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Göttinger Patrick Cramer wird im Juni 2023 MPG-Präsident

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Von: Thomas Kopietz

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Max-Planck-Gesellschaft
Der Göttinger Patrick Cramer wird im Juni 2023 MPG-Präsident. Er arbeitet am MPI-Campus in Göttingen für das MPI für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen. © Thomas Kopietz

Max-Planck-Gesellschaft wählte Chemiker: Der Göttinger Patrick Cramer wird im Juni 2023 MPG-Präsident. Damit ist er der Nachfolger von Martin Stratmann.

Göttingen – 2023, im 75. Jahr ihres Bestehens, wird die 1948 in Göttingen gegründete Max-Planck-Gesellschaft (MPG) einen Göttinger als Präsidenten bekommen: Patrick Cramer (53) wird im Juni Nachfolger des scheidenden Präsidenten Martin Stratmann. Der MPG-Senat wählte Cramer am Donnerstag in Berlin.

Stratmann stand neun Jahre an der Spitze der Max-Planck-Gesellschaft und hatte bei seiner Wiederwahl 2019 angedeutet, dass er keine volle zweite Amtszeit anstrebe.

Patrick Cramer ist seit 2014 Direktor am Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften

Patrick Cramer ist seit 2014 Wissenschaftliches Mitglied der MPG und Direktor am Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften (vormals Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie) – dort führt er auch die Geschäfte. Als Wissenschaftler genießt er hohe Anerkennung, wurde mehrfach hochrangig ausgezeichnet, so mit dem Leibniz-Preis und Ernst Jung-Preis für Medizin.

Prof. Patrick Cramer MPI-Direktor
Prof. Patrick Cramer MPI-Direktor © Privat

Cramer ist Mitglied der Leopoldina sowie der European Molecular Biology Organization und seit 2020 auch der US-amerikanischen National Academy of Sciences. Auch deshalb gilt Cramer als bestens vernetzt in der Forschungslandschaft mit exzellenten Verbindungen zur Politik.

Der Göttinger ist auch in der Corona-Forschung aktiv

Als Forscher hat er Bahnbrechendes bewirkt: Er konnte die dreidimensionale Struktur eines der größten Enzyme im Zellkern, der RNA-Polymerase, aufklären und darauf aufbauend den Transkriptions-Mechanismus entschlüsseln. Mit diesem Kopiervorgang erstellen lebende Zellen Abschriften ihrer Gene, die Bauanleitung für die Produktion von Proteinen sind. Zudem ist Cramer auch in der mRNA- und Corona-Forschung stark unterwegs.

Patrick Cramer habe nicht nur eine brillante, oft mit Preisen gewürdigte wissenschaftliche Vita, sondern bringe auch breite Erfahrung aus der universitären Selbstverwaltung und einer Reihe unterschiedlicher Organisationen mit und „damit die Managementfähigkeiten für die Leitung einer Wissenschaftsorganisation vom Range der Max-Planck-Gesellschaft“, sagte Vizepräsident Andreas Barner.

Die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften ist eine der führenden deutschen Institutionen im Bereich der Grundlagenforschung. Der Verein unterhält 85 Forschungsinstitute und -einrichtungen. Davon befinden sich fünf Max-Planck-Institute und eine Außenstelle im Ausland. In Göttingen gibt es vier MPI, darunter das größte überhaupt, das MPI für Multidisziplinäre Naturwissenschaften, an dem Cramer forscht, der es auch temporär als geschäftsführender Direktor leitet. Die Finanzierung der Max-Planck-Gesellschaft erfolgt überwiegend aus öffentlichen Mitteln von Bund und Ländern, 2020 waren es etwas mehr als 1,92 Milliarden Euro. Hinzu kommen Drittmittel für Projekte von öffentlichen oder privaten Geldgebern sowie der EU sowie eigene Erlöse aus dem Technologietransferbereich und aus Patenten. (Thomas Kopietz)

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