Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs

Göttingen ist fahrradfreundlichste kleine Großstadt Deutschlands

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Hier werden sie gezählt: Auf dem E-Radschnellweg vorm Amtsgericht in Göttingen sind in diesem Jahr schon mehr als 325.000 Fahrräder gefahren.

Göttingen. Die Stadt Göttingen ist die fahrradfreundlichste kleine Großstadt Deutschlands. Zu diesem positiven Ergebnis kommt ein Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC).

Mit entscheidend für den Sieg beim Fahrradklima-Test war nach ADFC-Angaben der vor zwei Jahren eröffnete Radschnellweg. Die gut vier Kilometer lange Trasse verbindet den Bahnhof mit dem Nordcampus der Universität. Es handelt sich um den einzigen Radschnellweg einer niedersächsischen Stadt.

Mehr als 120.000 Teilnehmer hatten im vergangenen Jahr Fragebögen für 539 Städte ausgefüllt. In der Kategorie der „kleinen Großstädte“ von 100.000 bis 200.000 Einwohnern bekam Göttingen eine Gesamtbewertung von 3,32 und kletterte damit von Rang fünf auf Rang eins.

Die positiven Punkte:

  •  die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums;
  • Ziele sind zügig per Rad erreichbar;
  • alle fahren Fahrrad.

Als negative Punkte wurden diagnostiziert:

  • häufiger Fahrradiebstahl;
  • schlechte Führung des Verkehrs an Baustellen;
  • selten Falschparkerkontrollen auf Radwegen.

Besonders positiv wird im Vergleich zu ähnlichen Kommunen die Fahrradförderung in jüngster Zeit, die Reinigung der Radwege und der Winterdienst auf den Radwegen bewertet.

Die Auszeichnung würdige das Bemühen der Stadt, die Voraussetzungen für den Fahrradverkehr ständig zu verbessern, sagte Göttingens Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Der Schnellweg, der noch weiter verlängert werden solle, trage zur wachsenden Nutzung des Fahrrades als Verkehrsmittel bei. Derzeit mache der Radverkehr bereits 28 Prozent des Nahverkehrs in Göttingen aus, sagte Johannson – Tendenz steigend.

„Wir gratulieren der Stadt zu dieser Auszeichnung“, sagt Göttinger Bürgermeister Ulrich Holefleisch, der selbst begeisterter Radfahrer ist.

„Aber wir sind damit noch lange nicht zufrieden“, sagt der Grünen-Politiker. Die Sicherheit in Göttingen muss aus seiner Sicht noch weiter erhöht werden, damit noch mehr Menschen in der Uni-Stadt mit dem Rad unterwegs sind. Ein wichtiger Beitrag dazu ist aus Sicht von Holefleisch, dass die Stadt sich die gefahrene Geschwindigkeit auf den Straßen in Göttingen genau anschaut und das erlaubte Tempo bei Bedarf senkt. (bsc/lni)

www.fahrradklima-test.de

Radler-Test: Northeim und Einbeck im Mittelfeld

Hier die Bewertungen von zwei Städten im Landkreis Northeim, die im Mittelfeld landeten. In der Kategorie bis 50.000 Einwohner wurden 364 Kommunen untersucht:

Einbeck (Rang 112) – positiv: gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums, viele Einbahnstraßen sind für Radfahrer geöffnet, Ziele sind zügig per Rad erreichbar; negativ: kein/geringes Angebot öffentlicher Leihfahrräder, schlechte Führung an Baustellen und schmale Radwege.

Northeim (Rang 161) – positiv: gute Wegweisung für Radler, Radfahren macht Spaß, gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums; negativ: kein/geringes Angebot an Leihfahrrädern, wenig attraktive Fahrradmitnahme im öffentlichen Personennahverkehr, nur wenige Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet.

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