Ratsmehrheit begrüßt Vorstoß

Göttingen nimmt sieben junge Flüchtlinge auf

mle123, Foto: Margarete Leissa Neues Rathaus Göttingen Hiroshimaplatz 1-4 Göttingen
+
Blick aufs Neue Rathaus: Die Stadt Göttingen will sieben geflüchtete, unbegleitete Kinder und Jugendliche aus griechischen Flüchtlingslagern aufnehmen.

Die Stadt Göttingen will sieben geflüchtete, unbegleitete Kinder und Jugendliche aus griechischen Flüchtlingslagern aufnehmen.

Das hat Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil sowie Innenminister Boris Pistorius angeboten. Eine Ratsmehrheit aus mehreren Fraktionen begrüßt Köhlers Vorstoß „#wirhabenplatz“.

Die PARTEI-Ratsgruppe und die Fraktionen von SPD, GRÜNEN und Linken hatten für die Ratssitzung zum 13. März den Dringlichkeitsantrag „#wirhabenplatz in Göttingen“ eingereicht. Wegen der Corona-Pandemie wurde der Antrag nicht behandelt. Das Anliegen hatte sich damit jedoch nicht erledigt, ebenso wenig wie das große Leid in überfüllten Flüchtlingsunterkünften auf den griechischen Inseln.

„Es hatte uns wahnsinnig gefreut, bereits im Vorfeld der Ratssitzung eine Mehrheit für die zusätzliche Aufnahme von geflüchteten Kindern und Jugendlichen sowie weiteren vulnerablen Personen aus den Lagern in Griechenland zu bekommen. Umso bedauerlicher, dass dieser Beschluss im Rat nicht gefasst werden konnte.“

Die Aufnahme von sieben geflüchteten Kindern und Jugendlichen jetzt sei ein erster erfreulicher Schritt. „Wir sind sicher, dass es in der Bevölkerung auch eine Mehrheit für die Rettung weiterer Personen gibt.“

Thomas Harms ergänzt für die GRÜNE Fraktion, die sich nach seinen Worten in den vergangenen Wochen „immer wieder dafür stark gemacht, die Geflüchteten auf den griechischen Inseln nicht zu vergessen und die besonders schutzwürdigen Personen auch wirksam zu schützen“. Die Pandemie sei keine Innerdeutsche Angelegenheit. „Vielmehr gilt unsere Solidarität weltweit. Wir lassen niemanden zurück.“

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Tom Wedrins dankte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler. Das sei ein wichtiges Signal zur faktischen Aufnahme von Geflüchteten über die Quote hinaus, „die trotz des Bekenntnisses des Rates ein sicherer Hafen zu sein, bisher nicht erfolgt ist“.

Kritisch merkt Rolf Ralle von der Göttinger Linke/ALG-Ratsgruppe an: „Der Bund nimmt 50 Kinder und Jugendliche auf. Dieser erste Schritt ist wichtig, aber gleichzeitig nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch Göttingen kann mehr als sieben Menschen aufnehmen, wie wir immer wieder erklärt haben und auch weiter erklären werden.“

Die Ratsmehrheit fordert den Bund deshalb auf, weitere Kinder und unbegleitete Jugendliche, Schwangere und traumatisierte Menschen zeitnah nach Deutschland zu holen und auch in Göttingen unterzubringen.  tko

Am Aktionstag des Bündnisses Seebrücke demonstrieren hunderte Menschen in Göttingen und anderen Städten in Niedersachsen für eine humanere Flüchtlingspolitik.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.