Mann wollte Vater töten

Prozess um Macheten-Attacke in Göttingen: Angreifer wirkte laut Zeuge „wahnsinnig“

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Landgericht Göttingen/Amtsgericht Göttingen: Parkplatz und Eingang am Maschmühlenweg.

Ein 32-Jähriger steht in Göttingen wegen einer Gewaltattacke mit einer Machete vor Gericht. Nun hat ein Zeuge zu der Tat ausgesagt. 

  • Ein 32-Jähriger steht in Göttingen vor Gericht
  • Er hatte seinen Vater mit einer Machete lebensbedrohlich verletzt
  • Nun hat sich ein Zeuge geäußert

Göttingen – Im Prozess um eine blutige Gewaltattacke mit einer Machete hat vor dem Landgericht Göttingen ein Polizist ausgesagt, der den mutmaßlichen Angreifer Tat vernommen hatte. Dieser soll im August 2019 seinen 62-jährigen Vater in der elterlichen Wohnung in der Weender Landstraße mit einer Machete angegriffen und lebensgefährlich verletzt haben.

Göttingen: Angriff mit Machete - Angeklagter bei Vernehmung kooperativ

Der 32-Jährige sei bei der Vernehmung sehr ruhig und kooperativ gewesen, sagte der Polizist. Er habe traurig, aber auch erleichtert und zufrieden gewirkt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte aufgrund einer psychischen Erkrankung zur Tatzeit schuldunfähig war. Anstelle einer Anklage hat sie deshalb einen Antrag im Sicherungsverfahren gestellt. Der 32-Jährige soll weiter in der Psychiatrie untergebracht bleiben.

Gegenüber den Polizeibeamten gab er an, dass er später einen Mann in die Wohnung gedrängt und mit der Machete auf ihn eingeschlagen habe. Der 32-Jährige habe nie „Vater“ gesagt, sondern diesen immer nur „der Mann“ genannt, berichtete der Polizist. Er habe den Vater auch als „Monster“ bezeichnet, das ihn „viel verletzt“ und seine „Seele getötet“ habe. Deshalb, so die Aussage des 32-Jährigen, habe er „einen Täter töten“ wollen.

Göttingen: Angriff mit Machete - Opfer lebensgefährlich verletzt

Der heute 63 Jahre alte Vater war durch die Macheten-Hiebe lebensgefährlich verletzt worden. Der Gerichtsmediziner geht davon aus, dass das Opfer von mindestens 20 Hieben getroffen wurde. Der 63-Jährige habe schwerste Verletzungen an Kopf, Nacken und den Extremitäten erlitten. Durch die Hiebe auf den Kopf habe sich die Kopfhaut großflächig abgelöst, so dass man von einer Skalpierung sprechen könne.

Außerdem sei es zu einer ausgeprägten Blutung im Schädelinnenraum gekommen, die erhebliche Langzeitschäden verursacht habe. Die seitdem auftretenden epileptischen Anfälle und die eingeschränkte Motorik seien auf diese Kopfverletzung zurückzuführen. Dem 63-Jährigen mussten zudem zwei Finger amputiert werden. Laut einem Gutachten ist er infolge der Verletzungen so schwer beeinträchtigt, dass er in Pflegegrad 3 eingestuft wurde.

Göttingen: Angriff mit Machete - Der Angreifer wirkte wahnsinnig

Der mutmaßliche Angreifer hatte sich ebenfalls an den Fingern verletzt. Ein Anwohner hatte den 32-Jährigen gesehen, als er aus dem Haus kam. Die Hände seien komplett rot gewesen. Der Mann sei blutüberströmt und barfuß gewesen, auch die Jeans sei blutdurchtränkt gewesen. Daraufhin habe er den Rettungsdienst angerufen und sei dem Mann gefolgt. Als er ihn fragte, ob er Hilfe brauche, habe der Mann gesagt: „Wonach sieht es denn aus? Ich lauf jetzt zum Krankenhaus.“ Kurz darauf habe er sich auf eine Mauer gesetzt. „Der wirkte einfach ein bisschen wahnsinnig“, meinte der Zeuge.

VON HEIDI NIEMANN/pid

Wegen schwerer räuberischer Erpressung und Körperverletzung muss sich seit Montag ein 25-jähriger Mann aus Einbeck vor der Jugendkammer des Landgerichts Göttingen verantworten. Er bedrohte einen Bekannten mit einer Machete.

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