuen Therapien bei verschiedenen menschlichen Erkrankungen geführt hat.

Die Jacob-Henle-Medaille wird von der Medizinischen Fakultät der Uni Göttingen seit 1982 für herausragende, medizinische bedeutende wissenschaftliche Leistungen vergeben. Mit der Verleihung wird an den Göttinger Anatomen und Physiologen Friedrich Gustav Jacob Henle (1809 bis 1885) erinnert.

Henle lehrte ab 1852 als Direktor des Anatomischen Instituts in Göttingen und leistete einen entscheidenden Beitrag zur Anatomie, Histologie und Pathologie der Nebennierenrinde.

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