Jury-Präsident Zumach 

Kein Ende der Antisemitismus-Diskussion um Göttinger Friedenspreis-Verleihung

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Uni-Aula am Wilhelmsplatz: Sie war als Veranstaltungsort für die Friedenspreis-Verleihung vorgesehen. 

Göttingen. Der Jury-Präsident des Göttinger Friedenspreises Andreas Zumach ist unzufrieden über fehlende Rückmeldungen von Stadt und Universität zu seinen Vorschlägen.

Die Diskussion um die Vergabe des Göttinger Friedenspreises am 9. März geht weiter: Der Vorsitzende der Jury, Andreas Zumach, wartet nach eigener Aussage Stand Montag weiter auf Antworten von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel auf seine Erklärungen beziehungsweise einen Vorschlag zu einer öffentlichen Diskussion.

Uni und Stadt hatten sich von der Verleihung des Friedenspreises an die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ distanziert, die Uni die Verleihung in ihren Räumen für unmöglich erklärt, die Stadt einen Empfang abgesagt und eine Aussetzung der Verleihung gefordert, bis der Antisemitismusvorwurf gegen die „Jüdische Stimme“ ausgeräumt sei. Jury und Röhl-Stiftung blieben bei ihrer Entscheidung und dem Termin der Preisverleihung. Andreas Zumach, der den Rückzug von Beisiegel und Köhler als „feige“ und „unehrlich“ kritisierte, hatte in einer Stellungnahme und einer Erklärung an die Stiftungskuratoriumsmitglieder Köhler und Beisiegel gefragt, ob für sie – auch nach Erklärungen jüdischer Intellektueller – der Antisemitismusvorwurf ausgeräumt sei. 

Antwort Fehlanzeige. Köhler und Beisiegel hätten ihm nicht geantwortet, der Stiftung „überhaupt keine Chance gegeben, den Antisemitismusvorwurf eindeutig auszuräumen“, so Zumach. Ohne Resonanz blieb auch sein Vorschlag, in einer zusätzlichen Veranstaltung das Thema zu diskutieren. „Eine solche öffentliche Podiumsdiskussion zu diesem brisanten Thema hat es in Deutschland noch nie gegeben und würde mit Sicherheit große, bundesweite Beachtung finden“, glaubt Zumach. 

Stadt, Uni und Stiftung könnten so einen wichtigen Beitrag zum öffentlichen Diskurs leisten. Josef Schuster, Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland hat den Vorschlag abgelehnt. OB Köhler wäre hingegen dafür.

Die Jury besteht neben Zumach aus Dr. Christine Merkel und Dr. Regine Mehl. Ingrid Rumpf zählt nicht – wie gemeldet – dazu. 

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