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Sartorius kauft sich bei schwedischem Bio-Tech-Unternehmen Bico ein

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Von: Thomas Kopietz

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Sartorius streckt über eine Beteiligung an dem Bio-Tech-Unternehmen Bico aus Schweden noch stärker die Fühler auf dem asiatischen Markt aus.

Göttingen – Der Dax-Konzern Sartorius wartet mit Neuigkeiten auf: Kürzlich meldete die DPA zunächst, dass der Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Kreuzburg die Gunst der Börsen-Stunde genutzt, sich von einem persönlichen Vorzugsaktienpaket getrennt, sprich diese verkauft, und dabei einen guten Schnitt gemacht hat.

Am Abend kam dann die Meldung, dass Sartorius die Zusammenarbeit mit der schwedischen Bico Group massiv verstärkt. Mit den Produkten des Biotech-Unternehmens will man speziell den asiatischen Markt stärker bespielen. Zudem erhöht das Unternehmen aus Göttingen den Aktienanteil an Bico.

Göttinger Dax-Konzern Sartorius kauft sich bei schwedischem Bio-Tech-Unternehmen Bico ein

Sartorius AG: Der Sartorius-Campus im Industriegebiet Göttingen-Grone an der Hans-Böckler-Straße. Zu sehen ist der Eingangsbereich und ein Bürogebäude.
Sartorius AG Hauptsitz: Der Sartorius-Campus im Industriegebiet Göttingen-Grone an der Hans-Böckler-Straße. © Hubert Jelinek

Man wolle auf den Feldern Technologie sowie Vertrieb und Marketing stärker zusammenarbeiten, auch, weil Bico das Produktportfolio von Sartorius ergänzt. Die Bico Group bietet Instrumente und Verbrauchsmaterialien für Bioprinting-, Biosciences- und Bioautomation-Anwendungen an.

Mit mehr als 32.000 installierten Instrumenten in über 65 Ländern sind Bico-Produkte und -Lösungen in mehr als 3.500 Laboren zu finden, darunter bei den 20 größten Pharmaunternehmen der Welt, und wurden in mehr als 11.000 Publikationen zitiert.

Im Rahmen der Partnerschaft werden beide Unternehmen bei Forschung und Entwicklung in den Bereichen 3D-Zell-Druckverfahren und damit verbundene Technologien sowie digitale Lösungen für Arbeitsabläufe in der Zelllinien-Entwicklung kooperieren, wie es heißt.

Bio-Tech-Unternehmen Bico fertigt auch Instrumente für Bioprozesse

Für Bico hat das einen großen Vorteil: Das Unternehmen kann seine Produkte in der Region Asien-Pazifik über Sartorius vertreiben, das dort stark unterwegs ist. So will Bico dort deutlich expandieren, was wiederum positive Effekte für den gesamten Markt dort haben wird.

Wir sehen in der Beteiligung von Sartorius eine Bestätigung der Bico-Wachstumsstrategie.

Erik Gatenholm, Bico-CEO

„Wir sehen in der Beteiligung von Sartorius eine Bestätigung der Bico-Wachstumsstrategie“, sagte Erik Gatenholm, CEO und -Mitbegründer. Dass es Sartorius mit der Partnerschaft ernst nimmt, zeigt auch der Kauf von Bico-Aktien zum Stückpreis von 76 schwedischen Kronen und insgesamt etwa 487 Millionen Schwedischen Kronen, das sind rund 45 Millionen Euro.

Zusammen mit der bereits bestehenden Beteiligung von Sartorius an Bico wird sich der Gesamtanteil von Sartorius nach Abschluss der Transaktion auf etwa 10,1 Prozent der Aktien und 8,5 Prozent der Stimmrechte belaufen.

Synergieeffekte: Bico nutzt die Sartorius-Betriebswege in Asien

„Die Kooperation mit Bico wird es uns ermöglichen, unsere Aktivitäten in sehr dynamischen Bereichen wie modernen Zellmodellen und digitalen Arbeitsabläufen in der Wirkstoffforschung und -entwicklung gemeinsam zu stärken“, sagt Sartorius-Vorstand Gerry Mackay, der die Sparte Lab Products leitet.

Man werde die Positionen beider Unternehmen auf den schnell wachsenden asiatischen Märkten weiter ausbauen. So sei man überzeugt, dass „die strategische Partnerschaft und die Investition in Bico für beide Seiten wertschaffend sein werden“, blickt Mackay optimistisch voraus.

Sartorius-CEO: Dr. Joachim Kreuzburg.
Sartorius-CEO: Dr. Joachim Kreuzburg. © Sartorius/nH

Über die von Bico entwickelten und eingesetzten Abläufe und Techniken ist auch möglich, die Zahl der Tierversuche zu senken, heißt es. Zurück zu Sartorius-Vorstandschef Dr. Joachim Kreuzburg: Er hat die jüngste Kurserholung der Sartorius-Aktie genutzt und sich von einem privaten Aktienpaket getrennt. Wert: rund acht Millionen Euro.

Sartorius will digitale Arbeitsabläufe und Werkstoffforschung gemeinsam stärken

Er verkaufte, wie die DPA meldet, insgesamt 20.000 Papiere zu einem Preis von 400 Euro je Stück. Die Vorzugsaktien Life-Science-Konzerns waren im November wieder über die 400-Euro-Marke geklettert, nachdem sie im Oktober bis auf ein Zwischentief bei 311 Euro abgerutscht waren. Anfang 2022 notierten die Papiere bei knapp 600 Euro.

Zur Erklärung: Kreuzburg erhält ein Teil seiner Jahres-Vergütung auch in Aktien. Und: Im Rahmen seiner erneuten Bestellung für fünf Jahre zum Vorstandsvorsitzenden wurde ihm zusätzlich eine Aktienvergütung in Form von Aktien der Gesellschaft mit einem Zuteilungswert von fünf Millionen Euro (Basis Kurswert 5. Dezember 2019) zugesagt; das sind also eine Million Euro pro Jahr bis Ende der Vertragslaufzeit.

Deshalb wurden Kreuzburg zu Beginn der neuen Bestellungszeit im November 2020 eine entsprechende Anzahl eigener Aktien (insgesamt 27 570), bestehend je zur Hälfte aus eigenen Vorzugs- und eigenen Stammaktien, übertragen. Diese Aktien aber darf der Vorstandschef noch nicht verkaufen, es gelten dafür Haltefristen – bis November 2024. (tko)

Verwandte Themen: Der Göttinger Dax-Konzern Sartorius unterstützt Entwickler neuer Behandlungsmethoden. Auch am Sartorius-Standort in Göttingen fand im November 2022 ein Warnstreik der IG Metall statt.

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