Köhler vereidigt: Göttingen steht vor sieben wichtigen Jahren

Im Amt: Rolf-Georg Köhler (links) legte am Montagabend im Rat der Stadt und vor Wilhelm Gerhardy den Eid ab. Foto: tko

Göttingen. Nach 15 Minuten ging es für Rolf-Georg Köhler  so richtig los: Der gewählte Oberbürgermeister legte während einer Sitzung im Rat der Stadt am Montag seinen Amtseid ab.

Ohne Brimborium, ruck-zuck ging die Zeremonie über die Bühne. Köhler (SPD) sprach Wilhelm Gerhardy den Text nach, hob kurz die Hand und nahm dann alsbald den Platz des Oberbürgermeisters ein.

Zuvor aber richtete er kurz das Wort an die Ratsmitglieder - in einem milden aber klaren Tonfall, der unterstrich, was sich Köhler für seine Amtszeit im Rat wünscht: Einen kollegialen Umgang und eine konstruktive Zusammenarbeit. Die aber solle nicht ohne Diskussionen ablaufen. „Ich möchte die Ideen, die in dieser Stadt existieren, mit ihnen diskutieren und zielgerichtet zu Entscheidungen führen.“ Köhler glaubt, dass die nächsten sieben Jahre - auch für die Entwicklung der gesamten Bundesrepublik - kein unwesentlicher, sondern eine wichtige Zeitspanne sein werden.

Vordringlich zu lösen ist das Problem Zustrom der Flüchtlinge: „Wir müssen davon ausgehen, dass weitere Menschen aus Kriegsgebieten zu uns kommen werden.“ Man habe es in Göttingen bisher geschafft, die Menschen dezentral verteilt und sinnvoll betreut unterzubringen. Doch die Leistungsgrenzen seien erreicht.

Köhler machte klar, dass in den nächsten Monaten entschieden werden muss, wo auch in Göttingen Sammelunterkünfte für Flüchtlinge geschaffen werden können. Zu dem von den Grünen ins Gespräch gebrachten Standort IWF-Gebäude am Nonnenstieg sagte er: „Ich habe Kontakt zum bisherigen, wie auch möglicherweise zukünftigen Eigentümer aufgenommen und hoffe, ihnen in nächster Zeit berichten zu können, wie es weitergeht.“

Dafür brauche man die Unterstützung aller Fraktionen im Rat und aller Menschen in dieser Stadt. „Denn dieses ist auch keine leichte Aufgabe in der Kommunikation. Wir sind verpflichtet, auch bei Flüchtlingen eine Begrüßungskultur zu entwickeln. Keiner von denen kommt freiwillig, er wird getrieben, vertrieben, bedrängt. Das wird in den nächsten drei Monaten in Göttingen zu intensiven Diskussionen führen.“

Grundsätzlich möchte Rolf-Georg Köhler die Kommunikation in der Stadt verbessern, die Bürger stärker einbeziehen. „In Zeiten des Internets wird keiner mehr akzeptieren, dass Informationen nicht rechtzeitig ankommen“, mahnte er und setzte auch einen Pflock auf dem Themenfeld Wohnungsnot und -bau: Verwaltung und Rat sollten dabei stärker agieren: „Wir müssen aktiver werden, nicht zu viel Investoren und Entwicklern überlassen. Wir selbst müssen den Rahmen vorgeben.“

Von Thomas Kopietz

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