Göttingen

Göttingen macht Tempo beim Klimaschutz: Rat soll neuen Aktionsplan Mitte Juli verabschieden

Luftaufnahme von Göttingen
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Blick auf Göttingen: Das Thema Klimaschutz wird in den kommenden Jahren beherrschend in der Uni-Stadt sein. Archivfoto: Stefan Rampfel/nh

Zugunsten des Klimaschutzes soll der Rat der Stadt Göttingen einen neuen Aktionsplan beschließen. Wichtige Punkte sind Personennahverkehr, Parkmöglichkeiten und energetisches Sanieren.

Göttingen – Der Klimaschutz wird in den kommenden Jahren ein beherrschendes Thema in Göttingen sein. Der Rat soll dazu noch vor der Sommerpause den „Klimaplan Göttingen 2030“ verabschieden.

Das neue Konzept für die Uni-Stadt sieht unter anderem eine Reduktion der Emission von Treibhausgasen bis 2030 von mindestens 65 Prozent gegenüber 1990 vor.

Klimaschutz-Aktionsplan der Stadt Göttingen: Mobilität und Verkehr

Um bis dahin den Ausstoß deutlich zu senken, sollen bereits kurzfristig, also in den kommenden zwei Jahren, eine ganze Reihe von Projekten umgesetzt werden. Dazu gehört im Bereich „Mobilität und Verkehr“ beispielsweise eine Verdichtung des Takts im Stadtbusverkehr.

Auf den Hauptlinien sollen die Busse künftig im Zehn-Minuten-Takt unterwegs sein. Bislang fahren sie nur alle 15 Minuten. So sollen noch mehr Einwohner und Gäste zum Umsteigen vom eigenen Fahrzeug auf den öffentlichen Personennahverkehr animiert werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Parkraum-Management. So soll es beispielsweise verstärkt Park-and-Ride-Angebote geben. Den Weg vom Stadtrand in die Innenstadt sollen Gäste von außerhalb möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen.

Klimaschutz-Aktionsplan der Stadt Göttingen: Bauen und Wohnen

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema „Bauen und Wohnen“. Ein wichtiger Teilaspekt ist dabei die energetische Sanierung, denn ein Großteil der Wohnhäuser entstand vor 1968. Auch bei den öffentlichen Gebäuden soll das Sanierungstempo erhöht werden.

Außerdem soll in Göttingen deutlich mehr Strom aus erneuerbaren Energiequellen (Photovoltaik und Wind) als bisher erzeugt und der Fernwärmeanteil im Stadtgebiet deutlich erhöht werden.

Klimaschutz-Aktionsplan der Stadt Göttingen: Plan nicht zum Nulltarif

Der Plan, der am Dienstag, 29. Juni, im Umweltausschuss der Stadt diskutiert wird, fußt auf dem „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“, der 2014 entstand und vom im vergangenen Jahr gegründeten „Nachhaltigkeitsreferat“ der Stadtverwaltung, das beim Oberbürgermeister angesiedelt ist, überarbeitet und ergänzt wurde.

In das Konzept sind auch viele Anregungen und Ideen von Bürgern eingeflossen. Neben einem guten Dutzend Sofort-Maßnahmen, wie zum Beispiel der Taktverdichtung im Stadtbusverkehr, gibt es 49 weitere Projekte, die in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden sollen. Hinzu kommen noch einmal 115 Ideen, die ebenfalls perspektivisch realisiert werden könnten.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) machte bei der Vorstellung des neuen Plans deutlich, dass dieser nicht zum Nulltarif zu haben sei. Es seien große Anstrengungen erforderlich. Dafür fordert Köhler auch Unterstützung von Land und Bund ein. (Bernd Schlegel)

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