Urteil am Dienstag verkündet

Brutaler Raubüberfall: Opfer erlitt mehrere Gesichtsbrüche - 5 Jahre Haft für 24-Jährigen 

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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier soll am Dienstag das Urteil fallen. Nicht nur das Opfer hofft auf Gerechtigkeit. 

In Göttingen wurde ein Mann wegen Raubes zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren verurteilt. Sein Opfer wurde damals schwer im Gesicht verletzt. 

  • Das Landgericht Göttingen hat am Dienstag einen Mann zu 5 Jahren Haft verurteilt
  • Das Opfer leidet heute noch unter den Spätfolgen  
  • Der Mann aus Göttingen sitzt nicht zum ersten Mal auf der Anklagebank. 

Update vom Dienstag, 18.01.2020, 19.30 Uhr: Das Landgericht Göttingen hat am Dienstag einen bereits vielfach vorbestraften Angeklagten wegen eines Raubüberfalls auf eine 83-jährige Frau aus Göttingen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt.

Die Kammer befand den 24-Jährigen des Raubes in Tateinheit mit Körperverletzung für schuldig. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Angeklagte Anfang September vergangenen Jahres in einer Sparkassenfiliale aufgehalten hatte, um nach einem geeigneten Opfer Ausschau zu halten.

Göttingen: Kammer blieb unter Forderung der Staatsanwaltschaft

Mit dem Urteil blieb die Kammer deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten gefordert hatte. Anders als der Staatsanwalt hielten es die Richter nicht für zweifelsfrei erwiesen, dass der Angeklagte die 83-Jährige geschubst hatte und sie dadurch zu Fall gekommen war.

Göttingen: Nicht auszuschließen, dass Rentnerin unglücklich gestürzt

Es sei nicht auszuschließen, dass die Rentnerin unglücklich gefallen sei, als der Angeklagte ihr die Handtasche zu entreißen versuchte. Dementsprechend stufte das Gericht – anders als die Staatsanwaltschaft - die Tat nicht als schweren Raub, sondern als einfachen Raub ein. Der Verteidiger hatte auf einen minder schweren Fall plädiert, ohne einen konkreten Antrag zu stellen.

Göttingen: 3 Jahre zuvor Tat nach gleichem Muster

Der Staatsanwalt hatte es als erschwerend gewertet, dass der Angeklagte drei Jahre zuvor schon einmal eine Tat nach dem gleichen Muster begangen hatte. Der 24-Jährige ist seit 2013 wiederholt durch Gewaltdelikte aufgefallen und zu mehrjährigen Jugendstrafen verurteilt worden. „Hab viel Scheiß gemacht“, sagte der Mann vor Gericht.

Erstmeldung vom Montag, 17.01.2020, 7 Uhr: Ein bereits vielfach vorbestrafter Angeklagter soll wegen eines Raubüberfalls auf eine 83-jährige Rentnerin in Göttingen eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten erhalten.

Das hat die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Göttingen gefordert. Der 24-Jährige hatte in dem Prozess gestanden, die sich im September in der Sparkasse aufgehalten zu haben, um dort ein geeignetes Opfer auszuspähen. 

Göttingen: Das Opfer verfolgte er bis nach Hause

Nachdem die 83-Jährige dort 1500 Euro abgehoben hatte, folgte er ihr zu Fuß und dann mit dem Bus bis zu deren Wohnung. Als sie das Haus betreten hatte, überfiel er sie im Treppenhaus und entriss seinem Opfer Handtasche.

Die 83-Jährige hatte in dem Prozess vor dem Landgericht Göttingen als Zeugin ausgesagt. Ihren Angaben zufolge hatte der Angeklagte sie bei dem Überfall gestoßen, sodass sie zu Boden fiel. Der 24-Jährige bestritt dies.

Göttingen: Das Opfer musste mehrmals operiert werden 

Der Staatsanwalt sah dies allerdings als erwiesen an. Die 83-Jährige hatte sich bei dem Sturz mehrere Gesichtsknochen gebrochen. Sie musste vier Tage am Tropf hängen und zweimal operiert werden.

Als sie im Krankenhaus das erste Mal ihr völlig lädiertes Gesicht sah, war sie schockiert: „Ich dachte, ich sehe aus wie ein Monster“, schilderte sie ihr Erschrecken. Das Opfer leidet nach eigenen Angaben bis heute unter den Folgen der Tat. Finger und Teile des Gesichts seien weiterhin taub, außerdem werde sie von Alpträumen und Panikattacken heimgesucht.

Der Staatsanwalt Göttingen wertete es als erschwerend, dass der Angeklagte drei Jahre zuvor schon einmal eine Tat nach dem gleichen Muster begangen hatte.

Nebenklagevertreter Rechtsanwalt Steffen Hörning warf dem Angeklagten vor, nichts aus den vorherigen Strafverfahren und Verurteilungen gelernt zu haben: „Der Gerichtssaal und die Anklagebank sind zu Ihrem zweiten Wohnzimmer geworden.“

Der Verteidiger machte in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Göttingen geltend, dass sich sein Mandant zur Tatzeit in äußerst schwierigen persönlichen Umständen befunden habe. Vor diesem Hintergrund sei die Tat als minder schwerer Raub einzustufen. 

Göttingen: Er beharrt darauf sein Opfer nicht geschubst zu haben 

Der Angeklagte beharrte in seinem Schlusswort darauf, sein Opfer nicht geschubst zu haben. „Es tut mir auch leid für diese Frau“, sagte er. Das Gericht Göttingen will sein Urteil am Dienstag verkünden.

Im Jahr 2018 ging ein ähnlicher Fall weniger Glimpflich für das Opfer aus. Auch dieser Fall kommt jetzt in Göttingen vor Gericht. 

Auch im September letzten Jahres kam es in G öttingen zu einer Bluttat. Hierbei kamen zwei der Opfer zu Tode. Nun wird er Täter wegen Doppel-Mordes angeklagt. 

Video: Ähnlich wie in Göttingen wurde auch in  Kassel ein Mann opfer eines Raubüberfalls

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