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Millionenbetrug im Internet: Opfer verlieren große Summen bei Online-Trading-Falle

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Von: Bernd Schlegel

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Vorsicht vor Online-Abzocke: Mehr als zwei Millionen Euro verlieren zwei Opfer aus dem Kreis Göttingen durch eine Betrugsmasche im Online-Trading.

Göttingen – Zwei Opfer aus dem Landkreis Göttingen haben 2021 und 2022 mehr als zwei Millionen Euro durch eine Betrugsmasche im Internet verloren. Die Polizei warnt vor der Falle.

„Es sind Straftaten, die bei Privatpersonen derzeit wahrscheinlich den größten finanziellen Schaden anrichten“, sagt Kriminalhauptkommissar Christian Kalinowski von der Polizeiinspektion Göttingen über die „Online-Trading“-Falle.

Kreis Göttingen: Opfer verlieren Millionensumme bei betrügerischem Online-Trading

Geschichten über leicht verdientes Geld, Bitcoins und Kryptowährung locken immer wieder Menschen auf windige Trading-Plattformen im Internet. Die Polizei warnt ausdrücklich vor den Online-Anlagebetrügern.
Geschichten über leicht verdientes Geld, Bitcoins und Kryptowährung locken immer wieder Menschen auf windige Trading-Plattformen im Internet. Die Polizei warnt ausdrücklich vor den Online-Anlagebetrügern, nachdem zwei Opfer aus Göttingen mehr als zwei Millionen Euro durch eine Betrugsmasche im Internet verloren haben. (Symbolbild) © Jens Kalaene/DPA

Und so funktioniert die Masche: Die Täter stellen eine Plattform ins Netz, über die sich angeblich weit überdurchschnittlich gute Gewinne erzielen lassen. Diese bewerben sie im Internet und berufen sich dabei unter anderem auf Prominente, die angeblich ebenfalls erfolgreich investiert haben.

Sobald sich die Opfer auf der Plattform registriert haben, werden sie von dem vermeintlichen Anlageberater kontaktiert und ihnen wird der weitere Ablauf erklärt.

Aufgrund der versprochenen Gewinne und der geschickten Gesprächsführung lassen sich Opfer zu oft zu einer Investition überreden.

Kriminalhauptkommissar Christian Kalinowski

„Das Geschäftsmodell ist für viele undurchsichtig. Aufgrund der versprochenen Gewinne und der geschickten Gesprächsführung lassen sich die Opfer dann leider doch zu oft zu einer Investition von einem zunächst kleinen Betrag überreden. Oft installieren die Opfer zusätzlich Fernwartungssoftware auf ihrem PC, um technische Unterstützung von dem angeblichen Broker zu erhalten“, sagt Kalinowski.

Die Gier nach dem schnellen Geld: Kriminalhauptkommissar Kalinowski warnt vor dubiosen Angeboten

Die Einzahlung lässt sich auf der von den Tätern programmierten Homepage im Account des Opfers nachvollziehen. Dort sind auch schnell die ersten „Gewinne“ sichtbar. „Durch den engen Kontakt mit dem angeblichen Anlageberater und der immer weiter steigenden Gewinne lassen sich die Opfer zu weiteren Einzahlungen überreden“, so der Kriminalhauptkommissar.

Christian Kalinowski Kriminalhauptkommissar
Christian Kalinowski Kriminalhauptkommissar © Polizeiinspektion Göttingen

Ein Opfer aus dem Landkreis Göttingen verlor auf diese Weise im vergangenen Jahr etwa 1,6 Millionen. In diesem Jahr gab es einen weiteren Fall mit einem Schaden von mehr als 600.000 Euro, so der Kriminalbeamte. Laut Kalinowski gilt für alle Fälle gleichermaßen: „Die vermeintliche Investition ist nur für die Täter ein Gewinn – die Opfer erleiden einen Totalverlust.“ (bsc)

Tipps: Darauf sollten Verbraucher achten

Verbraucher sollten skeptisch sein, wenn mit Gewinnen geworben wird, die weit über dem Durchschnitt liegen, sagt Kriminalhauptkommissar Christian Kalinowski. Bei unerwünschten Werbeanrufen ist es ratsam, einfach aufzulegen. Wer Geld in ein unbekanntes Finanzprodukt investieren will, sollte gegebenenfalls Rücksprache halten – zum Beispiel mit der eigenen Hausbank. Seriöse Finanzanbieter nutzen zudem keine Fernwartungssoftware. Weitere Informationen finden Sie hier. (bsc)

Verwandte Themen: Betrüger haben eine Seniorin in Göttingen um mehrere tausend Euro erleichtert, für die Masche nutzten sie Nachrichten über WhatsApp. Ein Mammut-Verfahren in Südniedersachsen ist geplatzt, es geht um Betrugsvorwürfe gegen Ex-Chefs des insolventen Göttinger Unternehmens EEV Erneuerbare Energieversorgung AG.

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