Protestveranstaltung auf dem Uni-Campus

Demo auf dem Campus: Studierende protestieren gegen hohe Semesterbeiträge und Mieten

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Studentenwerk Göttingen: Die Einrichtung unterhält Mensen – hier die Mensa am Turm – und Wohnheime. Studierende zahlen stetig mehr für Wohnen und Essen. 

Montagnachmittag wird am Uni-Campus protestiert - gegen höhere Semesterbeiträge und gegen die Landesregierung, die nach Meinung vieler zu wenig Unterstützung - auch ans Studentenwerk - zahlt.

Zahlreiche Fachschaften, Studentenwohnheime und politische Gruppen machen am Montagnachmittag auf dem Campus der Universität gegen die Erhöhung des Studentenwerkbeitrages und der Wohnheimmieten und gegen die Landesregierung mobil: Die Demonstration soll um 15 Uhr beginnen, zu der das „Bündnis gegen die Unterfinanzierung der Studierendenwerke durch das Land Niedersachsen“ aufgerufen.

Kritisiert wird vor allem, dass in Zeiten steigender Kosten das Land nicht zahlt. Stattdessen müssen die Studierenden die Zeche zahlen, sprich mit einem höheren Anteil des Studentenwerkbeitrages im Rahmen des Semesterbeitrages: Geplant ist ab Frühjahr 2020 eine Erhöhung um 20 auf 97 Euro je Semester. Danach sollen weitere Erhöhungen folgen. „Wir sagen, es reicht uns!“, formuliert das Bündnis nun einen deutlichen Aufschrei in Richtung Landesregierung.

„Seit einiger Zeit investiert das Studentenwerk in neue Wohnheime und muss bestehende Einrichtungen sanieren. „Dadurch ergibt sich ein erheblicher finanzieller Mehraufwand für das Studentenwerk“, sagt Robert Rathke, Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). Es sei höchst ärgerlich, dass sich das Land nicht ausreichend finanziell an der Arbeit der Studentenwerke – auch in Göttingen – beteilig. „In anderen Bundesländern erhalten die Studentenwerke deutlich stärkere finanzielle Unterstützung. Diese übernehmen schließlich wichtige fürsorgliche Aufgaben“, sagt Rathke.

Land entzieht sich der Verantwortung

Das Bündnis wird in seinem Aufruf zu Demo-Teilnahme noch deutlicher: „In den letzten Jahren bezahlen wir stetig mehr Geld für das Studentenwerk, mehr Miete in den Wohnheimen, mehr für das Essen in der Mensa, mehr für den Kaffee. Und das Land Niedersachsen? Das schaut zu.“ Seit Jahren spare es bei den Studierendenwerken in Niedersachsen, während die Studierenden immer häufiger zur Kasse gebeten werden.

Für die Studierenden ist klar: Das Land entzieht sich der Verantwortung. „Viele Studierende sind auf günstigen Wohnraum, gute und bezahlbare Verpflegungsangebote sowie die Beratungsangebote angewiesen. Wer Bildungsgerechtigkeit erreichen möchte, darf nicht an der sozialen Infrastruktur sparen.“ Aber die Kritiker klagen nicht nur, sie formulieren auch klare Forderungen an das Land und Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU): Ein Sofortprogramm der Landesregierung zur Beseitigung des Sanierungsstaus und für den Neubau bei den Studierendenwerken von 150 Millionen Euro, eine Erhöhung des Landeszuschusses für Studierendenwerke um 25 Prozent und eine automatische, jährliche Erhöhung des Landeszuschusses um jeweils drei Prozent. Hinter allem steht: Der Semesterbeitrag darf nicht weiter steigen. Die Kostensteigerungen müssen gestoppt werden. 

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