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Göttingen: Re-Start für Stadthalle im Februar 2024 geplant

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Von: Thomas Kopietz

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Langwierige Bauzeiten, explodierende Kosten: Auch der Steuerzahlerbund kritisiert die Sanierung der Göttinger Stadthalle. Die Stadt will indessen den Kostenplan einhalten.

Göttingen – Der Sanierungsfall Stadthalle Göttingen ist für viele Bürger zum Ärgernis geworden: lange Planungs- und gefühlt nicht endenden Bauzeit, explodierende Kosten. Landesweit erlangte der Fall traurige Berühmtheit. Denn als das rief kürzlich den Bund der Steuerzahler Niedersachsen/Bremen auf den Plan.

Der prangerte in seinem Schwarzbuch die Göttinger Stadthallensanierung als einen klaren Fall von Steuerverschwendung aufgrund unvollständiger Planungen an. 19,5 Millionen Euro sollte das Aufmöbeln der maroden Halle, die im Volksmund „Kachelofen“ heißt, laut Plan aus 2017 kosten. Mehr als 40 Millionen Euro sollen es nun werden. Genau: 41,5 Millionen Euro.

Re-Start für Stadthalle Göttingen im Februar 2024 geplant

Mit neuen Kacheln: Die sanierte Stadthalle Göttingen kostet nun 41,5 Millionen Euro, nach letzten Berechnungen. Angesetzt waren ursprünglich 19,5 Millionen Euro. Eröffnung soll im Februar 2024 sein.
Mit neuen Kacheln: Die sanierte Stadthalle Göttingen kostet nun 41,5 Millionen Euro, nach letzten Berechnungen. Angesetzt waren ursprünglich 19,5 Millionen Euro. Eröffnung soll im Februar 2024 sein. © Thomas Kopietz

Immerhin meldet die Stadtverwaltung eine Woche nach der Standpauke durch den Steuerzahlerbund, dass es bei diesen 41,5 Millionen Euro bleiben soll. „Der aktuelle Stadthallen-Finanzreport bestätigt, dass der Finanzplan des aktuell größten Sanierungsprojekts der Stadt Göttingen stabil bleibt“, so die offizielle Verlautbarung.

Die Stadt kündigt nun auch ein „Soft Opening“ für das vierte Quartal 2023 an. Hinter dem nicht einmal neudeutschen Wort verbirgt sich eine Testbetriebsphase. Dann sollen verschiedene Veranstaltungsarten probehalber ablaufen. Und die Verwaltung lehnt sich jetzt auch bezüglich einer Eröffnung aus dem von neuen blauen Kacheln verkleideten Stadthallen-Fenster: Im Februar 2024 soll es soweit sein.

„Angesichts der derzeitigen Situation im Bausektor ist der stabile Finanzreport keine Selbstverständlichkeit“, sagt Göttingens neuer Stadtbaurat Frithjof Look, der im September seinen Dienst antrat. „Mit dem Test der komplexen Bühnentechnik und einem anschließenden ‘Soft Opening‘ und dem Eröffnungstermin im Februar 2024 geben wir allen Beteiligten die Chance, die Gewerke abzunehmen und ruhig und besonnen in einen Probebetrieb zu gehen.“

Verschwendung: Bund der Steuerzahler kritisiert Sanierung der Göttinger Stadthalle

Das sei vor allem auch für die Nutzer der Stadthalle ein wichtiges Signal. Denn, so Frithjof Look, könne man „mit der festen Terminvorgabe jetzt schon in die konkrete Veranstaltungsplanung einsteigen“.

Übrigens: Die CDU-Fraktion im Stadtrat war jahrelang gegen die Pläne, getragen von SPD und Grünen, ins Feld gezogen. Sie war der Ansicht, dass für mehr als 30 Millionen Euro auch ein Neubau realisierbar sei – möglicherweise auch am Veranstaltungszentrum Lokhalle. Heute bilden SPD, CDU und FDP ein Haushaltsbündnis. Die CDU ist auch im laut Steuerzahlerbund Verschwendungsfall Stadthalle leiser geworden. (tko)

Weitere Informationen: Der Finanz- und Zeitplan wird dem Finanzausschuss am Montag, 7. November präsentiert. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr im Ratssaal (Neues Rathaus, Hiroshimaplatz).

Weiteres zum Thema: Der Steuerzahlerbund ist empört über unnötig hohe Kosten im niedersächsischen Landtag.

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