Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) in Göttingen

Streit um Schul-Nebau - Göttinger Verwaltung will Projekt abspecken

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Der Eingang zum Otto-Hahn-Gymnasium: Eigentlich sollte die Schule einen vierstöckigen Neubau bekommen. Das Projekt soll nun abgespeckt werden.

Zwischen der Schulgemeinde des Otto-Hahn-Gymnasiums und der Stadtverwaltung ist ein handfester Streit entbrannt: Das Neubau-Projekt für die Schule soll eingedampft werden.

Göttingen – Das stößt auf Widerstand. Im November 2017 beschloss der Rat einen kompakten Neubau mit vier Geschossen und eine Geschossfläche von gut 3000 Quadratmetern. Das entspricht einer Fläche von einem halben Fußballfeld. Ursprünglich vorgesehen waren 7,7 Millionen Euro. Die aktuelle Kostenschätzung liegt aber bei mehr als zwölf Millionen Euro. Hinzu kommt eine Brandschutzsanierung von 3,9 Millionen Euro. Gesamtsumme: 16,3 Millionen Euro.

Die Stadt schlägt zur Kostenreduzierung einen Neubau ohne viertes Obergeschoss vor. Dadurch würde die Investitionssumme auf 15,2 Millionen Euro sinken.

OHG Göttingen: Weiterhin Räume anmieten

Der Wermutstropfen bei den Überlegungen: Es müssen weiterhin sieben Klassenräume für den Unterricht von OHG-Schüler in den Berufsbildenden Schulen (BBS) II in der Nachbarschaft angemietet werden. Und genau daran entzündet sich nun der Streit.

„Trotz der Tatsache, dass wir grundsätzlich nachvollziehen können, das Überlegungen zur Finanzierbarkeit der dringend benötigten Schulsanierungen angestellt werden müssen, haben wir diesen Vorschlag mit großer Bestürzung zur Kenntnis genommen“, sagt OHG-Schulleiterin Rita Engels zu dem Vorschlag. 

Rita EngelsLeiterin desOtto-Hahn-Gymnasiums

Der ursprüngliche Entwurf basiere auf räumlichen und pädagogischen Notwendigkeiten. „Bereits jetzt erleben wir mit teilweise sehr drastischen Konsequenzen, was es bedeutet, mit einem Teil der Klassen in den BBS II untergebracht zu sein, die ja für uns keine Außenstelle ist, sondern lediglich eine Unterbringung der Schülerinnen und Schüler, die sich darüber hinaus in ständigem Wechsel zwischen den Gebäuden befinden“, macht Engels deutlich.

Junge Liberale Göttingen: Vorhaben sei finanzpolitisch unsinnig

Scharfe Kritik an den Plänen der Stadtverwaltung kommt von den Jungen Liberalen: „Dieses Vorhaben ist nicht nur für das Schulklima verheerend und gerade für junge Schüler unzumutbar, sondern auch finanzpolitisch unsinnig“, sagt Jan Risting, Vorsitzender der JuLis Göttingen. Aus seiner Sicht ist die Anmietung der Räume in den BBS II langfristig teurer.

In dieser Woche hat das Otto-Hahn-Gymnasium Interessierte eingeladen, den Lernalltag in der Schule zu erleben. Dazu planen die Schüler- und Elternvertreter und die Schulleitung einen Aktionstag am Donnerstag, 27. Februar. Dabei soll demonstriert werden, was der abgespeckte Neubau für das Leben in der Schule bedeuten würde.

Göttingen: Das sagt die Stadtverwaltung

Die Stadtverwaltung verteidigt ihre Überlegungen und verweist auf andere Göttinger Schulen, die Außenstellen haben: Das eingesparte Geld werde für andere Schulbauten in der Stadt gebraucht. Auf den Bau der Mensa habe die Verwaltung bewusst nicht verzichtet, obwohl es in den benachbarten BBS II ebenfalls eine solche Einrichtung gibt. Dem Steuerzahler sei es laut Verwaltung nicht zumutbar, dass Schulräume in Sichtweite und kurzem Weg über den Schulhof zur Verfügung stehen und dennoch neu gebaut werden.

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