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Tödlicher Unfall mit Tempo 150: Bewährungsstrafe für 26-Jährigen

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Von: Heidi Niemann

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Schwerer Unfall mit Porsche am westlichen Ende des Göttinger Autobahnzubringers: Dabei kam Anfang 2021 ein 33-jähriger Mann ums Leben. Der Fall wurde jetzt juristisch abgeschlossen.
Schwerer Unfall mit Porsche am westlichen Ende des Göttinger Autobahnzubringers: Dabei kam Anfang 2021 ein 33-jähriger Mann ums Leben. Der Fall wurde jetzt juristisch abgeschlossen. © Stefan Rampfel

Rund ein Jahr nach einem tödlichen Unfall am Holtenser Kreisel in Göttingen hat der Fall jetzt ein strafrechtliches Nachspiel gefunden.

Göttingen – Das Amtsgericht Göttingen hat gegen einen 26-jährigen Porsche-Fahrer einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs erlassen. Der Strafbefehl beinhalte eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werde, teilte ein Gerichtssprecher mit. Bei dem spektakulären Unfall war der 33-jährige Beifahrer des Unfallfahrers aus dem Auto herausgeschleudert und tödlich verletzt worden.

Der aus Aserbaidschan stammende 26-Jährige war am 2. Januar 2021 mittags mit einem Porsche Cayman von Bovenden über die Bundesstraße 3 in Richtung Göttingen und dann auf die B 27 in Richtung der Autobahnanschlussstelle Göttingen-Nord gefahren. Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge raste er kurz vor dem Ende des Autobahnzubringers mit einer Geschwindigkeit von 150 km/h in den Holtenser Kreisel hinein. Der Porsche-Fahrer habe dabei die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und sei auf die Verkehrsinsel geraten. Dabei habe er auch einen Fiat Panda touchiert, der sich im Kreisel befand. Der Porsche überquerte die Mittelinsel, durchbrach anschließend zwei Leitplanken und stürzte einen Abhang herunter. Das Auto überschlug sich und blieb nach rund 100 Metern auf einem Feld stehen.

Göttingen: Ein Toter und ein Schwerletzter bei tödlichem Unfall am Holtenser Kreisel

Der Beifahrer, der nicht angeschnallt gewesen war, wurde bei dem Sturzflug durch das Beifahrerfenster aus dem Auto herausgeschleudert. Der 33-Jährige erlitt dabei schwerste Brustkorb- und Schädel-Hirn-Traumata und erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen.

Der 26-jährige Unfallfahrer wurde von Rettungskräften aus dem zertrümmerten Porsche geborgen. Er kam schwer verletzt in eine Göttinger Klinik. Sein Führerschein wurde beschlagnahmt. Die 45-jährige Pkw-Fahrerin, deren Fiat Panda von dem Porsche touchiert worden war, hatte Glück im Unglück: Sie blieb unverletzt.

Tödlicher Unfall am Holtenser Kreisel: Fahrer muss harte Konsequenzen tragen

Nach dem Unfall war der Kreisverkehr wegen der Rettungs- und Bergungsarbeiten und der komplexen Unfallaufnahme mehrere Stunden lang teilweise gesperrt gewesen. An der Unfallstelle waren zahlreiche Rettungskräfte, mehrere Streifenwagen der Polizei und ein Rettungshubschrauber im Einsatz. Die Polizei hatte damals auch ein Drohnen-Team der Rosdorfer Feuerwehr angefordert, um Übersichtsaufnahmen vom Unfallort zu machen.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers wurde der Strafbefehl Ende Januar erlassen. Da der 26-Jährige innerhalb der dafür vorgesehenen Frist keinen Einspruch eingelegt habe, sei dieser inzwischen rechtskräftig geworden.

Neben der zehnmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung hat der 26-Jährige noch weitere Konsequenzen zu tragen: Das Gericht ordnete darüber hinaus den Entzug seiner Fahrerlaubnis an, innerhalb eines Jahres darf er keine neue Fahrerlaubnis bekommen. Außerdem muss der Unfallfahrer 2500 Euro an die Stiftung Opferhilfe zahlen. (Heidi Niemann)

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