Bewegende Ansprachen

Tausende demonstrieren in Göttingen: Kerzen für  George Floyd

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Demonstration in Göttingen: Rassen-Diskriminierung gibt es nach Meinung der Teilnehmer auch in Deutschland. Daran ließen die Redner keinen Zweifel.

Tausende Demonstranten solidarisieren sich in Göttingen mit der Black Lives Matter Bewegung machen auf Rassismus in Deutschland aufmerksam.

  • George Perry Floyd wird am 25.05.2020 in der US-Großstadt Minneapolis von einem Polizisten getötet
  • In Göttingen demonstrieren 1000 Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt
  • Kerzen werden am Gänselieselbrunnen aufgestellt

Bewegende Ansprachen, Gedichte und Lieder gab am Samstag in Göttingen bei einer Demonstration gegen Rassismus zu hören. Rund 1000 Teilnehmer waren zu der Aktion vor dem Alten Rathaus zusammengekommen und solidarisierten sich mit der Bewegung Black Lives Matter. 

Sie gedachten an den Afroamerikaner George Floyd, der bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz in den USA umgekommen war.

Black Lives Matter-Demo in Göttingen: Kerzen am Brunnen

„Wen soll man rufen, wenn die Polizei mordet“, hieß es auf einem der vielen Pappschildern in Göttingen. „Wer schweigt, stimmt zu“, auf einem anderen. Und: „Wir wollen keinen Rassenkrieg starten, sondern einen beenden.“

Das Bipoc-Kollektiv (Black, Indigenous, People of Colour) hatte zu der Kundgebung aufgerufen, an auch zahlreiche schwarz gekleidete Anhänger insbesondere aus der linken Szene teilnahmen. Bei strömendem Regen, dann Sonnenschein wurden Kerzen entzündet und am Gänselieselbrunnen abgestellt.

Black Lives Matter-Demo in Göttingen: Rassismus in Deutschland wird angeprangert

Rassismus gibt es nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland: Daran ließen die schwarzen Redner in Göttingen keinen Zweifel. Teils mit brechender Stimme, teils zornig berichteten sie von Diskriminierungen in der Schule und bei der Arbeit, auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln. 

„Extrem erschöpfend“ sei das, klagte eine Rednerin. „Hört schwarzen Personen zu, nehmt sie ernst, redet Unrecht nicht klein“, bat eine andere.

Gedenken an George Floyd: Am Gänselieselbrunnen wurden Kerzen entzündet.

Auch in der Bundesrepublik hätten Polizisten in den vergangenen Jahren Migranten getötet, hieß es. Es wurden Namen genannt: darunter die von N’deye Mareame Sarr, Oury Jalloh und Yaya Jabbie. 

Der Tod von Geflüchteten im Mittelmeer oder die Zustände in Auffanglagern zeigt nach Meinung der Redner den „institutionalisierten Rassismus“ Europas. Ein Schwarzer äußerte seine Hoffnung, dass Floyds Tod „den privilegierten Weißen“ in Deutschland die Augen öffne und sie endlich handelten.

von Michael Caspar

Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd durch einen Polizisten in den USA solidarisiert sich Kassel mit den Opfern von Rassismus und Polizeigewalt.

In mehreren niedersächsischen Städten, darunter in Göttingen, sind an diesem Wochenende Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt geplant.

In Kassel wurde eine Demo gegen aktuelle Kriegsverbrechen der Türkei angekündigt. Auch die Rüstungsindustrie in Kassel soll thematisiert werden. 

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