Bundestagsabgeordneter übt Kritik

Göttingen soll Potenzial der Kultur- und Kreativwirtschaft nutzen

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Treffpunkt der Kreativ- und Kulturwirtschaft in Göttingen: Die Musa im Hagenweg: Nach Umbau und Erweiterung haben hier auch Künstler Ateliers gemietet.

Göttingen. Die Kommunalpolitik in seiner Heimatstadt hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler nicht aus den Augen verloren. Jetzt will er die Kreativwirtschaft stark machen. Dafür soll auch eine zusätzliche Kraft in der Stadtverwaltung sorgen.

Deshalb schreibt Güntzler an Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD), mit dem Ziel, dass ein „Beauftragter für die Kultur- und Kreativszene“ installiert wird – als Bindeglied zwischen Stadt, Wirtschaft, Universität und Kreativschaffenden. Und sie soll zusätzlich zur vorhandenen Kulturförderung in Göttingen geschaffen und finanziert werden.

„Die Kultur- und Kreativwirtschaft wurde schon in vielen deutschen Städten als Standortfaktor der Zukunft und wichtiger Entwicklungsmotor erkannt“, sagt Güntzler, der diesen Bereich als Wachstumsbranche sieht, die erkannt und vor allem „nicht unterschätzt werden sollte“. Lokal würde sie häufig aber noch nicht als solche identifiziert“, wie Güntzler gegenüber der HNA sagte.

Kürzlich veranstaltete der Bundestagsabgeordnete ein mit Experten besetztes Forum zum Thema im Kulturzentrum Musa, die im Übrigen nach dem Umbau ein vorbildliches Zentrum für selbstständig Kreativschaffende sei, wie er betonte. Dabei und bei weiteren Treffen mit Kreativen vor Ort sei für ihn klar geworden, „dass auch in Göttingen viel Potenzial in diesem Wirtschaftszweig steckt, es aber noch an einer Bündelung der Kräfte mangelt“.

Wenn es gelänge, „Vorhandenes nutzen, Neues zu schaffen und die Menschen aus diesem Bereich zusammenführen, könnte Göttingen zu dem Kultur- und Kreativzentrum in Niedersachsen werden“.

Die Weiterentwicklung der hiesigen Kultur- und Kreativszene könne nur gemeinsam durch die Stadt, Wirtschaft und Universität vorangetrieben werden. „Gelingt das, dann würde das auch die Attraktivität Göttingens steigern“, erwartet Güntzler. Voraussetzung sei aber das Schaffen der besagten Stabsstelle. „Beauftragter für die Kultur- und Kreativszene“. Der könne durchaus die bereits gegangenen „ersten Schritte zur Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft weitergehen“.

Den Gesamtumsatz der Kreativbranche beziffert Güntzler auf aktuell rund 150 Milliarden Euro. Die Wertschöpfung lag 2016 bei 98,8 Milliarden Euro. „Sie liegt damit knapp hinter der Wertschöpfung des Maschinenbaus mit 101,6 Milliarden Euro und damit fast doppelt so hoch, wie bei der chemischen Industrie, das ist enorm“, betont das Finanzausschussmitglied des Deutschen Bundestages.

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