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Für Start ins Weltall: Göttinger Forscher testen Plattform für Raumstation ISS

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Von: Bernd Schlegel

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Die Experimenten-Plattform Bartolomeo von Airbus wird am europäischen Modul Columbus der Internationalen Raumstation ISS angebracht.
Die Experimenten-Plattform Bartolomeo von Airbus wird am europäischen Modul Columbus der Internationalen Raumstation ISS angebracht. © Grafik/Foto: Airbus/nh

Göttingen: Das Zentrum für Luft- und Raumfahrt testet eine Plattform für die Raumstation ISS. Schon bald soll sie mit einer Rakete ins All starten.

Göttingen – Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat in Göttingen eine Plattform für Experimente von Airbus für die Internationale Raumstation ISS getestet. Die Forscher untersuchten das Schwingungsverhalten des Bauteiles, um gefährliche Vibrationen beim Start ins All auszuschließen.

Göttingen: Test für NASA - Bartolomeo auf Start ins All vorbereiten

Die Bartolomeo genannte Plattform wird gerade bei der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA auf den Start vorbereitet. Sie soll im März von Cape Canaveral aus mit einer Falcon-Rakete von SpaceX ins All starten. Dort wird sie an der Außenseite des europäischen Columbus-Labormoduls der ISS angebracht.

Raumstation ISS: Mit der neuen Plattform sollen künftig Experimente von kommerziellen Unternehmen im All problemlos möglich sein.
Raumstation ISS: Mit der neuen Plattform sollen künftig Experimente von kommerziellen Unternehmen im All problemlos möglich sein. © DLR/nh

Die 1,60 Meter hohe und 1,90 Meter lange Nutzlastplattform wurde in Göttingen intensiven Schwingungstests unterzogen. Dafür wurde sie auf ein von der Umgebung entkoppeltes Fundament auf vier Luftpolstern gestellt, damit keine störenden Schwingungen beispielsweise vorbeifahrender Lkw auftreten. Sogenannte elektrodynamische Rüttler (Shaker) versetzten dann Bartolomeo in Schwingung.

Göttingen: Test für Start ins All - Methode auch für Untersuchung von Flugzeugen genutzt

120 Sensoren registrierten die dabei auftretenden Beschleunigungen und ermöglichten eine Analyse des Schwingungsverhaltens der Plattform. Innerhalb einer Stunde standen erste Auswertungen zur Verfügung. „Wir nutzen diese Methode seit langem für die Untersuchung von Flugzeugen“, sagte Julian Sinske vom DLR-Institut für Aeroelastik. 

Für Kiyoumars Abdoly von Airbus sind die Testergebnisse sehr wichtig: „Wir müssen nachweisen, dass keine negativen Einflüsse auf die Trägerrakete und die Raumstation auftreten.“ Die Entscheidung über die Unbedenklichkeit von Bartolomeo trifft Hung Hun Nguyen von der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA, der im DLR Göttingen die Tests begleitete.

Göttingen: Test für Raumstation ISS: 5 Meter langer Roboterarm

Bartolomeo bietet für die Forschung auf der ISS neue einzigartige Möglichkeiten in direkter Weltraumumgebung, vor allem für Strahlenbiologie, Technologieerprobung, Klima- und Erdbeobachtung, Astronomie, Sonnenphysik und Laserkommunikation. Mit der Plattform, die in Göttingen getestet wird, sollen künftig kommerzielle Nutzer schneller und kostengünstiger Experimente im All durchführen können.

Die Experimenten-Plattform Bartolomeo von Airbus wird am europäischen Modul Columbus der Internationalen Raumstation ISS angebracht.
Die Experimenten-Plattform Bartolomeo von Airbus wird am europäischen Modul Columbus der Internationalen Raumstation ISS angebracht. © Grafik/Foto: Airbus/nh

Die Plattform soll größtenteils ohne Eingriff der Astronauten betrieben werden können. Ein fünf Meter langer Roboterarm erlaubt den Einbau und das Verändern von Experimenten von der Erde aus. Ein möglicher Einsatz ist die Beobachtung von Waldbränden wie zuletzt in Australien.

Test in Göttingen: Airbus entwickelte und finanzierte das neue Projekt

Die neue Plattform Bartolomeo, die in Göttingen getestet wird, wurde vom Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus entwickelt und finanziert. Im Rahmen einer Kommerzialisierungsinitiative für die Internationale Raumstation ISS der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird Airbus die neue Plattform in einem Public-Private-Partnership betreiben. 

Die ESA vermittelt die Startgelegenheit und stellt die Crewzeit der Astronauten für die Installation, für die Stromversorgung sowie Echtzeitdaten für die Kontrolle der Experimente zur Verfügung. Das DLR Raumfahrtmanagement ist im Rahmen seines ESA-Programmengagements an den ISS-Kommerzialisierungsprojekten der ESA beteiligt.

Im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen wurden zuletzt auch Proben der ersten Mondlandung untersucht.

Im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen war zuletzt auch die Airbus-Technik-Chefin Grazia Vittadini zu Gast. 

Video: Astronauten zeigen Raumstation ISS

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