Zu zweit mit drei Pferden

Junge Frauen reiten bis nach Spanien: Das Gefühl von Freiheit

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Julia Ertel (links) und Deborah Hempel mit ihren Pferden (von links) Rehatyno, Terri und Brando. Mit ihnen reiten sie in Deutschland auf den Spuren des Bonifatiusweges.

Göttingen/Kalefeld. Ein Abenteuer erleben derzeit Deborah Hempel und Julia Ertel aus Berlin. Sie reiten mit ihren Pferden seit drei Wochen durch Deutschland.

Ziel der Tour ist Lorca bei Alicante in Spanien.

Drei Pferde und eine Hündin

Bis zum Wochenende hatten es beide mit ihren drei Pferden Terri (16), Rehatyno (7) und Brando (20) sowie Hündin Layka (4) bis nach Düderode in der Gemeinde Kalefeld geschafft. Jetzt geht es über Göttingen weiter. Gestartet ist die Gruppe in Bergen an der Dumme im Kreis Lüchow-Dannenberg. Dort standen die Pferde. Deborah Hempel und Julia Ertel gehen davon aus, dass es am Ende gut 2600 Kilometer sein werden.

Ziel: Beiseförth

Nächstes großes Ziel ist Beiseförth im Schwalm-Eder-Kreis südlich von Kassel. Dort wohnt die Mutter von Deborah Hempel. Die jungen Frauen wollen dort eine längere Pause einlegen, damit sich die Pferde von den Strapazen erholen können.

Lebenszeit ist wichtig

„Die Lebenszeit ist für uns das Wichtigste. Bislang haben wir außer Schule und Arbeit noch nichts anderes im Leben gemacht“, sagen Hempel (23) und Ertel (27) über ihre Motivation für das Abenteuer.

Kontakt nach Spanien

Durch Zufall hatten beide Kontakt zu einer deutschen Familie in Südspanien bekommen. Zunächst haben beide sich das Leben dort für einige Tage angeschaut. Beide waren davon so begeistert, dass sie nun längere Zeit dort bleiben und vielleicht sogar ganz dorthin ziehen wollen.

Jobs gekündigt

Allerdings war da noch Pferd Rehatyno. Er sollte nicht allein in Deutschland bleiben. Deshalb entstand die Idee, nach Spanien zu reiten. Alles wurde innerhalb von sechs Wochen realisiert. Beide haben ihre Wohnungen aufgelöst und ihre Jobs als Servicekräfte in einer Spielothek gekündigt. Die Familien der beiden jungen Frauen unterstützen das Duo nach Möglichkeit.

Wiese für die Pferde

Eine Wiese für Pferde und Zelt im Alten Amt bekamen die beiden von Johannes Klocke. Er hatte früher eine Landwirtschaft und fünf Pferde. Er arbeitet inzwischen als Lebensmittelkontrolleur und gibt am Lagerfeuer Kochkurse. Und er hat selbst einen Traun: Klocke möchte selbst einmal mit Pferden auf eine große Reise gehen. Deborah Hempel und Julia Ertel sind für ihn Vorbilder und spornen ihn an.

Pferdefreunde

Unterwegs wird das Duo immer wieder von Pferdefreunden aufgenommen. „Uns reicht eine kleine Wiese mit Platz für die Pferde und unser Zelt“, sagt Hempel, die gelernte Wellness-Masseurin ist. Beide würden sich aber auch über Spenden freuen.

Viele Fragen

Wenn Deborah Hempel und Julia Ertel mit ihren Pferden zum Einkaufen gehen, müssen sie immer wieder viele Fragen beantworten. „Wir haben bislang immer nur positive Reaktionen bekommen. Die Leute sind unheimlich gastfreundlich“, sagt Julia Ertel, die gelernte Pferdewirtin ist.

25 Kilometer pro Tag

Und beide sagen: „Das Gefühl von Freiheit ist unbeschreiblich.“ Pro Tag hat sich das Duo Etappen von etwa 25 Kilometern vorgenommen. Spätestens bis zum Wintereinbruch im Oktober oder November soll das Ziel auf der iberischen Halbinsel erreicht sein.

Blog im Internet

Damit möglichst viele Interessierte an der Tour Anteil haben können, haben Deborah Hempel und Julia Ertel einen Blog eingerichtet, auf dem alle Tourpunkte verzeichnet sind.

www.reittour-spanien.de

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