Streit schwelte offenbar mehrere Tage

Schlägerei im Flüchtlingsheim: Es ging um eine Speicherkarte

Göttingen. In der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen IWF-Gebäude am Nonnenstieg in Göttingen gab es Freitagabend eine Massenschlägerei. Dabei wurden vier Menschen verletzt.

Nach Auskunft der Göttinger Polizei war es gegen 17.30 Uhr zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen den Angehörigen einer Familie aus Afghanistan und mehreren Pakistanern gekommen. Wie viele Menschen in die Schlägerei verwickelt waren, ist unbekannt. 

Im Verlauf des Streits wurden vier Menschen leicht verletzt. Ein 16-jähriges Mädchen erlitt eine oberflächliche Verletzung am Arm. Sie wurde von Rettungssanitätern vor Ort ambulant versorgt. Die drei anderen Verletzten, eine Frau und zwei Männer, wurden in die Göttinger Uni-Klinik eingeliefert. Die 38-Jährige und der 46 Jahre alte Mann konnten die Klinik Krankenhaus noch in der Nacht wieder verlassen. Ein 27 Jahre alter Pakistaner musste wegen einer Platzwunde am Kopf in der Klinik bleiben. 

Dieser Artikel wurde am 27. Dezember um 13 Uhr aktualisiert.

Gestritten wurde laut Polizei um die Herausgabe einer Handy-Speicherkarte. Auf der sollen sich eine „Aufnahme von einer unerlaubten Liebesbeziehung“ befunden haben, wie die Polizei mitteilt. Der Streit um die Herausgabe habe bereits vor Weihnachten begonnen und sei am ersten Weihnachtstag eskaliert. 

Die Polizei war mit mehreren Beamten und acht Einsatzfahrzeugen aus Göttingen,m Northeim und von der Autobahnpolizei sowie zwei Diensthunde-Führer vor Ort, um die Streiterei zu schlichten. Die Beamten trennten die Streithähne. Die Beteiligten, soweit bekannt, wurden mit Hilfe einer Dolmetscherin zum Geschehen befragt, die Personalien festgestellt. Die Polizeibeamten sprachen schließlich mehrere Platzverweise aus. Zu weiteren Zwischenfällen kam es anschließend nicht.

Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der wechselseitigen Körperverletzung eingeleitet.

In den Gebäuden des Flüchtlingswohnheims am Nonnenstieg 72 sind seit November 2015 Flüchtlinge untergebracht, darunter auch viele Familien. Im Moment leben dort mehr als 100 Menschen. Bisher gab es dort keine besonderen Vorkommnisse oder gar gewalttätige Streitigkeiten. 

Der Vorfall am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages war auch Nachbarn aufgefallen, die von der Präsenz der Polizei und Einsatzfahrzeuge aufgeschreckt wurden.

Rubriklistenbild: © dpa

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