1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Göttingen: Menschenrechtler bedauern Schweigen islamischer Verbände zum IS

Erstellt:

Von: Raphael Digiacomo

Kommentare

Mitglieder des Islamischen Staats (IS) in einem Auto.
Mitglieder der Terrormiliz „Islamischer Staat“ 2014 in Syrien. (Symbolbild) © AFP

Göttinger Menschenrechtler fordern von islamischen Verbänden Statement gegen Gräueltaten des Islamischen Staats (IS). Keiner von ihnen geht darauf ein.

Göttingen – Kein Zeichen gegen Gewalt: Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zeigt sich enttäuscht von den deutschen Islamverbänden. Anfang Juli hatte die Menschenrechtsorganisation die Verbände dazu aufgerufen, sich in den Freitagspredigten gegen die Gräueltaten des „Islamischen Staats“ im Irak vor acht Jahren auszusprechen.

Jedoch sei kein einziger Verband dazu bereit gewesen, sagte Kamal Sido, Nahostexperte der GfbV, am Dienstag (02.08.2022) in Göttingen. „Für ein friedliches Miteinander der Religionen im Irak, aber auch in Deutschland ist das ein fatales Signal.“

Freitagspredigt: Göttinger Menschenrechtler bedauern Schweigen der islamischen Verbände zum IS

Die Menschenrechtler aus Niedersachsen hatten neben den deutschen Islam-Verbänden auch Organisationen im Irak und weltweit dazu aufgerufen, radikale Islamisten auch politisch und ideologisch zu bekämpfen. Bislang fehlt eine konkrete Reaktion.

Die Moschee der Ditib-Gemeinde in Göttingen.
Auffälligstes Symbol für die Muslime in Göttingen: die Moschee der Ditib-Gemeinde. Archivfoto: Mönckemeyer © Mönckemeyer

„Der Aufruf für ein Signal der Solidarität an eine von Muslimen bedrohte Glaubensgemeinschaft war den Verbänden nicht einmal eine Antwort wert“, sagte Sido. Gläubige Muslime hätten so ein Zeichen für ein friedliches Miteinander aller Religionsgemeinschaften, vor allem des Irak, setzen können.

Mögliches Zeichen für ein friedliches Miteinander aller Religionsgemeinschaften

Bei den Angriffen auf die jesidische Bevölkerung im Sinjar-Gebirge im Irak wurden im August 2014 den Angaben zufolge mindestens 5.000 Menschen, die nicht zum Islam konvertieren wollten, von IS-Terroristen ermordet. Mehr als 6.000 jesidische Frauen und Mädchen seien entführt, vergewaltigt und auf Sklavenmärkten verkauft worden. Etwa 135.000 Vertriebene lebten immer noch in Flüchtlingslagern. (rdg, mit epd)

Göttinger Forscher haben islamistisches Gedankengut von Moscheeverband-Funktionären beobachtet. Ein Göttinger Wissenschaftler sucht nach Strategien gegen Radikalisierung junger Muslime. Der langjährige Vorsitzende der Göttinger Ditib-Gemeinde hat jetzt einen Strafbefehl erhalten.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion