Göttingen muss und wird wachsen

Siedlungskonzept: Bis 2025 fehlen 3900 Wohnungen

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Beispielhaft: Am Windausweg, am Badeparadies Eiswiese in der Südstadt, entstand in Zusammenarbeit der drei Wohnungsgenossenschaften ein neues Quartier, was fix belegt war. Es könnte Vorbild für weitere Projekte sein, denn Wohnungen fehlen.

Göttingen. Fast 4000 Wohneinheiten werden bis 2025 in Göttingen fehlen. Deshalb muss der 40 Jahre alte Flächennutzungsplan ersetzt werden. Einen Entwurf stellt die Stadt jetzt vor.

Dem Risiko, dass das Papier in einer Welle der Kritik untergehen könnte, begegnet die Verwaltung mit einer frühen Präsentation. Bereits seit Montag ist das Konzept online und einsehbar für Jedermann auf der Internetseite der Stadt. „Wir wollen erst die Bürger informieren, bevor es in die Gremien geht, das ist uns wichtig“, betont Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD).

„Zur Diskussion“ steht auf dem Papier das im Verwaltungsjargon „Siedlungentwicklungskonzept Göttingen 2025“ heißt. Und diskutiert werden soll und muss es, wie Rolf-Georg Köhler und Stadtbaurat Thomas Dienberg sagen. Zur Transparenz beitragen sollen acht Bürgerversammlungen in vier Stadtteilen im Zeitraum vom 1. Juni bis 16. Oktober.

Der Weg bis zum Flächennutzungsplan sei ein langer Prozess, der noch Zeit benötigen wird. Köhler will aber nicht nur abwarten: Projekte, wie ein Lückenschluss am Mittelberg, sollen parallel zur F-Planaufstellung entwickelt werden. „So viel Zeit haben wir nicht.“

Bis 2025 nämlich werden in Göttingen etwa 3900 Wohneinheiten fehlen, davon 1210 in Ein- und Zweifamilienhäusern, 2680 in Mehrfamilienhäusern. Dafür wird eine Fläche von knapp 100 Hektar benötigt. 22 Hektar davon sind rückgebaute Flächen, 76 Prozent, also 75 Hektar, wären zu erschließen, das entspricht etwa 100 Fußballplätzen.

Dafür hat die Bauverwaltung mögliche Grundstücke in einem Flächenpool vermerkt und mit Kriterien auch des Umweltschutzes und der Infrastrukturbeschaffenheit abgeglichen. Aus 84 Einzelflächen blieben so noch 45 vorgeschlagene Flächen und zwölf, die als Optionen möglich sind.

Die Verwaltung strebt eine Streuung der Baugebiete auf die Stadtteile an. In der Kernstadt soll auch „verdichtet werden, aber anders als viele denken“, wie Köhler sagt. Ein Abriss und Neubau mit einem Stockwerk mehr, dort wo es ohne Probleme möglich ist, könne helfen, mehr Wohnraum zu schaffen. „Die Grünflächen blieben erhalten. Verdichtung ist nicht das Zubauen freier Flächen.“

Für Gewerbeflächen erwartet die Stadt ein Plus von 32,5 Hektar bei 683 Hektar Bestand. Ein Wachstumsszenario sieht 44,4 Hektar vor. Laut Flächenpool sind 82,9 Hektar Flächen dafür geeignet.

In den Flächennutzungsplan, der die Grundlage für alle Bebauungspläne darstellt und vom Land genehmigt werden muss, fließen auch die Ziele des Klimaplans und des Landschaftsplans ein. Bei Naturschutzgebieten wolle man schauen, welche Flächen heraus- und welche dazugenommen werden können. Im Fokus sind dabei auch der Kiessee und das Volksgolfplatz-Projekt am Südrand von Göttingen nahe Diemarden, wie Köhler andeutete.

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