CDU-Ratspolitiker besuchen Schule

Streit um Schul-Anbau: „Selbst Hunden im Zwinger steht mehr Platz zu"

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Wenig Platz: Die Klasse 7d des Göttinger Otto-Hahn-Gymnasiums hat fast 30 Schüler. Sie müssen mit einem 45-Quadratmeter-Raum auskommen. Ratspolitiker der CDU informierten sich über die Situation.

Am Otto-Hahn-Gymnasium in Göttingen herrscht Frust. Statt vier Stockwerke soll es plötzlich nur drei geben. Politiker machten sich ein Bild von der Situation.

Göttingen – Besuch aus dem Göttinger Stadtrat erhielt am Donnerstag das Otto-Hahn-Gymnasium (OHG). Im Streit um einen Anbau hatte die Schule eingeladen, sich die Situation vor Ort anzuschauen.

OHG Göttingen: Anderthalb Quadratmeter pro Schüler

Zahlreiche Ratsmitglieder der CDU nutzten die Chance, um mit Schülern, Schulleitung und Elternvertretern ins Gespräch zu kommen. Vertreter von Grünen und SPD waren am Vormittag nicht vor Ort. Eindrucksvoll war die Situation in der Klasse 7d. Dort müssen fast 30 Schüler mit 45 Quadratmetern auskommen, gerade einmal anderthalb Quadratmeter je Schüler. 

Es ist kaum Platz für Schulranzen oder die Jacken. Damit bei Klassenarbeiten nicht abgeschrieben wird, gibt es oft zwei Versionen der Aufgaben oder die ganze Klasse zieht in einen anderen Raum um. Elternvertreterin Monika van Vught, selbst Architektin, brachte die Situation auf den Punkt: „Selbst Hunden im Zwinger steht mehr Platz zu.“

OHG Göttingen: Kürzung des Projekts - Nur 3 statt den ursprünglichen 4 Stockwerken

Das Problem: Das OHG besitzt zahlreiche solcher kleinen Klassenräume. Etwa 1200 Schüler besuchen das Gymnasium. Laut Schulentwicklungsplan soll das Gymnasium sechs Klassen pro Jahrgang haben, aber im vergangenen Jahr konnten nur fünf Klassen für angehende Gymnasialschüler angeboten werden – aus Platzgründen.

Abhilfe sollte eigentlich der Anbau schaffen. Aber nun gibt es Pläne, das Projekt zu kürzen. So soll ein Stockwerk wegfallen. Sollte das Projekt so umgesetzt werden, so müssten auch künftig OHG-Schüler Klassenräume in der benachbarten BBS II nutzen. Die sind zwar groß genug, aber es fehlen dort unter anderem Aufenthaltsräume für die OHG-Schüler, ein Lehrerzimmer sowie ein Krankenzimmer. Außerdem fühlen sich die Jugendlichen dort vom Schulleben am OHG „abgehängt“, machte Schulleiterin Rita Engels deutlich.

Schulleiterin Engels: Schulgemeinschaft sei enttäuscht

Mit Blick auf die OHG-Klassen in der BBS II ergänzte CDU-Ratsfrau Wibke Güntzler, die auch dem Schulausschuss angehört: „Das ist keine Zweigstelle.“ Durch die unterschiedliche Altersstruktur sind aus ihrer Sicht Konflikte programmiert.

Schulleiterin Engels betonte gegenüber den Besuchern, dass die Schulgemeinde mit Blick auf die abgeänderte Pläne enttäuscht sei. Jahrelang habe man um die Erweiterung gekämpft.

CDU Göttingen: Angelegenheit werde geprüft

CDU-Fraktionsvorsitzender Olaf Feuerstein kündigte unterdessen an, dass seine Fraktion die kommenden zwei Wochen dafür nutzen werde, dass sich in der Angelegenheit noch etwas bewegt. Er sieht eine Ungleichbehandlung der Probleme an den verschiedenen Schulen in Göttingen. Der Rat will in seiner Sitzung am 13. März darüber entscheiden, wie es mit dem OHG-Projekt weitergeht.

„Wir hoffen auf sie“, gab Schülervertreter Tim Wiedenmeier (Klasse 8c) den Lokalpolitikern mit auf den Weg. „Seitdem ich hier an der Schule bin, ist der Anbau Thema“, ergänzte Schülervertreter Ferdinand Toischer (Klasse 9b).

Demonstration am kommenden Dienstag

Die Elternräte mehrerer Göttinger Schulen wollen am kommenden Dienstag, 3. März, gegen die aktuellen Sparpläne der Stadtverwaltung bei Schulbauten demonstrieren. Höhepunkt ist eine gemeinsame Kundgebung mit vielen Schülern um 15.30 Uhr vor dem Neuen Rathaus. Zuvor treffen sich die einzelnen Schulen an unterschiedlichen Orten. Folgende Schulen sind beteiligt: Bonifatiusschule, Brüder-Grimm-Schule, Hainberg-Gymnasium, Herman-Nohl-Schule und Otto-Hahn-Gymnasium.

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