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Nacht des Wissens in Göttingen: 25.000 blickten hinter die Kulissen der Forschung

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Von: Raphael Digiacomo, Thomas Kopietz, Stefan Rampfel, Kira Müller, Bernd Schlegel

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5. Nacht des Wissens 2022 an der UMG
Simulationspuppe der Universitätsmedizin: Sie eignen sich hervorragend für die Ausbildung der angehenden Ärzte. Die Übungen können so besonders praxisnah ausfallen, wie die Besucher bei der Nacht des Wissens erfuhren. © UMG/Swen Pförtner/nh

25.000 Besucher besuchten die Nacht des Wissens in Göttingen. Sie nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Forschungseinrichtungen zu werfen.

Update vom 11.07.2022, 17.30 Uhr: An der fünften Göttinger Nacht des Wissens waren neben den Fakultäten, Zentren, Sonderforschungsbereichen, zentralen Verwaltungseinrichtungen, Sammlungen und Schülerlaboren der Universität die Universitätsmedizin Göttingen beteiligt, die vier Göttinger Max-Planck-Institute, das Deutsche Primatenzentrum, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, die Sartorius AG, die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), die PFH Private Hochschule Göttingen, die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen und der Verein Measurement Valley. Auch zahlreiche Göttinger Kultureinrichtungen waren dabei. „Wir freuen uns sehr, dass auch bei der fünften Nacht des Wissens wieder so viele Göttingerinnen und Göttinger die Gelegenheit genutzt haben, einen Blick hinter die Kulissen der Forschungseinrichtungen am Standort Göttingen zu werfen“, so Universitätspräsident Prof. Dr. Metin Tolan. „Ich bedanke mich bei unseren Partnern am Göttingen Campus und bei allen beteiligten Einrichtungen, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit großem Einsatz mitgeholfen haben, auch die fünfte Göttinger Nacht des Wissens wieder zu einem solchen Erfolg zu machen.“

Flugzeug-Belüftung wird erforscht

Die Flugzeug-Belüftung und die Entwicklung leistungsstarker Rotorblätter für Windkraftanlagen waren beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen Themen während der Nacht des Wissens.

Die Gefahr, sich in Flugzeugen mit Corona zu infizieren, ist vergleichsweise gering, führte Dr. Daniel Schmeling aus. Die Luft wird fortlaufend abgesaugt und von Viren gereinigt. Besonders sicher sind aufgrund der Luftverwirbelung die Plätze am Gang. Infizierte Person gefährden Menschen vor allem in der Reihe davor und zwei Reihen dahinter.

Ein anderes Thema war die Verbesserung von Windrad-Rotorblättern. Je höher die Anlagen und um so größer die Blätter sind, um so mehr Energie können sie erzeugen, führte Dr. Holger Mai aus. Mit der Größe der Blätter, aber auch mit dem zunehmenden Einsatz von Leichtbaustoffen erhöht sich jedoch das Risiko, dass sich die Blätter bei starkem Wind biegen. Ihre Effizienz sinkt. Sie können brechen. „Um das zu verhindern, testen wir Flügel im Windkanal“, erklärte Mai. Noch in diesem Jahr soll an der Elbmündung bei Hamburg eine Versuchsanlage mit drei jeweils vier Megawatt starken Rädern entstehen. Flügel, Naben und Fundamente sind mit tausenden Sensoren ausgestattet.

Einblicke auf dem Sartorius Campus

Einblicke in den Bereich der industriellen Forschung und Entwicklung gab es auf dem Sartorius-Campus. Dort wurden unter anderem virtuelle Brillen präsentiert. Insgesamt 1500 Besucher kamen.

4000 Besucher bei der Universitätsmedizin

Rund 4000 Besucher kamen zu den Veranstaltungen der Universitätsmedizin. „Die ‚Nacht des Wissens‘ ist ein überzeugendes Format. Das Interesse und die Neugierde aller Besucherinnen und Besucher an der UMG waren enorm. Es gibt einen spürbaren Informationshunger für Themen aus der medizinischen Forschung und ihrer Anwendung für die Patienten“, sagt Vorstandsmitglied Lorenz Trümper.

Göttingen Nacht des Wissens: Eröffnung um 18 Uhr vor dem Herzforschungszentrum der UMG u.a. mit den Vorständen Jens Finke (2. von rechts), Prof. Wolfgang Hubertus Zimmermann und Vorstand Prof. Lorenz Trümper.
Göttingen Nacht des Wissens: Eröffnung um 18 Uhr vor dem Herzforschungszentrum der Universitätsmedizin Göttingen auch mit den Vorständen Jens Finke (2. von links), Prof. Wolfgang Hubertus Zimmermann und Vorstand Prof. Lorenz Trümper (im Herz-Eingang). © Thomas Kopietz

Anziehungspunkte waren das Herz-Organmodell vor dem Herz-Forschungsgebäude und der virtuelle Anatomietisch „Anatomage“ zur Erforschung einzelner Körperregionen und Organe im 3D-Format. Im Gebäude des Zentrums Anatomie lernten die Besucher*innen über Virtuel-Reality-Brillen die Spiegeltherapie kennen und konnten nervengesteuerte Arm- und Handprothesen nachvollziehen. Im Versorgungsgebäude des Uniklinikums konnte man den „kältesten Punkt“ der UMG besichtigen: die Biobank. Im großen Hörsaal in der ehemaligen Hautklinik hielten Forschende der UMG Vorträge zum Herzpflaster, Chirurgie 4.0, der onkologischen Spitzenforschung und der personalisierten Strahlentherapie. Nachgefragt waren die Angebote des Herzzentrums Göttingen an den Infoständen im Außenbereich vor dem Herz-Forschungsgebäude unter Pavillons.

Akademie der Wissenschaften erstmals dabei

Zum ersten Mal bei der Nacht des Wissens dabei war die Akademie der Wissenschaften in der Theaterstraße. Den Besuchern standen die Türen des hübschen Fachwerkgebäudes offen, viele Besucher nutzten diese Gelegenheit. Vier Forschungsprojekte der Akademie wurden vorgestellt: Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch, Qumran digital, Ortsnamen zwischen Rhein und Elbe und Wortgeschichte digital.

Zentrales Hörsaalgebäude: Wenn ein ganzer Hörsaal die Gebärdensprache trainiert

Viele neue Erkenntnisse konnten die Besucher bei der fünften Göttinger Nacht des Wissens sammeln. An den Standorten der Universität in Göttingen herrschte vom späten Nachmittag bis um Mitternacht reges Treiben, aus der Sicht von Standbetreibern glich der Zuspruch dem vor drei Jahren – pandemiebedingt konnte die Nacht des Wissens zwei Jahre lang nicht veranstaltet werden. Im Foyer des Zentralen Hörsaalgebäudes (ZHG) mussten sich Interessierte oft gedulden, bis sie an der Reihe waren, um die vielfältigen Angebote wahrzunehmen.

„Wir wollen Coronaviren erforschen - nicht verbreiten…“ - mit diesem einleuchtenden Spruch wurde auf die Maskenpflicht im ZHG hingewiesen. An einer Mischung aus Speisestärke und Wasser zeigte eine Arbeitsgruppe aus dem Dritten physikalischen Institut der Universität Göttingen, wie unterschiedlich viskoelastische Stoffe auf verschiedene Stimuli reagieren. Solche Stoffe vereinigen Merkmale von Festkörpern und Flüssigkeiten in sich. Till Münker demonstrierte den Besuchern, wie die Flüssigkeit auf einen Hammerschlag hart wird und sich in ständiger Bewegung in eine glibberige Masse verwandelt.

Gebärdensprache für Einsteiger: Übungen standen in einem Hörsaal auf dem Programm.
Gebärdensprache für Einsteiger: Übungen standen in einem Hörsaal auf dem Programm. © Ute Lawrenz

Mit welchen Körperteilen Gebärdensprache formuliert wird, wollte Jonas Hartke von den Besuchern am Stand des Graduiertenkollegs „Form-meaning mismatches“ wissen. Und richtig, es sind nicht nur die Hände. Eine Frau ist sicher: Benutzt wird auch der Mund. Hartke erklärt, dass den Augenbrauen in der Gebärdensprache grammatische Bedeutung zukomme. Ihre Stellung mache zum Beispiel klar, ob die geformten Gesten als Aussage oder Frage verstanden werden sollen. Am Quiz-Rad der Gebärdensprache machte er außerdem klar, dass nur zehn Prozent der tauben Kinder gehörlose Eltern haben. Hartke betonte, dass das ein Problem sei. „Wie habt ihr denn eure Sprache gelernt“, fragt er, um das Problem deutlich zu machen. Schreibtipps gibt es am Stand der Interkulturellen Germanistik. Anhand eines Fragebogens können Menschen, die gern schreiben oder viel schreiben müssen, herausfinden, was für ein Schreibtyp sie sind.

Auf der Bühne wird gerade aufgebaut für die Performance „Wenn Äpfel fallen und schwarze Löcher tanzen“ zur Gravitation von der Ballettschule art la danse mit dem Astrophysiker Jens Niemeyer. Unterhaltsam erklärte Niemeyer bahnbrechende Erkenntnisse zur Schwerkraft von Newton über Einstein bis in die Gegenwart, wo 2015 zum ersten Mal Strömungswellen tatsächlich gemessen werden konnten und ein schwarzes Loch gesehen wurde. Bravorufe spendeten die Zuschauer für ihn und die Tänzerinnen der Ballettschule, die in der Choreografie von Judith Kara eine spannende Form gefunden hatte, um seine Erläuterungen sichtbar zu machen.

Wer Stimmung wollte, war beim Science Slam richtig. Schon vor der Zeit strömte das Publikum, gut gefüllt war der große Hörsaal 11, als der Pressesprecher des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation, Dr. Manuel Maidorn, das Publikum mit Applausproben in Schwung brachte und die sechs Teilnehmer aus Hannover, Hamburg, Berlin, Marburg und Göttingen vorstellte. Aus dem Publikum wurden Zeitnehmer und Jury bestimmt. Mit einer breiten Themenpalette über die Frage, wie man Protonen dazu bringt, nach seiner Pfeife zu tanzen, über geilen Schweiß zur Klimakatstrophe begeisterten Lea Richtmann, Janina Isabell Otto, Timo Betz, Christian Benninghaus, Sabrina Patsch und Constanze Depp ihre Zuhörer. Die Göttingerin Constanze Depp vom Max-Planck-Institut für multidisziplinäre Naturwissenschaften als letzte Slammerin in dem Reigen gewann. Für ihren Beitrag „Wie entsteht Alzheimer im Gehirn“ bekam sie als Preis eine weise Eule.

Erstmeldung vom 09.07.2022, 20.50 Uhr: Göttingen – „Genießen Sie die Nacht des Wissens bis tief in die Nacht“ – mit diesen Worten gibt Metin Tolan um 17 Uhr am Samstag den symbolischen Startschuss für die 5. NDW in Göttingen. Die Eröffnung läuft auf der großen Bühne auf dem noch größeren Platz der Göttinger Sieben, kurz Zentralcampus.

Mit dabei ist Oberbürgermeisterin Petra Broistedt, die dem Uni-Präsidenten versichert, dass es nicht so sein werde, wie in dessen Wirkungsstätte zuvor, Dortmund, wo es des der OB schaffte, in zig Reden „nicht einmal das Wort Universität in den Mund zu nehmen.

Start um 17 Uhr am Zentralcampus

„Das ist hier in Göttingen anders“, lacht Broistedt in Richtung Tolan. Stefan Treue begrüßt als „Chef“ des Deutschen Primatenzentrum (DPZ) die gut 300 Menschen vor der Bühne.

Göttingen Nacht des Wissens: Eröffnung um 17 Uhr auf der großen Bühne am Zentralcampus mit OB Petra Broistedt, Uni-Präsident Prof. Metin Tolan und Prof. Stefan Treue vom Deutschen Primatenzentrum Göttingen (DPZ).
Göttingen Nacht des Wissens: Eröffnung um 17 Uhr auf der großen Bühne am Zentralcampus mit Oberbürgermeisterin Petra Broistedt, Uni-Präsident Prof. Metin Tolan und Prof. Stefan Treue vom Deutschen Primatenzentrum Göttingen (DPZ). © Thomas Kopietz

Seine Mannschaft fällt am frühen Abend übrigens im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) am meisten auf: Die grünen PDZ-Teamer-Shirts dominierten im riesigen ZHG-Foyer und besonders im Obergeschoss, wo das DPZ mit Infos, Mitmachaktionen und Präsentationen fett auffährt.

Maskottchen Pauli und Uni-Klinik-Vorstände im begehbaren Herz

Auf dem Weg zum Uni-Klinikum fällt bereits auf: viele Menschen sind unterwegs, per Rad, zu Fuß oder im Shuttle-Bus – ob Jung oder Alt – alle pendeln zwischen den NDW-Veranstaltungsorten. Am Herzforschungsgebäude der UMG klettern derweil Kinder ins begehbare Herz und selbst Pauli, das Maskottchen der Herzklinik, zwängt sich mitten hinein ins Mega-Herz und winkt dann fröhlich hinaus.

Die UMG-Vorstände Lorenz Trümper und Jens Finke schließlich wollen auch mal ins Herz hinein. Das Eröffnungsfoto zur NDW der Uni-Klinik schießen die Fotografen also vor dem Mega-Herzen, mit dabei auch einige Professoren, wie Wolfram-Hubertus Zimmermann.

Der übrigens passt ins Herz: In seiner Abteilung wird das Herzpflaster aus Gewebe gezüchtet: Es hilft, Strukturen im geschädigten Herz zu reparieren. Lange aufhalten kann sich Zimmermann aber nicht: Er muss fix in den Hörsaal – einen Vortrag zu „seinem“ Thema halten.

Nacht des Wissens: Kindergeburtstagstruppe bei der NDW

Derweil trotte gar ein ganzer Kindergeburtstag, betreut von Vätern Richtung Uni-Klinik-Gelände. Kindergeburtstag bei der NDW, auch kein schlechtes Bespaßungsangebot. (Thomas Kopietz)

Unter die Haut: Blick in die Anatomie des Menschen

Viele Besucher der Nacht des Wissens interessieren sich auch für die Anatomie des Menschen. Eine spannende virtuelle Reise unternehmen sie im Zentrum für Anatomie am Kreuzbergring.

Nach des Wissens: Knaller Physik-Show

Die Physikshow „Zauberhafte Physik“ fand im Hörsaal 1 im Uni-Nordbereich statt. Dieser war bis auf den letzten Platz besetzt. Hier war eine Voranmeldung notwendig. In der Show führen Göttinger Physikstudierende mit einem interessanten Programm durch eine Show, die die Besucher durch die Welt der Feuertornados, Laser, Blitze, singenden Stäbe und vieles mehr leitet.

Bildergalerie: Spannende Wissenschaftsaktionen auf dem Nordcampus

Unter den Besuchern sind auch Anton (7) und Marie (9) aus Erlangen, die an diesem Wochenende bei ihren Großeltern zu Besuch sind. Vor der Show weiß Marie nicht, was sie genau erwarten wird, wenig später steht sie schon bei einem Mitmach-Experiment auf der Bühne – zusammen mit ihrem Bruder und vier weiteren Kindern aus dem Publikum. Als sich die Kinder an die Hände fassen ertönt Musik aus einem Lautsprecher. (Stefan Rampfel)

Max-Planck-Institute dabei

Gleich mehrere Max-Planck-Institute aus Göttingen beteiligen sich ebenfalls an der Aktionsnacht. Sie zeigen Einblicke in ihre Forschung. Zentraler Anlaufpunkt ist dabei das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung auf dem Nordcampus.

Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst: Auf den Spuren von Lichtenberg

Auf die Spuren des Universalgelehrten Georg Christoph Lichtenberg machen sich die Besucher auf dem Campus der Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst (HAWK) auf den Zietenterrassen. Dort werden kleine Buchenholzplatten, die zuvor mit Zitronensäure-Wasser beziehungsweise Salzwasser behandelt wurden, unter Hochspannung gesetzt. Dadurch bilden sich Zufallsbilder - ein schönes Mitbringsel für Zuhause. Ähnliche Entdeckungen machte einst Forscher Lichtenberg.

Brettchen aus Buchenholz wurden kunstvoll gestaltet. Dafür zeichnete Dr. Robert Köhler von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst verantwortlich.
Brettchen aus Buchenholz wurden kunstvoll gestaltet. Dafür zeichnete Dr. Robert Köhler von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst verantwortlich. © Bernd Schlegel

Ein paar Meter weiter geht es um die Plasma-Forschung. Dort erfahren die Besucher, wie mit Plasma beispielsweise effektiv Hautkrankheiten behandelt werden können.

Aktionen mit dem Roboter bei der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Junst: Das präsentierte Florian Schwettmann bei der Nacht des Wissens.
Aktionen mit dem Roboter bei der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Junst: Das präsentierte Florian Schwettmann bei der Nacht des Wissens. © Bernd Schlegel

Im Hauptgebäude der HAWK auf den Zietenterrassen geht es um Robotertechnik. Dort zeigt Florian Schwettmann, wie angehende Ingenieure Probleme selbstständig mit Roboterunterstützung lösen. Außerdem wird gezeigt, wie Baustelle mit 3D-Druckern passgenau hergestellt werden können. (Bernd Schlegel)

Die eigene Blutgruppe herausfinden

Blutspenden retten Leben und die Abteilung Transfusionsmedizin der UMG ist dringend auf sie angewiesen. „Die Bereitschaft, Blut zu spenden, nimmt jedes Jahr weiter ab“, erklärt Dr. Beatrix Pollok-Kopp. „Wir brauchen jährlich 25 000 Spenden – davon müssen wir circa 10.000 dazukaufen.“

Die Oberärztin und ihr Team wollen für das Thema sensibilisieren und Menschen zum Blutspenden animieren. Dafür bieten sie einen interessanten, kostenlosen Service an: In einem Zelt auf dem Zentralcampus können Interessierte mit einem Schnelltest ihre Blutgruppe herausfinden lassen.

Schnelltest der Blutgruppe: HNA-Volontärin Kira Müller erfährt nach einem Pikser in den Finger von Dr. Beatrix Pollok-Kopp und Jens Gerike ihre Blutgruppe.
Schnelltest der Blutgruppe: HNA-Volontärin Kira Müller erfährt nach einem Pikser in den Finger von Dr. Beatrix Pollok-Kopp und Jens Gerike ihre Blutgruppe. © Raphael Digiacomo

Dafür reichen zwei Tropfen Blut aus einer Fingerkuppe und ein paar Minuten Wartezeit. So erfährt HNA-Volontärin Kira Müller, dass sie Blutgruppe A hat – die verbreitetste in unseren Gefilden. „Ich hab kaum was gespürt, ging alles sehr schnell.“

Das Interesse der Besucher war sichtbar, rund 40 Personen standen gegen 19 Uhr in der Schlange vor dem Zelt, drei Stunden später war sie noch immer ähnlich lang.

Dr. Pollok-Kopp nutzte die Gelegenheit, die Anwesenden über Ablauf und Nutzen von Blutspenden zu informieren. „Bei der Spende werden circa 500 Milliliter Blut abgenommen. Man sollte im Vorfeld möglichst viel trinken. Der Vorgang hilft dem Körper, wieder eigenes Blut zu produzieren.“ (Raphael Digiacomo/Kira Müller)

23.58 Uhr: Beim Uni-Präsidenten schaltet sich das Notebook ab

Wer hat denn da die Hände im Spiel - die Haustechnik? Nach einer Vorwarnung um 23.56 „Sie werden in Kürze abgemeldet“ und erfolgreicher Deaktivierung der Einblendung erwischt es ausgerechnet den Uni-Präsidenten bei seinem Vortrag vor gut 400 Zuschauern im größten Hörsaal 011 nur zwei Minuten Später. Um 23.58, also zwei Minuten vor dem offiziellen Ende der „NDW“ werden Notebook-Bildschirm und Hörsaal-Leinwand dunkel. Ende, soll das wohl heißen. Tosenden Beifall für Tolan und seine „Physik des Fußballs - manchmal gewinnt der Bessere“ gibt es dennoch.

Fußball ist ein Glücksspiel

Eben jene Aussage im „Glücksspiel Fußball“, in dem eine halb so gute Mannschaft in einem Match mit nur ein Tor, immer noch eine 30-prozentige Siegchance hat, sei doch sehr gewagt. Der Bessere gewinnt eben höchstens mit steigender Torzahl in einem Match immer wahrscheinlicher. Da aber meistens nur zwei oder drei Tore fallen, letztlich doch gar nicht so oft. Die Wahrscheinlichkeit aber können manche Mannschaften sich erkaufen, verteilte Metin Tolan einen Seitenhieb auf dem von ihm offensichtlich ungeliebten FC Bayern München.

Tolan, der VfB-Fan

Aprospos Bayern: Für ein Schaubild wählt Tolan eine Bundesliga-Tabelle aus dem Jahr 2006 /2007 - damals stand der VfB Stuttgart am Ende ganz oben, dahinter als „Vize“ Schalke 04 und als Dritter Werder Bremen..

Humor beweist Tolan mehrfach, so bei zwar nicht neuen Videoeinblendungen mit Fan-, Spieler- und Teamchef-Interviews wie mit Löw und Beckenbauer, oder beim Blick auf das berühmte Nicht-Tor der Engländer gegen Deutschland bei der WM 2010, zu dessen Beweis eine gezackte Torlinie her musste - und Kult im Internet wurde.

Das Wembley-Tor von 1966

Der Physiker Tolan tut sich schwer zu beweisen, ob das Wembley-Tor 1966 nun eines war oder nicht, denn der Drall des Balles hätte durchaus eine Flugkurve von Latte zum Boden auch in der Luft hinter der Linie ermöglicht. Schließlich beugt sich Tolan der Legende „Uns Uwe“ Seeler: „Der war nicht drin!“

2014 war ein klarer Favoritensieg von Deutschland

Am Ende gelingt dem fußballbegeisterten Physiker Metin Tolan in seinem launigen wie humorvollen Vortrag via Gleichung und unter Berücksichtigung der Qualifikationsergebnisse zur WM 2014 in Brasilien der Beweis: Deutschlands WM-Endspielerfolg in Rio „war ein klarer Favoritensieg“. Das auf den Plätzen vier bis sechs bei den berechneten wahrscheinlichsten Weltmeistern auch Bosnien-Herzegowina und Ghana notiert waren - lassen wir dann mal unkommentiert stehen. 2014 gewann also der Bessere. Nachzulesen ist übrigens alles im gleichnamigen Buch: „Die Physik des Fußballs - manchmal gewinnt der Bessere“. Oder am Ende der Nacht des Wissens die Technik per automatischer Abmeldung des Notebook. (Thomas Kopietz)

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